Targi

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 02.07.2012
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Targi von Kosmos

Targi bzw. in der Mehrzahl der deutlich bekanntere Begriff Tuareg, benennt jeweils einen Berberstamm- bzw. das Berbervolk im Norden Afrikas. Diese nomadischen Viehzüchter leben vorwiegend in der Sahelzone und der Wüste Sahara und betreiben neben der Viehzucht auch den Karawanenhandel vorwiegend mit Salz und Datteln.

Bei Targi agieren die Spieler als Anführer eines Wüstenstammes und versuchen durch geschicktes Taktieren, ihren Stamm zu vergrößern und ihn durch die Nutzung bestimmter Vorteile mächtiger als den Stamm des Konkurrenten werden zu lassen.

Als Erstes wird aus 16 vorgeschriebenen und dankenswerterweise fortlaufend nummerierten (Rand)-Karten ein Rahmen für das Spielfeld gebildet. Dabei kann wahlweise die beschriftete Vorder- oder die mit den entsprechenden Symbolen versehene Rückseite gezeigt werden. Die Randkarten liegen permanent und unveränderbar bis zum Spielende aus und bieten einen Mix aus Warenkarten (Salz, Pfeffer oder Datteln) und besonderen Aktionskarten. In dem freibleibenden 3 x 3 Karten großem Feld werden zu Beginn des Spiels fünf Warenkarten und vier Stammeskarten ausgelegt. Während des Spiels versorgen die Warenkarten die Spieler mit entsprechendem Nachschub, die Stammeskarten hingegen wandern in die jeweiligen Spielerauslagen, generieren dort aber grundsätzlich Siegpunkte, dauerhafte Boni während oder zusätzliche Siegpunkte am Ende des Spiels. Allerdings müssen die Stammeskarten mit Waren und teilweise auch mit Gold bezahlt werden bevor sie in die 3 x 4 Kartenfelder umfassende persönliche Spielerauslage wandern können.

Grundmotor des Spiels Targi ist ein pfiffiger Worker-Placement-Mechanismus, denn jeder der beiden Spieler hat drei Targi-Figuren zur Verfügung, welche abwechselnd auf den Randfeldern eingesetzt werden. Dafür gibt es recht einfache Setzregeln. Felder dürfen nur einmal besetzt werden, es dürfen sich nicht zwei rivalisierende Targi-Figuren gegenüber stehen und das Feld, auf welchem der Räuber steht, darf ebenfalls nicht besetzt werden. Der Räuber wird zu Beginn des Spiels auf dem Feld Nummer 1 eingesetzt und zieht am Anfang einer jeden Runde um ein Feld weiter. Sein Passieren eines Eckefeldes löst immer einen Überfall auf beide Targi-Lager aus. Dort raubt er Waren oder Siegpunkte. Das eigentliche Ziel der Spieler ist es aber, neben der Nutzung der Eigenschaften der Randfelder, auf zwei interessanten Karten im eigentlichen Spiel-Bereich Kreuzungsmarker zu platzieren, um die entsprechenden Karten nutzen zu können. Kreuzungsmarker können dann platziert werden, wenn sich die gedanklichen gezogenen Linien, die von eigenen Targi-Figuren ausgehen, kreuzen. Im günstigsten Fall sind das bei drei eingesetzten Figuren zwei Punkte. Im ungünstigsten Fall, wenn sich alle drei Figuren auf einer Seite befinden oder gegenüberstehen, gibt es gar keinen Punkt. Sind die Figuren und Kreuzungspunkte gesetzt, werden die Ereignisse zuerst durch den Startspieler, anschließend durch seinen Konkurrenten abgearbeitet. In welcher Reihenfolge die Karten allerdings genutzt werden, bleibt jedem Spieler selbst überlassen. So können sich bei geschickter Auswahl durchaus clevere Kombinationszüge ergeben. Genutzte Warenkarten werden abgelegt und durch eine verdeckt gelegte Stammeskarte ersetzt. Stammeskarten hingegen können sofort bezahlt und in die eigene Spielerauslage gelegt werden. Alternativ kann auch genau eine Stammeskarte auf die Hand genommen und später in einer separaten Aktion in die eigene Auslage gespielt werden. An die Stelle der genutzten Stammkarte wird eine verdeckte Materialkarte gelegt.

Hat einer der beiden Spieler schlussendlich alle 12 Felder seiner Auslage mit Stammeskarten belegt, ist Targi beendet. Ein anderes Kriterium für das Spielende ist, dass der Räuber einmal komplett um das Spielfeld herum gezogen wurde und seinen vierten Überfall verübt hat. Anschließend werden die Siegpunkte gezählt, die jeder Spieler direkt und über ausliegende Stammeskaten angesammelt hat. Zusätzlich ergeben bestimmte Kombinationen der Stammeskarten in den Auslagereihen noch Boni. Durchdachtes Auslegen wird in diesem Spiel also ebenfalls honoriert. 

Mit Targi hat Kosmos wieder einen richtigen Knaller in seinem 2-Personen-Spiel-Portfolio. Mit wenig Spielmaterial wird den Spielern ein optimales Spielerlebnis geboten. Die Regel ist kurz und prägnant, sodass die Spieler keine lange Anlaufzeit benötigen. Jede Positionierung der eigenen Targi-Figuren will wohlüberlegt sein, will man doch nicht nur das Optimum für sich selbst erzielen sondern dem Gegenspieler auch möglichst das Leben schwer machen. Eine kleine Prise Glück rundet das überaus ansprechende und in jedem Fall empfehlenswerte Spiel ab – ein absoluter Kauftip!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
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