Steam
Zu Beginn liegt er da, friedlich und leer, der Spielplan, aber das wird sich im Laufe des nun folgenden Spiels schnell ändern. Denn gnadenlos werden die Spieler das Land mit einem stetig wachsenden Streckennetz ihrer Eisenbahngesellschaft zupflastern und es „zivilisieren“ nennen. Immer darauf aus, Waren, die in den Großstädten schlummern, zu ihrem Bestimmungsort zu transportieren, bevor es jemand anderes tut.
Bei Steam geht es mit Volldampf durch Teile Mitteleuropas oder Nordamerikas, je nach Wahl der Spielplanseite. Die Spieler bauen im Laufe der Spielrunden eigene Streckennetze auf und verbinden somit Städte und Großstädte mit- und untereinander. Ziel ist es, auf dem Spielplan liegende Warensteine per Schiene in eine der Großstädte zu transportieren, in der sie benötigt werden. Der Spieler erhält für einen solchen Transport Geld, für längere zurückgelegte Wege mehr als für kurze. Dabei muss er allerdings beachten, dass er die Reichweite seiner Lokomotive ebenfalls Runde für Runde erweitert, um Waren überhaupt über längere Strecken bewegen zu können.
Die Waren sind knapp bemessen, sodass die Spieler neben Streckenbau, Transport und Lokomotivepimpen, Mitspieler beobachten, Strategien für Folgerunden entwickeln auch noch für Nachschub an Waren sorgen sollten, um ihr inzwischen gewachsenes Transportsystem in den Folgerunden mit weiteren Waren und somit Profit versorgen können. Und Profit ist bitter nötig, denn Geld ist knapp. Die Spieler müssen in jedem Fall ihre ersten Gleise auf Pump kaufen, am Ende jeder Runde ordentlich Zinsen zahlen und sehen am Spielende auch recht alt aus, wenn sie den Schuldenberg bis dahin nicht abtragen konnten. Am lukrativsten ist es natürlich, die Strecken der eigenen Gesellschaft zu nutzen. Wenn es sich jedoch gar nicht vermeiden lässt, darf man auch Teile gegnerischer Strecken befahren, aber diese halten natürlich gierig die Hand auf, um auch etwas vom Erlös zu erhalten.
Rasch entwickelt sich eine Vielzahl an Städteverbindungen der unterschiedlichen Spieler. Da lohnt es sich genau hinzuschauen und zu überlegen, welche Schritte als nächstes unternommen werden sollten, damit man nicht auf dem Abstellgleis landet. Eben noch sicher geglaubte Waren, die über die eigene Strecke transportiert werden sollten, können schnell auf der Eisenbahn des Nachbarn landen, der plötzlich eine Umgehungsstrecke aus dem Boden gestampft hat. Nach einigen Spielrunden, abhängig von der Spielerzahl, gewinnt am Ende der Spieler mit den meisten Punkten, die sich aus Einkommen bzw. Schulden und fertigen Verbindungen zusammensetzen.
Steam ist ein Aufbauspiel für Fans komplexer Spiele, die nicht so schnell den Überblick verlieren. Nicht nur auf dem Spielplan ist Durchblick gefragt, auch das Abarbeiten der Spielerreihenfolge erfordert etwas Aufmerksamkeit. Wer dann das Grundspiel beherrscht, kann sich mit den erweiterten Regeln des Expertenspiels noch steigern.
Der Karton enthält übrigens neben dem ansprechenden Material für Steam selbst in Vorbereitung auf zukünftige Varianten weit mehr Material, als aktuell benötigt wird. Sind wir also gespannt, wann es Neues von der Dampflok gibt.
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Age of Steam
Obwohl diese Überarbeitung hübscher anzusehen ist als das Original "Age of Steam", kommt es spielerisch nicht an den Vorgänger heran. Auch Railroad Tycoon hat schon vergebens versucht Age of Steam für den Mainstream zugänglich zu machen. Manchmal bleibt eben das Original doch das Beste.
Ein tolles Strategispiel
Ein tolles Strategispiel für alle die ein wenig mit Eisenbahn anfangen können und einen Schritt weiter gehen wollen als z.B. Union Pacific oder Zug um Zug, Man sollte sich aber auch keinesfalls vom "großen Namen" abschrecken lassen, Steam macht viel mehr Spaß als mancher bei der Modellreihe "Kredit aufnehmen", "Schienen bauen und bezahlen", "rechnen"... annehmen könnte. Und ich wage zu behaupten, daß mit Steam auch mancher seine Freude haben wird, der sie mit Age of Steam eventuell nicht gehabt hätte.
Ich hab Age of Steam nie gespielt, obwohl es mich aus zwei Gründen immer sehr gereizt hat: Eisenbahn und komplexes Strategiespiel.
Aber das Auge spielt mit: Age of Steam fand ich in der bisherigen Fassung wirklich extrem unschön (die 3. Edition nähert sich dem Design von Steam an).
Das über Railroad Tycoon gelesene hat mich nicht soo begeistert, klingt für meinen Geschmack nach einem schönen aber für meinen Geschmack etwas zu simplen Spiel im Vergleich.
( es gibt ein schönes Video von Dice Tower/Tom Vessel auf englisch bei Youtube, in dem er alle drei Spiele vergleicht)
Deshalb bin ich erst mit Steam in diese Welt eingestiegen und bin bisher sehr sehr zufrieden.
Ich habe viel über Age of Steam gelesen, die wesentlichen Unterschiede sind wohl:
Bei Steam bekommt man direkt zwei (schön gestaltete) Karten, dafür gibt es für Age of Steam viele viele Erweiterungen.
Aber für die Häufigkeit mit der wir Steam spielen reichen die zwei Karten bisher völlig.
Bei Steam sind alle Informationen auf EINEM Brett, bei Age of Steam gibt es noch eine seperate Tafel.
Es gibt eine Basis- und eine Expertenregel.
Dadurch kommt vielen Steam einstiegsfreundlicher und somit weniger komplex vor als Age of Steam.
Aber allen herausforderungssuchenden Strategiespielern sei gesagt: Die Herausforderung ist spannend und muß keinen Vergleich scheuen.
(Spiele selbst sehr gerne "Kohle" oder "Imperial 2030").
Und zu dem einsteigsfreundlicher: Bei Age of Steam gehen Anfänger wohl schon mal bankrott, das ist bei Steam theoretisch auch möglich , kommt aber fast nie vor: Ich persönlich mochte Spiele nie bei denen man zu fünft startet und am Ende eventuell nur noch zu zweit spielt oder zuschaut. Insofern kommt mir das Feintuning bei Steam entgegen, es ist immer noch spannend und keinesfalls einfach aber es bleibt eben im Ideallfall für alle Mitspieler bis zum Ende interessant.
Ich denke jedenfalls, daß Steam im Vergleich zu Age of Steam nicht so "geschliffen" wurde wie Age of Industry im Vergleich zu Kohle/Brass.
Es gibt ein paar marginale Regeländerungen was z.B. die Auktion im Expertenspiel und das Einkommen angeht, die das Spiel insgesamt "gnädiger" werden lassen.
Die wohl gravierendste Regeländerung, an der sich die Expertengeister scheiden in Kürze: Bei Age of Steam gibt es eine Phase "Produktion" bei der Nachschub erwürfelt wird, die Spieler wissen aber theorotisch wo dieser plaziert wird, nur nicht wann. Bei Steam kann ein Spieler entscheiden, daß aus einer sichtbaren Auswahl an Nachschub eine Stadt seiner Wahl befüllt wird. Ob nun das (aus Mitspielersicht) nicht wissen was aber wo (mit Würfel) oder das nicht wissen wo aber was (ohne Würfel) strategischer ist...
Ich wage jetzt einfach mal blasphemisch zu behaupten: Es ist im Grunde das selbe Spiel, aber bei Steam hat man bessere Chancen potentielle Mitspieler zu begeistern ,weil es mehr Spaß (die Variante mit Freude, nicht die reine mit Rechnen und Hirnleistung...) macht.
Mir jedenfalls gefällt es so wie es ist sehr gut und es schafft es in meine persönliche Lieblingsstrategiespiele-Top 10.