Meine Zwerge fliegen hoch

eine Spielerezension von Jörg Sterner - 31.10.2005
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Meine Zwerge fliegen hoch von Reich der Spiele

In Meine Zwerge fliegen hoch geht es grundsätzlich darum, möglichst viel Gold zu scheffeln - was machen Zwerge denn sonst den ganzen Tag? Aber nicht nur Zwerge, sondern auch andere, aus dem Fantasybereich bekannte Kreaturen streiten sich um das Gold.

Das Spiel selbst ist eine witzige Mischung aus einem Karten- und einem Würfelspiel. Zunächst spielt man seine Untergebenen, sei es nun Zwerge, Elfen oder Orks, aus und versucht dann, mit weiteren (Kampf-) Karten möglichst viel Gold zu erhaschen. Dabei ist allerdings etwas wichtiges zu beachten: Nicht alle Kreaturen mögen einander. So verschwinden alle eigenen Zwerge, sobald man Orks spielt, hat man Gnome, sollte man keine Elfen spielen, und so weiter. Eine Spezialregel ist, dass sobald die dritte Karte einer Kreatur ausgespielt wird (und zwar am gesamten Tisch), ihr Effekt bezüglich der anderen Kreaturen auch alle Mitspieler betrifft. So kann man schnell einer Horde extrastarker Orks beikommen, wenn man den dritten Zwerg spielt.

Abgesehen von den Kreaturen- und Kampfkarten gibt es dann noch Fertigkeits- und Ereigniskarten. Die Fertigkeitskarten beziehen sich auf eine oder zwei Kreaturenarten und können positive und negative Effekte haben. Man darf diese auf eine beliebige, bereits ausliegende Kreaturengruppe legen und so dieser Gruppe eine Zusatzfähigkeit geben. Das kann von "meine Orks sind jetzt stärker" bis zu "deine Gnome sind jetzt großzügig" gehen und zu lustigen Entscheidungen für den Kampf führen, denn seien wir mal ehrlich: Wer hat schon gerne großzügige Gnome, die den hart erkämpften Schatz gleich an die Mitspieler verteilen?

Eine Kampfrunde sieht folgendermaßen aus. Zunächst, nachdem ein Spieler eine Kampfkarte gespielt hat, werden eine Anzahl von Kreaturen, die auf der Kampfkarte angegeben ist, zum Kampf geschickt. Jede Kreatur hat einen Stärkewert, der angibt wie viele Würfel sie im Kampf verwenden darf. Stehen nun die Kontrahenten fest, beginnt der Ausspieler der Kampfkarte zu würfeln. Er zählt dabei die Summe der Würfelaugen zusammen und stellt seinen Kampfstein auf das entsprechende Feld auf dem Spielplan. Gewürfelte Einsen (manchmal auch Zweien oder Dreien) sind eine Besonderheit, die bringen nämlich zusätzlich Gold. Dies wird mit Hilfe des Schatzsteins gezählt. Haben alle Spieler für alle Kreaturen gewürfelt, bekommt der Sieger (bei Gleichstand alle) das auf der Kampfkarte angegebene Gold und zusätzlich das von den Kreaturen im Kampf erwürfelte Gold. Die anderen gehen diesmal leider leer aus. Allerdings müssen der oder die Sieger Sieger jene Kreatur mit dem größten Kampfwert abgeben. Bevor es zu dieser Auswertung kommt, kann jeder noch verdeckt eine Ereigniskarte spielen, die vielleicht den Ausgang des Kampfes verändern kann. Hier kann man bluffen und eine beliebige Karte verdeckt hinlegen, um so die Mitspieler zusätzlich zu verwirren oder zum Ausspielen einer Ereigniskarte zu zwingen.

Ziel des Spieles ist, als erster 15 Gold beisammen zu haben, ein schwieriges aber sehr unterhaltsames Unterfangen. Das Spiel lebt von der Interaktion der Spieler untereinander, die sich gegenseitig die Kreaturen verjagen und verbessern oder verschlechtern. Ein guter Würfelwurf im Kampf kann sehr schnell das Gleichgewicht der Kräfte verändern und es bleibt bis zum Ende hin spannend. Einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass man nur bis zu vier Spielern spielen kann, aber vielleicht kommt ja bald eine Erweiterung heraus, mit der sich dann auch mehr Zwerge um den Schatz streiten können. Ein weiterer Pluspunkt sind die grandiosen Zeichnungen von John Kovalic, der sich wieder selbst übertroffen hat.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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