Raubritter

eine Spielerezension von Tanja Koch - 31.12.2006
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Raubritter von Reich der Spiele

Hart ist es, das Leben der Ritter mit Ihren Ländereien, auch die Streitigkeiten um Land und Macht sind nicht zu verachten und nicht zum ersten Mal Thema eines Spiels. Als Gewinner solcher Auseinandersetzungen wird sich im Allgemeinen der überlegene Taktiker erweisen, der seine Truppen klug einsetzt und seine Mitstreiter an Ihren Aktionen behindert. Das ist umso wichtiger, wenn alle Kontrahenten über die gleichen Möglichkeiten verfügen.

So, wie es auch in diesem Spiel in kleiner Schachtel der Fall ist: Jeder Spieler verfügt über 24 Geländetafeln, die Gebirge, Wald, Ebene oder einen See zeigen. Auf einigen dieser Tafeln sind Gebäude abgebildet, die ein Dorf, eine Burg oder eine Stadt darstellen. Buchstaben von A bis E auf der Rückseite der Tafeln geben an, ob sie früh oder eher spät ins Spiel kommen. Die eigenen Ritter werden durch 30 Holzscheiben dargestellt.

Und schon geht es mit der Startauslage ins Getümmel: Jeder hat vier Tafeln, die mit einem A beschriftet sind, davon werden zwei in die Mitte gelegt – allerdings darf noch keine Burg dabei sein. Aus den Startkarten aller Spieler wird ein Rechteck gebildet, erst dann fängt der echte Wettstreit an.

Während seines Zuges hat man immer zwei Tafeln auf der Hand, von denen man mindestens eine anlegen muss. Direkt nach dem Legen wird eine neue Tafel vom eigenen Stapel nachgezogen. Das darf man noch zwei Mal wiederholen. Wichtig ist aber, dass die neue Tafel an eine bereits ausliegende angrenzt, dabei spielen die Geländearten keine Rolle.

Das Ganze wird aber erst interessant, wenn man eine Burg auslegt. Dann nämlich kommen die eigenen Ritter zum Einsatz: Maximal fünf davon können von der Burg ausgesendet werden. Der Stapel mit den Rittern muss dann sofort in eine der vier Himmelsrichtungen bewegt werden. Abbiegen ist dabei verboten. Das Problem daran: Auf jeder Tafel, die man betritt, muss mindestens ein Ritter zurückbleiben. Je nach Gelände können es auch bis zu drei Rittern werden. Es dürfen aber niemals mehr als vier Ritter auf einer Tafel stehen. Befinden sich auf einer Tafel schon Ritter, ist das kein Problem, dann werden die eigenen Ritter auf die bereits vorhandenen aufgestapelt.

Was soll das jetzt alles? Ziel ist es, möglichst viele Gebäudekarten zu erobern, also eben Dörfer, Burgen oder Städte. Wer hier oben auf einem Ritterstapel liegt bekommt je nach Gebäude ein bis drei Siegpunkte.

Auf einem Stapel oben zu landen, ist gar nicht so einfach, und auch die Frage, wie viele seiner Ritter man jetzt von der Burg aus starten lässt, ist nicht leicht zu beantworten, denn es stehen nur 30 Ritter zur Verfügung, aber acht Burgen, dass dann nicht von jeder Burg fünf Ritter ausgesendet werden können, versteht sich da von selbst. Zusätzlich stellt sich immer die Frage, wie man die Gegner am besten davon abhält, bereits sicher geglaubte Städte einfach zu übernehmen. Jede Menge Denkarbeit, die den Reiz an diesem eigentlich abstrakten Spiel ausmacht.

Raubritter erschließt sich nicht beim ersten Spiel, es braucht schon etwas länger, bis sich diese Faszination ausbreitet, einige Leute erreicht sie gar nicht. Deshalb ist es schwer, für dieses Spiel eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen. Denn die gibt es nur, wenn einen das Spiel nach mindestens zwei Probepartien zu fesseln beginnt, dann aber lässt es nicht so schnell wieder los. 

 

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Mehr zum Spiel
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