Porta Nigra

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 08.02.2016
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Porta Nigra - Foto von Pegasus Spiele

Und sie tun's immer wieder- die Altmeister Wolfgang Kramer und Michael Kiesling - und sie wissen genau, was sie tun. Das Brettspiel Porta Nigra aus dem Hause eggertspiele/Pegasus Spiele lässt keine Wünsche offen und gehört für mich zu den besten Kennerspielen des Jahres. Um noch ein Klischee zu erfüllen, nimmt man es am besten wie aus einem Deichkindsong: Denken Sie groß! Genug des Lobes, die Spieler versuchen hier, mit geschicktem Timing und Taktik die wertvollsten Bauwerksteile der Stadt zu errichten. Wie bei solchen Spielen üblich, fällt das Erklären gegenüber anderen Mitspielern schwer, aber im Laufe des Spiels erhellt sich alles. Immerhin lässt die Anleitung keine Wünsche offen.

Worum geht es bei Porta Nigra?

Im Wesentlichen besteht Porta Nigra auch nur aus zwei Phasen, wovon die erste nur für das Nachfüllen der Bausteine am Markt und fehlender Karten gedacht ist. Das geht schnell. Das eigentliche Herz des Spiels ist dann die Aktionphase, die wiederum auch nur aus dem Ausspielen einer Karte besteht. Dabei hat jeder das gleiche Kartenset seiner Farbe. Die dortigen Symbole geben an, was als Alternative zu tun ist. Dazu haben die Spieler, je nach Karte, zwei oder drei Aktionen, die sie mit Chips abdecken.

Sie reisen dabei in einem rund abgelegtem Spielplan an den einzelnen Gebäuden vorbei, wobei jeder Schritt Geld kostet. Dann können sie je nach Karte Bauwerksteile kaufen/bauen und dabei Siegpunkte erzielen. Ja nach Stadteil gibt es dabei verschiedene Boni. Mit Fackeln, die es auch auf den Karten gibt, können die Spieler zusätzliche Züge ausführen. Einflusschips lassen ebenfalls zusätzliche Aktionen zu, mit denen die Spieler von Bauteilen bis Siegpunkt alles bekommen können. Auch Münzen gibt es, sind aber ständig knapp, da sie die Bauwerksteile je nach Farbe bezahlen müssen. Diese sind ebenfalls auf den Karten zu haben.

Viel Bewegung kostet das knappe Geld, und wollen die Spieler am Ende bestimmte Boni bekommen, sollten sie an jeder der vier Ecken auch bauen. Das wiederum ist nicht so einfach. Viele kleine Gebäude erhalten dabei oft nicht den erhofften zwischenzeitlichen Vosprung. Bauen die Spieler dagegen die großen Gebäudeteile, gibt es am Ende eine Menge Bonuspunkte. So, dass es eben am Ende große Überraschungen gibt.

Bei zwei Spielern dauert Porta Nigra drei Runden und bei drei oder vier Mitspielern nur zwei Runden. Bei jeder Runde wird dabei auch nur einmal der eigene Kartenstapel durchgespielt, und das war es dann. Beim Rundenwechsel erhält jeder noch Boni für die erichteten Bauteile in Form von Siegpunkten/Geld. Es ist erstaunlich, wie viel jeder am Ende aus den zwei Phasen herausgeholt hat.

Wie gut ist das Brettspiel Porta Nigra?

Porta Nigra fetzt in jeder Konstellation und gehört für mich zu den aktuellen Highlight des Jahrgangs 2015/2016. Es hinterlässt bei jedem Spielen den Eindruck, dass jeder Spiele noch gerne so viel gemacht hätte ... Einmal gespielt möchte ich gleich eine weitere Partie starten, um das erzielte Ergebnis zu verbessern. Meine persönliche Erfahrungen dabei: Der Sieg führt nur über hochwertige Bauteile. Viele kleine Siegpunktbauteile bringen im ersten Moment zwar Siegpunkte, lassen einen am Ende aber ziemlich alt aussehen. Den Bauteilen fehlen dann die Römer, die die Türme oben besetzen, und in der Endwertung landet man als Spieler immer hinten. Mir ist es nie gelungen, auch nur einen Sieg mit dieser Strategie einzufahren.

Porta Nigra ist ein Spiel mit vielen Möglichkeiten und Zwängen, die einem den Schweiß in die Hände treiben. Da alle die gleichen Absichten haben, wird es ein Hauen und Stechen. Niemals ist ein Spieler auch nur annähernd sicher, ob er sein geplantes Bauteil noch an eben dieser Stelle bauen kann und ob die gewünschte Karte noch im Stapel ist.

Ein atmosphärischer Spielplan mit guten Illustrationen schließt ein rundes Spielerlebnis ab. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann sind das die Bausteine der Gebäude. Mit dicken "Wurstfingern" lassen sich diese Bausteine manchmal etwas schlecht übereinander stapeln. Aber das ist nichts, was den Spielwert mindert. Jede Partie bedeutet eine schöne Zeit mit viel Spielspaß. Wobei die Altersangabe "ab 12 Jahre" genau richtig ist. Oma & Opa sowie den lieben Kleinen wird hier etwas zu viel abverlangt. Die vielen Entscheidungen müssen klug getroffen werden und fordern Konzentration. Deswegen bleibt nur eine Höchstwertung und eine Empfehlung für die Zielgruppe der Spielekenner.

Also, lasst euch nicht lumpen. Baut die Porta Nigra. Und baut groß!

Wertung: 
Bewertung gut

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90-120
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Fotos
Spielsituation bei Porta Nigra - Foto von Jörn Frenzel
Weitere Spielsituation bei Porta Nigra - Foto von Jörn Frenzel
Spielerablage bei Porta Nigra - Foto von Jörn Frenzel
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