Safranito

eine Spielerezension von Michael Weber - 12.03.2011
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Safranito von Reich der Spiele

Es gibt Spiele, die überraschen. Selbst in einer Welt voller übersättigter Spieler gibt es immer wieder Mechanismen, die so kombiniert erfrischend neu sind. So ist es auch bei Safranito von Marco Teubner der Fall. Dieses Spiel überzeugt durch sehr schönes Material, einem so meines Wissens noch unverbrauchten Mechanismus und letztlich mit viel Spielspaß. Und die „ewigen Spielefreaknörgler“ müssen es ja nicht speieln. Es hat eben keine 50 kleine Figuren, die zum Zwecke von Mehrheiten platziert werden müssen … Dafür weckt es sportlichen Ehrgeiz. Basta und Safranito noch einmal!

Um was geht es? Im Grunde ist es einfach. Als Koch muss man versuchen, offen liegende Gerichte (Rezeptkarten) zu kochen. Wer das dritte Gericht auf den Teller zaubert, gewinnt das Spiel. Auf dem Weg dahin müssen mit ein paar Rupien und viel Geschick Gewürze beschafft werden. Jeweils drei gehören bei Safranito zu einem Gericht. Nur sind Gewürze schwer zu bekommen und je nach Lage auch mal überteuert. Da das Geld irgendwann nicht reicht, kann man auch mal teuer verkaufen, aber das ist im Spiel eher eine Notlösung.

Und so kommt man zu Gewürzen: Wer an der Reihe ist, wirft locker aus dem Handgelenk und ohne die Hand über das Spielbrett zu halten einen Pokerchip auf das Spielbrett. Das wiederholt sich je nach Spielerzahl bis zu viermal reihum. Auf dem Pokerchip sind Werte von 10 bis 60 aufgedruckt, die verdeckt geworfen werden können. Der Clou ist nun, dass die Pokerchips Gewürzschalen auf dem Spielbrett treffen müssen, um überhaupt einkaufen zu dürfen. Voraussetzung: Es wurden zuvor passende Gewürzkarten aufgedeckt, die als Ware zur Verfügung stehen. Etwas Zufall spielt also auch jede Runde neu mit. Hier ist etwas Geschicklichkeit gefragt, aber auch viel Vergnügen und Ärgerpotenzial geboten, denn nicht selten werden bereits erfolgreich platzierte Chips wieder rausgeschoben. Ein paar Zusatzfelder ermöglichen weitere Aktionen, wenn man denn einen Chip darauf werfen kann.

Das alles macht viel Spaß und ist bei Safranito doch nur Mittel zum Zweck. Denn nun bestimmt der Chefkoch (Startspieler) der Runde, in welcher Reihenfolge die Felder abgehandelt werden. Das kann bei knappen Geldreserven wichtig werden. Es werden alle Pokerchips im jeweiligen Gewürzfeld umgedreht. Ihre Summe bestimmt den Preis, zu dem verkauft werden darf. Wer aber verkauft, kann hier in dieser Runde nicht mehr einkaufen. Anschließend wird gekauft, sofern Gewürzkarten verfügbar sind. Die Reihenfolge wird durch den höchsten Gesamtwert aller Pokerchips eines Spielers bestimmt. Wer die meisten Punkte hat, darf zuerst (immer nur eine Gewürzkarte) kaufen. Zum Preis seines höchsten Pokerchips. Dieser kommt dann aus dem Spiel. Alternativ kann ein Spieler verzichten. Nun wird wieder die Reihenfolge bestimmt und weiter geht der Kauf, solange Waren da sind und Spieler kaufen möchten. Anschließend wird reihum gefragt, wer die Gerichte kochen kann, also die passenden Gewürzkarten gesammelt hat.

Nach einer halben bis dreiviertel Stunde ist Safranito vorbei. Und es bleibt ein merkwürdiger Effekt. Einmal ist, wie schon erwähnt, der sportliche Ehrgeiz des Werfens geweckt und man will weiterspielen. Andererseits ist das Spielende irgendwann vorhersehbar und ein oder zwei Spieler wetteifern um die beste Gelegenheit. Dabei kann es zu kleinen Längen kommen. Dennoch überwiegen ein sehr gutes Spielgefühl mit jeder Menge Spaß bei Safranito. Das Spiel funktioniert nicht nur, es sieht toll aus, ist wirklich irgendwie anders und macht Lust auf mehr. Ein ideales Spiel für eine breite Spielergruppe. Zumal es mit wenigen Regeln auskommt und so auch keine Familie überfordert, wenn diese Safranito „blind“ kauft und ausprobieren möchte. Für mich eines der überraschendsten Spiele aus dem Winter 2010/2011. Und nein, das gebe ich nicht mehr her. Safraniton noch einmal, das macht Spaß!

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
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