Thurn und Taxis: Alle Wege führen nach Rom

eine Spielerezension von Axel Bungart - 04.08.2008
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Thurn und Taxis: Alle Wege führen nach Rom von Reich der Spiele

Die zweite Erweiterung zu Thurn und Taxis beinhaltet zwei zusätzliche Elemente, die wahlweise zusammen oder einzeln mit dem Grundspiel kombiniert werden können. Zum einen sind da die Kutschen, mit denen fünf verschiedene Geistliche nach Rom gebracht werden sollen („Die Audienz"). Auf einer zusätzlichen, schmalen Karte, die neben dem Hauptspielbrett angelegt wird, führen verschiedene Wege zum symbolisch dargestellten Petersplatz. Jedes Mal, wenn ein Spieler beim Abschluss seiner Strecke in eine oder mehrere Städte keine Poststation setzen konnte, darf er Kutschen ziehen. Dabei ist jede Kutsche einem Land auf der Hauptkarte zugeordnet (je eine Kutsche für Baiern, Württemberg usw.). Zu Beginn des Spiels haben die Spieler ihre Geistlichen auf die fünf Kutschen gleichmäßig geheim verteilt. Die Geistlichen haben unterschiedliche Werte, und somit versucht jeder, seinen „wertvollsten" Geistlichen beziehungsweise die Kutsche, in der er sitzt, nach Rom zu bringen. Allerdings sollte dies nicht zu früh geschehen, denn die nachträglich eintreffenden Geistlichen verdrängen unter Umständen die bereits angekommenen, und am Schluss zählen nur die zuletzt angekommenen Geistlichen für die Punktewertung.

Das zweite Element der Erweiterung sind die Amtspersonen, welche nun in Plättchenform Gestalt annehmen („In Amt und Würden"). Jedes Mal, wenn eine Amtsperson zu Hilfe genommen wird, nimmt man sich das entsprechende Plättchen. Sobald einer der Plättchenstapel leer ist, müssen alle Spieler ein bis vier verschiedene ihrer gesammelten Plättchen abgeben und erhalten dafür eine Städtekarte, einen Siegpunkt oder dürfen außer der Reihe ein Haus bauen.

Die Fahrt mit den Kutschen läuft zu Beginn des Spiels recht träge an, da man meistens Stationen setzen kann. Später nehmen die Kutschen Fahrt auf, wobei allerdings der Schwerpunkt der Aktion immer noch auf die gewünschte Verteilung der Stationen gelegt werden dürfte und somit der Zug der Kutschen eher zufällig erfolgt. Erst, wenn mindestens eine Kutsche Rom erreicht hat, wird der Zug der verbleibenden Kutschen ein wenig steuerbarer, denn man darf dann den auf die bereits in Rom angekommene Kutsche entfallenden Zug für eine andere nutzen.

Wesentlich besser fügt sich da die Funktion der Amtspersonen ein. Das Sammeln beziehungsweise die Abgabe der Plättchen kann zumindest kurzfristig in die Planung der Strecken einbezogen werden und ist somit ein taktisches Element. Die Gegner sollten genauer beobachtet werden, da besonders eine zusätzlich und außer der Reihe gestellte Station den Spielverlauf gerade zum Ende hin nicht unerheblich beeinflussen kann.

Erfreulicherweise wird der Spielverlauf durch beide Erweiterungselemente nicht bedeutend verlängert (wenn man davon absieht, dass das Spiel durch die Abgabe der Plättchen kurz unterbrochen wird). Das Spiel bleibt also weiterhin einfache Unterhaltung. Alle Wege führen nach Rom ist daher denen zu empfehlen, die Thurn und Taxis gerne spielen. Wer sich an der eingeschränkt steuerbaren Kutschfahrt nicht stört, wird auch daran Spaß finden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
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