Mogel Motte

Schummeln erlaubt!

eine Spielerezension von Frank Riemenschneider - 04.06.2012
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Mogel Motte von Drei Magier Spiele

„Ihr dürft bei diesem Spiel mogeln.“ Alleine die Ankündigung beim Erklären der Regel zaubert bei den mitspielenden Kindern ein feistes Grinsen auf deren Gesichtern: „Wir dürfen mogeln!? Geil!“ Die Reaktionen der verschiedenen Kinderrunden waren sich in diesem Fall immer ähnlich und damit die Vorfreude auf das kommende Kartenspiel geweckt.

Damit auch ordentlich gemogelt werden kann, gibt es einen Wächter. Was wäre Schummeln, wenn der Thrill des Erwischenwerden völlig fehlt. Jeder Spieler bekommt acht Karten auf die Hand. Der Spielverlauf ist eigentlich ganz einfach. Eine Karte ablegen, keine neue nehmen. Der nächste Spieler darf auch eine Karte ablegen, nur (jetzt bitte genau aufpassen), der Zahlenwert dieser Karte muss entweder einen höher oder einen niedriger sein als der Zahlenwert der Karte, die der Vorgänger abgelegt hat. Hat er keine passende Karte, muss er eine Karte vom Nachziehstapel ziehen. Nun, es gibt natürlich Spieler, die mit dieser Gesamtsituation unzufrieden sind. Wer hat schon gerne die Flossen voller Karten, wenn die Gegenspieler einen Lauf haben. Also macht man es wie ein Zauberer, mit der einen Hand wird ablenkt, mit der anderen Hand eine Karte unter dem Tisch fallen lassen gelassen. Ist wirklich einfach, wenn der Wächter gerade abgelenkt ist. Wer aber beim Mogeln erwischt wird, wird nicht etwa beschimpft. Im Gegenteil. Der restliche Tisch freut sich sogar und als Belohnung wird man sogar noch zur Wächter-Wanze befördert. Kleiner Wermutstropfen: Das Corpus delicti und zusätzlich eine Karte aus der Hand vom Ex-Wächter, sind der Preis für den gescheiterten Mogelversuch.

Damit die Schadenfreude nicht zu kurz kommt, gibt es im Spiel verschiedene Aktionskarten. Sie sorgen dafür, dass alle konzentriert bleiben und der Wächter seine Mühe beim Aufpassen hat. Wer will schon von jedem Mitspieler eine Karte geschenkt bekommen, nur weil er bei einer Mückenkarte gepennt hat. Die Runde endet, wenn ein Spieler keine Karten mehr auf der Hand hat. Die anderen zählen danach ihre Minuspunkte. Weiter geht es, bis so viele Runden gespielt wurden, wie Mitspieler vorhanden sind. Wer am Ende die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt.

Was man natürlich vorab nicht klarstellt: Da Mogeln bei der Mogelmotte mit zur Regel gehört, ist es ja eigentlich kein richtiges Mogeln mehr. Und es gibt Mogelregeln, damit das Ganze nicht ausartet. Den größten Spielspaß haben Kinder ab acht Jahren. Jüngere Kinder können durch die Ablageregel (ein höher oder tiefer) überfordert werden. Bei einem Zahlenwert fünf darf zum Beispiel eine Karte mit dem Kartenwert eins oder vier abgelegt werden. Das Autorenduo sind auch Kinder. Die beiden haben wohl aus einem Bedürfnis heraus ein Spiel entwickelt. Denn normalerweise sind Schummler keine willkommenen Spieler am Tisch. Wir Spieler mogeln bekanntlich nicht und geben das natürlich unserem spielerischen Nachwuchs mit auf dem Weg. Erwachsenen Spieler tun sich deswegen schon mal schwer. Sie können einfach nicht mogeln. Wer trotzdem mal mogeln möchte, verbotene Sachen machen ja bekanntlich Spaß, entwickelt wie Emely und Lukas sein eigenes Mogelspiel. Das ist so hervorragend gelungen, dass ich zur Aufnahme von Mogelmotte auf die Empfehlungsliste der Jury „Kinderspiel des Jahres“ 2012 gratulieren darf. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Auszeichnungen: 
Spielegattung: 
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Kommentare

Hi zus4mmen,

tolle Rezension, wir haben das Spiel auch bewertet - schaut doch mal auf unserem Gemeinschaftsspieleblog vorbei.

Viel Spaß beim Spielen!

Udo

Lieber Udo, ich weiß nicht, ob du wirklich dazu gehörst, denn die Redakteure heißen da alle anders. Wenn ja:
Eure URL ist schlimm! Die solltet ihr schleunigst korrigieren.

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