Sequence

Mit Glück und Strategie zum Sieg

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 29.09.2010
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Sequence von Winning Moves

2, 3, 4, 6, 8, 9, 10 und 12. Nein, das sind nicht die Lottozahlen, sondern die Anzahl an Mitspielern, mit denen Sequence gespielt werden kann. Bei dieser Art „Vier gewinnt mit Karten“ zeigt ein beeindruckend schlicht gestalteter Plan sämtliche Karten zweier Canasta-Blätter in recht willkürlicher Anordnung. Die Spieler legen reihum eine ihrer Handkarten ab und belegen das entsprechende Feld mit einem Chip in ihrer Farbe. Liegen fünf Chips in einer Reihe auf dem Plan, bilden diese eine „Sequence“; schafft ein Spieler seine zweite, endet das Spiel.

Die ungewöhnliche Spielerzahl ergibt sich aus der Tatsache, dass ab vier Mitstreitern in Teams gearbeitet wird – jeweils zwei oder drei Spieler basteln gemeinsam an ihren Sequencen, ohne sich allerdings absprechen oder über ihre Kartenhand austauschen zu dürfen. Als einziges anderes zusätzliches Extra dienen die Buben, welche zwei unterschiedliche Aktionen erlauben: Einer fungiert als Joker, der andere ermöglicht das Entfernen eines gegnerischen Steines.

Sequence ist ein kleines Phänomen. Kaum einer scheint es zu kennen, nirgendwo wird darüber gesprochen, aber ist es mal nicht auf dem Markt, erzielen einzelne Exemplare Höchstpreise in den verschiedenen Internet-Auktionshäusern. Der Grund hierfür liegt natürlich in der Verbindung einfachster und eingängiger Regeln mit der Möglichkeit des Teamspiels – eine Kombination, die bereits einem Dog zu großem Erfolg verhalf. Dessen durchaus vorhandene Tiefe kann Sequence dabei nicht aufweisen; dazu ist der Glücksfaktor einfach zu hoch, wenn die nachgezogenen Karten über mehrere Runden partout nicht weiterhelfen wollen oder lediglich das gegnerische Team die oftmals entscheidenden Buben bekommt. Und gerade bei sehr großer Spielerzahl gestaltet sich das Verhältnis zwischen lediglich drei Handkarten, dem eigenen Einfluß und der Spieldauer nicht mehr besonders positiv.

Trotzdem ist der Reiz da, immer noch eine Partie anzuhängen, wodurch schnell mal ein halber Abend verfliegen kann. Vor allem die Fraktion der Phase 10- oder Mensch ärgere Dich nicht-Spieler fühlt sich hier angesprochen, während der „Profi“ zwar nicht gefordert, aber eine Zeitlang ansprechend unterhalten wird – auch wenn von der im irreführenden Untertitel erwähnten Strategie nichts zu finden ist. Ein sehr seichtes Vergnügen, gewiss, aber nichtsdestotrotz ein Vergnügen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 12
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
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