Ohne Furcht und Adel

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.01.2003
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Ohne Furcht und Adel

Ziel jedes Spielers ist es, acht möglichst wertvolle Gebäude zu errichten, denn deren Werte ergeben zusammen mit einigen Bonuspunkten (zum Beispiel für schnelles "Fertigwerden") am Spielende die Punkte, die den Sieger bestimmen.

Zu Beginn jeder Runde wählen die Spieler geheim einen von acht Charakteren. Die Erklärung des genauen Vorgehens würde hier den Rahmen sprengen, die Prozedur ist aber recht einsichtig - und mit Erlaubnis von Verlag und Autor dem Spiel Verräter entnommen. In der vorgegebenen Reihenfolge der Charaktere führen dann die Spieler ihre Aktionen durch, die im Wesentlichen dazu dienen, Geld einzunehmen und es wieder auszugeben, um Gebäude zu bauen. Diese hält man als Karten auf der Hand. Dabei beeinflussen die Charaktere, wie viel Geld man zusätzlich zum festen Grundgehalt bekommt. Dieses kann ein Dieb zum Beispiel einem Mitspieler stehlen oder der Händler für bestimmte Gebäude verdienen.

Aber es gibt auch andere Fähigkeiten: Der Söldner kann zum Beispiel Gebäude wieder einreißen und der Baumeister bekommt zusätzliche Baukarten auf die Hand. Die Kunst in dem Spiel liegt darin, die Charaktere im richtigen Moment zu wählen - oder, wenn man sie gerade nicht bekommt, flexibel zu sein und die eigene Taktik anzupassen. Zusätzliche Gebäude, die besondere Fähigkeiten verleihen, können schnell die Spielsituation verändern.

Ohne Furcht und Adel bietet weniger die Möglichkeit zu langfristigen Planungen. Flexibilität und mitunter auch ein geschickter Bluff durch eine unerwartete Charakterwahl führen eher zum Erfolg, auch wenn das Glück durch die zufällig gezogenen Gebäudekarten mit von der Partie ist. Das Spiel wird mit steigender Mitspielerzahl immer besser, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass für eine Zwei- oder Dreipersonen-Partie geänderte Regeln beiliegen, die das Spiel auch in kleiner Besetzung gut spielbar machen.

Ein erster Eindruck wird Ohne Furcht und Adel etwas schwer überschaubar erscheinen lassen, das gibt sich aber während der ersten Partie mit dem ein oder anderen Blick in die Spielregel schnell. Ein einsichtiger Spielablauf und nicht zuletzt reizvoll illustrierte Karten lassen das Spiel immer wieder auf dem Spieltisch landen.

 

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Jahrgang: 
2000
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