Skyline Of The World

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.12.2006
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Skyline Of The World von

Türme bauen, das mögen viele Spieler. Wenn es dazu noch taktisch ist, umso besser. Skyline Of The World klingt zudem nach Silhouette und auch die Schachtel lässt so etwas vermuten. Doch dann kommt zunächst die Enttäuschung. Plastik-Klötze wie aus Spielen der 70-er Jahre. Dazu Spielkarten, die das Wort Karte nicht wert sind. Die sind so dünn, dass sie sich schon beim Angucken verbiegen. Aber das Spiel ... Klasse!

Es geht im Grunde darum, taktisch geschickt, die eigenen Häuserebenen zu setzen, am Ende möglichst viele Penthouses (oberste Stockwerke) zu bauen und die eine oder andere Anordnung auf das Brett zu bringen. Der Rundenablauf ist kinderleicht, dennoch fordert das Spiel einiges an Überlegung und bietet eine Spieltiefe, die man zunächst kaum vermutet. Am Anfang des Zuges gibt es Einkünfte für das höchste Gebäude, je höher, desto mehr. Mit Glück ziert die eigene Farbe auch das oberste Stockwerk angrenzender Gebäude, dann gibt es mehr Geld. Anschließend darf man Ebenen aus den eigenen Vorrat verbauen, wobei das Stockwerk jeweils vorgegeben ist. Eine 6-Millionen-Ebene darf eben nicht ganz nach unten gebaut werden. Das Bauen kostet natürlich viel Geld. Je höher, desto mehr. Geld, dass man sich verdienen muss, indem man zum Beispiel die eigenen Stockwerke überbauen lässt. Denn dann muss der Überbauer die auf der überbauten Ebene aufgedruckte Summe an den Überbauten zahlen. Das will aber gut vorbereitet sein, denn neue passende Ebenen darf man erst nach dem Bauen am Ende des Zuges - wiederum teuer - aus dem allgemeinen Vorrat kaufen.

Aufgabenkarten bringen etwas Zufall ins Spiel, denn wer einfache oder gerade passende Karten zieht, kann sich über leicht verdientes Geld freuen. Die Karten zeigen nämliche Konstellationen, in denen die eigenen Stockwerke als oberste Gebäudeebene auf dem Brett stehen müssen, um Geld zu bekommen. Dieses zum Teil leicht verdiente Geld kann einem abgeschlagenen Spieler helfen, wieder aufzuschließen, während der Führende eher wenig davon profitiert. Das Spiel ist trotz eines anderen ersten Eindrucks durchaus ausgewogen. Eine andere Aufgabenkarte muss erst zum Schluss erfüllt werden und bringt dann wichtige Siegpunkte.

Das Bauen auf eigene Stockwerke ist tabu. Mit neutralen Ebenen kann man aber so manche taktische Feinheit ins Spiel bringen. So lassen sich diese zum Beispiel relativ günstig auf das dritte (eigene) Stockwerk eines Gebäudes bauen und dann gut mit einem eigenen Penthouse abschließen. So ein Penthouse ist wichtig für den Sieg. Und es bedarf einiges an taktischem Geschick, um überhaupt so weit zu kommen. So mancher Spieler hat in unseren Tests nach einer deutlichen Führung zur Hälfte des Spiels noch verloren - mitunter wurde er in Grund und Boden gespielt. Am Ende gewinnt, wer die meisten Siegpunkte aus Penthäusern, Aufgabenkarten und den obersten Stockwerken von besonders markierten Spielfeldern zusammenbekommt. Dieses Ende ist absehbar, kommt aber für die unterlegenen Spieler zu früh, hätten sie doch gerne noch etwas gemacht, wo sie doch so dicht am Sieg waren ... Timing ist eben auch wichtig.

Skyline Of The World ist ein simples und doch interessantes Spiel. Der Mechanismus sorgt dafür, dass sich auch anfangs zurückliegende Spieler wieder in Siegreichweite spielen können. Der Rundenablauf (Bauen vor Kauf) stellt die taktischen Komponenten heraus. Denn jeder Spieler kann die eine Runde im Voraus sehen, welche Ebenen die Mitspieler bauen können. Dieses kleine, aber feine Feature macht das Spiel letztlich zu einem sehr kopflastigen Spiel, ohne dass der "Grübelfaktor" zu groß wäre. Skyline Of The World macht einfach Spaß und dürfte in "echten Freakgruppen" ebenso eine Chance haben, wie am Familienspieltisch oder in einer Runde mit Gelegenheitsspielern. Wären die Karten nicht von mangelhafter Qualität, hätte ich nichts zu meckern. Ein Spiel, das zumindest eine Testpartie wirklich verdient.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
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