Strozzi

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 08.08.2009
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Strozzi von Reich der Spiele

Italien im 15. Jahrhundert. Die Hoch-Zeit (nicht Hochzeit) der italienischen Handelshäuser wie Medici und Strozzi. Aber nicht nur der Handel blüht, auch Künste und Wissenschaften werden gefördert. Die Spieler übernehmen  jeder eines dieser Handelshäuser und versuchen, durch Handel und Unterstützung der großen Köpfe jener Zeit zu Ruhm und Ehre, das heißt, vielen Siegpunkten zu kommen.

Das Spiel geht über drei Durchgänge, die jeweils von einer Wertung gefolgt werden; weitere Punkte gibt es in einer Schlusswertung. Ein Spielzug verläuft folgendermaßen: Wer an der Reihe ist, deckt eine Schiffskarte auf. Diese zeigt ein Schiff einer bestimmten Stärke und (meist) einige Waren sowie die Möglichkeit etwas für die Kultur zu tun.

Der Spieler muss sich nun entscheiden, ob er Interesse an dem Schiff hat. Wenn nicht, geht das Recht, das Schiff zu nehmen, an den nächsten Spieler über und wird gegebenenfalls immer weiter gegeben. Wenn er es aber haben möchte, spielt er als Zeichen ein Anspruchsplättchen aus. Ein Piratenplättchen bringt ihm das Schiff sofort; „+1“- oder Waren-Plättchen können noch von anderen Spielern mit Piratenplättchen überboten werden.

Wer das Schiff bekommt, ordnet es seiner Stärke entsprechend in einen der drei Häfen ein. Für Waren, die er in diesem Hafen verkaufen kann, darf er seinen Zählstein dort nach oben ziehen. Wenn die Karte Schriftrollen zeigt, geht es auch noch in Florenz, dem damaligen Zentrum der Künste und Wissenschaften nach oben. Schließlich kann die Schiffskarte auch noch des Symbol eine Mäzen-Plättchens zeigen, dann darf man sich ein von immer drei offen liegenden aussuchen. Diese bringen Fortschritt bei den Zählsteinen in Häfen und/oder Punkte in der Schlusswertung.

Sobald jeder Spieler drei Schiffe hat (in jedem Hafen darf man eins plazieren) endet der Durchgang, und es gibt für die jeweils stärksten Schiffe und bestplazierten Zählsteine in jedem Hafen sowie in Florenz Siegpunkte. Wer hohe Stufen mit den Zählsteien erreicht hat, kann sich noch über einige Bonuspunkte freuen. Dann werden die Anspruchsplättchen zurückgegeben, neue Schiffe gezogen und es geht in die nächste Runde.

Ganz am Ende gibt es dann noch Punkte für die gesammelten Mäzenplättchen. Da hier die doppelten Punktzahlen der bisherigen Wertungen vergeben werden, kann es an dieser Stelle noch zu deutlichem Verschiebungen der Punkteguthaben kommen. Es gewinnt der Spiele mit den meisten Punkten.

Strozzi ist ein von den Spielen, die ganz schnell erklärt und ebenso schnell verstanden sind, ohne banal zu sein. Sicher, wann welche Schiff ins Spiel kommen ist Zufall, aber hilflos ausgeliefert ist man ihm nie. So hat man zum Beispiel die Möglichkeit, ein mittelmäßiges Schiff abzulehnen, in der Hoffnung, etwas Besseres zu bekommen – oder sollte man mit dem Spatz in der Hand zufrieden sein? Ein gewisses Zockerelement ist also vorhanden. Deshalb kann jemand, der aus dem Bauch heraus spielt, genauso zum Erfolg kommen wie einer, der der scharf kalkuliert.

So ist ein Strozzi ein Spiel, das sowohl als Familienspiel taugt, wie auch als lockere Spiel in einer Runde mt Vielspielern. Einziges Manko ist vielleicht, dass man manchmal eine Weile warten muss, wenn man alle Anspruchsplättchen schon ausgegeben hat, die anderen aber noch weiterspielen. Aber das ist nur ein kleien Minus. Insgesamt gilt ohne Frage: Daumen hoch für Strozzi!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
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