Squad Seven

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 31.10.2005
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Squad Seven von Reich der Spiele

Eine Pistole im Spielkarton, auch wenn sie nur mit Betäubungspfeilen geladen wird, wird manches "Pädagogenherz" erst einmal aufschreien lassen. "Ballern unsere Kinder nicht schon genug am Bildschirm herum?" Auch die Aufmachung des Spieles (sehr dunkel und bei oberflächlicher Betrachtung eher kriegerisch) ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Sie deutet auf eine bestimmte Zielgruppe und ersetzt die fehlende Altersangabe. Die Spielregel ist entsprechend auf die Rückseite eines Posters gedruckt - wer das Spiel beherrscht, kann sich das Poster bei Gefallen an die Wand hängen. Wie der Titel schon sagt, bekommt jeder Spieler eine Mannschaft aus sieben Personen (Karten) zugeteilt, mit der er sich mitten in den südamerikanischen Dschungel begibt, um Schätze zu bergen, die beim Absturz eines Frachtflugzeuges verloren gegangen sind. Bevor es jedoch los geht, gilt es noch einige Vorbereitungen zu treffen. Als erstes gilt es einen Spieltisch zu finden, um den man frei herumlaufen kann. Als nächstes werden die beiden Ziele in etwa drei Meter Entfernung von diesem Tisch aufgestellt. Die Betäubungspistole wird geladen und die Abschussstelle festgelegt. Jetzt noch die beiliegende CD in den hoffentlich bereitstehenden CD-Spieler eingelegt und dann zügig losspielen, denn ab jetzt läuft die Zeit. Das Spiel dauert nämlich exakt so lange wie die 1. Spur auf der CD: 16.59 Minuten. Damit ihr nicht völlig unvorbereitet in diese Mission einsteigt, gibt es auf der CD eine Demospur, mit deren Hilfe ihr euch auf eure Aufgabe vorbereiten könnt. Hier könnt ihr euch schon einmal mit den Geräuschen des Dschungels bekannt machen, anhand derer ihr während des Spiels Tag und Nacht unterscheiden müsst. Zu Beginn des Spieles legt jeder sein Team (squad seven), vor sich auf den Tisch. Die Spielkarten werden gleichmäßig verteilt und schon kann die CD starten. Gleichzeitig werden nun Karten aufgedeckt und Schätze gejagt. Doch Vorsicht, nicht jeder Schatz darf zu jeder Zeit gejagt werden und nicht jede aufgedeckte Karte ist eine Schatzkarte. Es gibt Schatzkarten, Lagerkarten und Gefahrenkarten. Bei den Schatzkarten gibt es Schätze, die nur am Tag und Schätze, die nur in der Nacht geborgen werden können, außerdem gibt es Schätze, die von einer Giftschlange bewacht werden. Lagerkarten gibt es mit und ohne Wächter. Wer eine Lagerkarte als erster berührt, darf einen Schatz aus dem Lager eines Mitspielers stehlen, aber Vorsicht, falls das Lager bewacht ist (Lager mit Wächter), verliert er dabei ein Teammitglied. Wer eine der Gefahrenkarten, die sich durch einen orangefarbenen Rand auszeichnen, aufdeckt, muss unter Zeitdruck eine von fünf verschiedenen Aufgaben erfüllen. Bei der Hängebrücke muss man ein Mal um den Tisch laufen und sich wieder hinsetzen, bevor ein Schrei von der CD ertönt. Beim Dinosaurier muss man außerdem noch mit der Betäubungspistole auf den Dinosaurier schießen. Bei der Mumie muss man auf die Mumie schießen (das Herumlaufen kann man sich in diesem Fall ersparen). Bei der Spinne müssen die Karten aus der Tischmitte gemischt und neu verteilt werden. Wer die gestellte Aufgabe nicht rechtzeitig erfüllt, verliert eines seiner Teammitglieder (nach dem Verlust des 7. Mitgliedes ist man natürlich aus dem Spiel). Auf der 5. Sorte von Gefahrenkarten ist ein Schamane abgebildet, der naturgemäß keine wirkliche Gefahr, sondern eher eine Rettung darstellt. Er ist in der Lage ein bereits verlorenes Teammitglied wieder ins Spiel zu bringen, allerdings nur für den Spieler, der ihn zuerst berührt. Sobald der Hubschrauber wieder abhebt, ist das Spiel zu Ende. Gewonnen hat dann der Spieler, der die meisten Schätze aus dem Urwald geschleppt hat. Dabei ist zu beachten, dass jedes Teammitglied nur drei Schätze tragen kann. Wer also zehn Schätze gefunden hat, aber nur noch zwei Teammitglieder besitzt, muss vier Schätze im Urwald zurücklassen. Das Spiel hat in unseren verschiedenen Gruppen viel Spaß gemacht, wobei es für manche Mitspieler nicht einfach war, sich auf Spiel und CD gleichzeitig zu konzentrieren. Auch die Grafik hat einigen Probleme bereitet, da sie doch ein sehr genaues Hinschauen erfordert. Auf der Demospur der CD wären ein paar verbale Erklärungen oder vielleicht sogar eine kleine Geschichte zur Einstimmung nicht schlecht gewesen. Die Idee, die Spielregel auf ein Poster zu drucken, ist sicher ganz witzig, allerdings weist die Spielregel einige Ungenauigkeiten auf. Nirgends steht zum Beispiel für wie viele Spieler das Spiel gedacht ist. Auch die Siegbedingung ist widersprüchlich ausgedrückt. In einem Absatz heißt es "Sieger ist derjenige mit den meisten Schätzen" und im nächsten Absatz heißt es "...bei Gleichstand an Squad-Mitgliedern gewinnt derjenige mit den meisten geborgenen Schätzen". Was ist, wenn nur ein Spieler übrig bleibt und alle anderen vorzeitig ausscheiden? Diese Möglichkeit ist in der Anleitung nicht geregelt. Erwartungsgemäß hat den meisten Spielern die Betäubungspistole besonders gut gefallen, sodass sich ein Zielschießen auf eine selbst gebastelte Zielscheibe direkt an das Spiel angeschlossen hat.

Es gibt zum Spiel eine lohnende Webseite: www.sqd7.com

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
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