Sumeria

eine Spielerezension von admin - 09.08.2009
  Spiel bewerten Spiel kaufen kommentieren
Sumeria von Reiver Games

Sumeria - ein Thema wie gemacht für das Spielerherz. Wenn ein Autor aber ein so "großes" Thema in eine kleine Schachtel steckt, muss häufig unweigerlich etwas von den Erwartungen auf der Strecke bleiben. Und so ist es bei Sumeria ebenfalls.

Die Spieler versuchen, durch geschicktes Platzieren von Händlerfiguren in Stadtstaaten an Einfluss zu gewinnen und in den Wertungen vorne zu liegen. Das wiederum bringt wirtschaftliches, militärisches, politisches und religiöses Ansehen in Form von Plättchen. Je mehr dabei von einer Sorte erzielt werden, desto wertvoller sind diese für die Schlusswertung, bei der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Der Ablauf ist schnell erklärt und flott aufs Brett gesetzt. Nach der Startaufstellung geht über sechs Runden, in der die Spieler reihum je dreimal am Zug sind. Wer an der Reihe ist, darf dann eine der folgenden Aktionen ausführen: einen eigenen Händler auf ein freies (Weg-) Feld setzen, einen eigenen Händler zum nächsten freien Feld bewegen oder einen eigenen Händler vom Brett zurück in den Vorrat nehmen.

Es gibt acht Stadtstaaten mit Städten, Kleinstädten und Dörfern. Zu Beginn des Spiels liegen diese acht Staaten in einer zufälligen Reihenfolge aus, die das derzeitige Ansehen bestimmt. Jedes Mal, wenn ein Spieler eine Aktion ausführt, kann sich diese Reihenfolge ändern. Wird ein Händler in das Gebiet eines Stadtstaates bewegt oder hineingesetzt, gewinnt dieser eine Position, wird ein Händler vom Brett genommen, verliert dieser Stadtstaat eine Position. Das heißt die ausliegende Kartenreihenfolge wird entsprechend geändert.

An den Rundenenden wird nun geprüft, wer in den ersten drei Stadtstaaten die Mehrheit an Händlern hat, Gleichstand wird in Abhängigkeit der besetzten Felder hat (eine Stadt ist zum Beispiel wertvoller als ein Dorf) aufgelöst. Der Spieler mit dem größten Einfluss gewinnt dabei jeweils ausliegende Einflussmarker, der Zweitplatzierte in den ersten beiden Stadtstaaten etwas weniger. Anschließend wandern die drei ersten Stadtstaaten ans Ende der Reihe. Am Ende der sechsten Runde  werden die Plättchen in Siegpunkte umgesetzt, wobei es grundsätzlich besser ist, von einer Sorte viele Plättchen zu haben, als von allen wenige.

Der Ablauf klingt zunächst nach einem reizvollen Taktikspiel. Doch schnell macht sich Ernüchterung breit. Natürlich kann man durch geschicktes Versetzen der eigenen Händlersteine einzelne Stadtstaaten gezielt nach vorne oder hinten zu bringen und so die Vergabe der Einflussplättchen mitzubestimmen. Das Problem ist nur, dass man mit drei Aktionen pro Runde nicht allzu weit kommt und die Mitspieler die Veränderung durch eigene Aktionen schnell wieder revidieren können. So ist der Mechanismus zwar interessant, aber in der praktischen Ausführung weit weniger spannend als gehofft. Außerdem können Koalitionen von zwei Spielern den oder die anderen schnell von der Punktevergabe ausschließen. 

Leider kann Sumeria die Erwartungen an ein kurzes und leichtes Spiel nicht erfüllen. Es macht Spaß, die Positionen der Stadtstaaten durcheinanderzubringen, aber die taktischen Möglichkeiten, die für ein Mehrheitsspiel fast schon zwingend notwendig sind, sind in der Praxis leider zu begrenzt. Zudem dauert das Spiel mit einer knappen Stunde einfach etwas zu lang. In der Zeit lassen sich ähnlich leichte Spiele mit mehr Tiefgang fast zweimal spielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Fotos
Sumeria - Schachtel von Reiver Games
Sumeria - Inhalt von Reiver Games
Mehr zum Spiel
Brettspiele-Newsletter von Reich der Spiele abonnieren