Nanuuk

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Nanuuk von Bambus Spieleverlag

Ein Spiel über Eskimos in der Arktis zu machen, ist schon eine recht ungewöhnliche Idee. Das Ergebnis ist aber noch viel bemerkenswerter. Was Günter Cornett mit Nanuuk (Bambus Spieleverlag) geschaffen hat, ist eigentlich schon fast eine anthropologische Meisterleistung. Von der Gestaltung über Spielinhalt und Regeln bis hin zu der Beilage über das Leben der Eskimos (Inuit) ist Nanuuk ein in sich stimmiges und großartig umgesetztes Themenspiel der Extraklasse.

Es geht um das Leben der Inuit, von denen jeder Spieler eine Figur übernimmt. Ziel ist es, möglichst viele Tiere zu jagen. Diese können in Iglus gegen Schlitten, Hunde oder Kajaks eingetauscht werden. Bei der Jagd führt man eine Harpune mit sich, bei deren Verlust man ebenfalls im Iglu eine neue erhält. Unterwegs kann man Inuit finden, die der Spielfigur bei der Waljagd helfen. Zu jagen gibt es außerdem Fische, Robben und Walrösser. Auf dem Spielbrett leben aber auch Eisbären, die man mit einer Harpune vertreiben kann. Dabei verliert man diese jedoch, weshalb man so lange nicht mehr jagen kann, bis man in einem Iglu war. Hat man keine Harpune bei sich, darf man Eisbärenfelder nicht betreten. Der Bewegungsmechanismus ist das Herzstück von Nanuuk: ein umgekehrtes Siedler. Immer wenn man ein (natürlich sechseckiges) Spielfeld betritt, bricht die Eislandschaft ein Stück sternenförmig vom Feld weg. Dazu legt man kleine blaue Holzstücke auf das Spielbrett. Dadurch wird das Spiel zunehmend schwieriger, da man diese Eisrisse nur mit einem Kajak überwinden kann (pro Kajak ein Feld, danach gibt man das Boot ab!). Entweder benutzt man also sein Boot oder man umgeht die Risse, wobei weitere entstehen. Seinen Hundeschlitten kann man dazu benutzen, um zwei Züge hintereinander zu machen. Aber auch hier muss man den Schlitten anschließend abgeben. Auf Dauer wird die Bewegung sehr mühsam und schwierig. Konnte man gerade noch ein Riss umgehen, tut sich direkt vor dem Wal ein neuer auf. Der Wal ist auch am meisten wert. Fische und Robben zählen weniger, ein Walross zu erlegen, bringt ebenfalls einiges an Punkten. Am Ende gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte bei der Jagd gesammelt hat, oder es verliert der Spieler, der sich nicht mehr bewegen kann - was gar nicht so selten vorkommt.

Dem Spiel liegt eine Beschreibung bei über das Leben der Eskimos oder Inuit, wie sie sich selbst nennen, und ein Prospekt über thematisch verwandte Bücher. Dadurch wird der hervorragende Gesamteindruck des Spiels abgerundet.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
1998
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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