Sankt Petersburg

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005

Hier findest du eine Spielerezension zum Gesellschaftsspiel Sankt Petersburg. Entdecke mehr zu den Spielregeln und finde heraus, welche Erkenntnisse unser Spieletest mit Sankt Petersburg brachte, ob es Spaß macht und für wen es besonders gut geeignet ist. Am Ende des Textes kannst du das Spiel bewerten.

Sankt Petersburg von Reich der Spiele

Russland zur Zeit Peters des Großen. Der Zar will sich in einer Stadt verewigen und lässt an der Ostseeküste eine solche aus dem Boden stampfen. Soweit der historische Hintergrund.

Im Spiel übernehmen die Teilnehmer die Rolle von Bauherren, die es zu viel Ruhm und Ehre (dargestellt durch Siegpunkte) bringen wollen. Das Spiel läuft in Durchgängen zu je vier Runden ab: jeweils eine Runde der Handwerker (bringen Geld), Bauwerke (bringen Siegpunkte), Adligen (bringen Geld oder Siegpunkte) und Austauschkarten (werten Karten auf). Immer wenn ein Spieler an die Reihe kommt, kann er Karten kaufen, sie auf die Hand nehmen, von der Hand ausspielen (und bezahlen) oder passen. Will man kaufen, nimmt man sich die entsprechende Karte vom Spielplan und zahlt den aufgedruckten Kaufpreis. Kann oder will man sich im Moment eine interessante Karte nicht leisten, empfiehlt es sich, sie kostenlos auf die Hand zu nehmen, damit sie kein anderer wegschnappt. Allerdings darf man nicht mehr als drei Karten auf der Hand haben. Hat man sie bis zum Spielende nicht bezahlt, bringt es satte Minuspunkte.

Haben alle Spieler nacheinander gepasst, enden die Aktionen und es kommt zur Wertung: Je nach Aufdruck der Karten gibt es Geld und/oder Siegpunkte. Allerdings werden immer nur Karten der aktuellen Runde gewertet. So kann man zwar auch in der Adligen-Runde Handwerker kaufen (wenn noch welche auf dem Plan liegen) aber Punkte oder Geld gibt es in dieser Runde eben nur für Adlige.

Dann werden die Karten auf dem Plan mit der Sorte der nächsten Runde aufgefüllt und es geht in eben diese. Dabei unterscheidet sich die Austauschkarten-Runde etwas von den anderen, weil es an deren Ende keine Wertung gibt. Auch sind die Austauschkarten keine normalen Karten, sondern können - wie der Name schon sagt - gegen bereits liegende ausgetauscht werden. Das ist in der Regel lohnend, weil die Austauschkarten meistens sehr viel mehr Punkte oder Geld bringen und man nur noch den Differenzbetrag zu den Kosten der zu ersetzenden Karte bezahlen muss.

Am Ende eines Durchgangs und vor dem Auffüllen der Karten werden solche, die schon seit zwei Durchgängen nicht gekauft wurden, aus dem Spiel genommen werden. Außerdem werden die Spielsteine, die die Startspieler der jeweiligen Runden kennzeichnen, im Uhrzeigersinn weitergegeben. Ist einer der Kartenstapel leer, wird der Durchgang noch zu Ende gespielt, dann endet das Spiel. Punkte für nicht eingelöste Handkarten werden abgezogen, für je zehn volle Rubel gibt es einen Siegpunkt (eher wenig) und noch einmal richtig Punkte liefern möglichst viele unterschiedliche Adlige.

Die Möglichkeit, Karten vergünstigt zu kaufen und die speziellen Eigenschaften einiger Karten beschreibe ich hier nicht genauer. Aber diese machen im Spiel selbst - genau wie all die anderen Regeln - kaum Probleme. Nach kurzer Zeit hat sie jeder verstanden. Spätestens in der zweiten Partie versucht man, Fehler der ersten zu vermeiden. Leider wird man dafür neue machen. Eine ultimative Gewinnstrategie gibt es nicht, dazu bestimmt die Reihenfolge, in der die Karten erscheinen, das Spiel zu sehr. Das hat aber weniger mit Kartenglück zu tun, als mit der Notwendigkeit, eine passende, flexible Antwort auf die jeweilige Spielsituation zu finden, denn die Karten sind für alle Spieler gleich. Kennzeichnend für Sankt Petersburg ist der eigentlich ständige Geldmangel. Sicher, man kann viele Handwerker erwerben, die Geld bringen, aber dann kaufen die anderen Spieler die Gebäude als Siegpunktlieferanten weg.

Auch von den am Ende unbedingt benötigten Adligen hat man immer zu wenig. Die Frage nach der richtigen Taktik - gerade im Zusammenspiel mit der in jeder Partie unterschiedlichen Reihenfolge der aufgedeckten Karten - stellt die Herausforderung des Spiels dar und lässt es über viele Partien immer wieder interessant und spannend werden.

Hinter dem Autorenamen Michael Tummelhofer versteckt sich Bernd Brunnhofer, Spiele-Autor und Inhaber von Hans im Glück.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Fotos
Sankt Petersburg von Reich der Spiele

Spielbewertung

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