Ora et Labora

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 31.03.2013
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Ora Et Labora von Lookout Spiele

Bete und arbeite … Der Titel weist schon auf das Umfeld des Spiels hin, auch wenn das Arbeiten eine größere Rolle spielt als das Beten. Die Spieler übernehmen in Ora et Labora nämlich jeweils die Rolle eines Klostervorstehers und müssen im Laufe des Spiels ihr Kloster und ihre Ländereien immer weiter ausbauen.

Ora et Labora schließt sich als Aufbauspiel in seiner Art an andere Spiele des Autors Uwe Rosenberg (Agricola und Le Havre) an. Jeder Spieler kann in seinem Zug durch Holz fällen oder Torf stechen Rohstoffe einnehmen, bestehende Gebäude seines Klosters nutzen um z. B. Rohstoffe zu veredeln, zusätzliche Gebiete kaufen oder neue Gebäude bauen, für die man beim Bau die mühsam erarbeiteten Rohstoffe wieder ausgeben muss. In bestimmten Zeitabständen haben alle Spieler bei Ora et Labora die Möglichkeit, zusätzliche Siedlungen zu errichten, über deren geschicktes Platzieren am Spielende wichtige Siegpunkte ergattert werden können. Die Auswahl an verschiedenen Gebäuden, Siedlungen und Rohstoffen ist dabei sehr umfangreich, was dem Spiel einerseits eine interessante Tiefe verleiht, andererseits aber schon für Verwirrung sorgt, da man insbesondere in den ersten Partien durch den Spielumfang hoffnungslos überfordert ist. So kann es leicht vorkommen, dass sich zum Spielende alle anschauen und sich fragen, warum der Sieger nun eigentlich die Partie gewonnen hat.

Das Spielmaterial von Ora et Labora besteht aus Holzfiguren, Pappplättchen für die Rohstoffe und Karten für die Gebäude. Das Innenleben des Kartons besteht, wie in letzter Zeit üblich, lediglich aus einer Handvoll Zipptüten, in denen man die unterschiedlichen Spielbestandteile sortiert aufbewahren kann. Das Regelwerk von Ora et Labora ist sehr umfangreich. Neben der eigentlichen Spielanleitung gibt es noch eine verkürzte Form der Regeln und ein zusätzliches Blatt für den Spielaufbau, die einen schnellen Einstieg in das Spiel ermöglichen sollen. Außerdem gibt es noch für jeden Spieler eine Übersicht über den Spielablauf. Diese kennt man aus anderen Spielen als kleine Pappkärtchen, hier ist es ein doppelseitig bedruckter Din A4-Bogen. Das sorgt wiederum dafür, dass die Spieler sich gerne auch auf dieser Übersicht verlaufen.

Ora et Labora ist übrigens eines der wenigen Brettspiele, die man nicht nur mit mehreren Spielern spielen kann, sondern auch in einem Solo-Modus. Hier übernimmt ein neutraler Spieler den Gegenpart. Dieser arbeitet seinen Zug nach festen Regeln ab und genießt einige Vorteile, die es trotz dieser festen Regeln doch wenigstens ein bisschen herausfordernd gestalten sollen, die Solovariante zu spielen.

Bei dem Spiel Ora et Labora handelt es sich um ein Aufbauspiel, das sich aufgrund seiner Komplexität in erster Linie an Vielspieler wendet. Um die einzelnen Spielmechanismen und den Spielablauf flüssig abzuarbeiten sind schon ein paar Partien nötig. Hier bietet das Brettspiel dann mit einem Szenario in Frankreich und einem zweiten in Irland durch einige Zusatzregeln noch weitere Abwechslung. Gelegenheitsspieler werden an Ora et Labora allerdings aufgrund dieser Komplexität keine Freude haben. Auch sollte man sich etwas Zeit für das Spiel nehmen. In unseren Testspielen haben wir immer eher die drei Stunden oder sogar noch etwas mehr Zeit benötigt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120 - 180
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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