Tobago

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 23.05.2010
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Tobago von Reich der Spiele

Tobago! Eine traumhafte, tropische Insel der kleinen Antillen mitten in der Karibik. Hier sollen sie also liegen, die in Vergessenheit geratenen Schätze. Lange Zeit haben Schatzsucher gebraucht, bevor sie einen Fuß auf dieses Eiland setzen konnten. Undurchdringlich scheinenden Dschungel gibt es hier, hohe Berge, tiefe Flüsse, lange Sandstrände und immer wieder diese mysteriösen und unheimlichen Steinskulpturen. Ob das wohl die Wächter der Schätze sind?

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Schatzsuchern, welche auf einem Ihnen unbekannten Eiland versuchen, durch die Entschlüsselung geborgener Schatzkartenfragmente, den Fundort von Schätzen zu bestimmen und diese dann ans Tageslicht zu bringen. Doch wie immer steht vor dem Spiel erst einmal der leidige Aufbau des Spielplans. Moment mal, schrieb ich gerade „leidig“? Das trifft auf Tobago in keiner Weise zu, denn es macht schon allein Freude die Vorbereitungen für das Spiel zu treffen. Der Spielplan wird aus drei identischen Planteilen zusammen „gepuzzelt“. Diese sind zweiseitig unterschiedlich bedruckt. Es gibt also eine ganze Menge Möglichkeiten, die Insel zu gestalten. Danach wird das Eiland durch das Platzieren von Hütten, Palmen und geheimnisvolle Statuen mit Leben erfüllt. Diese Platzierungen erfolgen nach bestimmten Rahmenbedingungen. Die „Insel-Einrichtungsgegenstände“ sind nicht etwa ,wie allgemein üblich, Pappcounter, sondern schön gestaltete Miniaturen. Insbesondere die Statuen sind eine wahre Augenweide! Nun noch das restliche Spielmaterial verteilt, und schon kann es losgehen.

Die Spieler sind mit ihren Jeeps auf der in sechseckige Landschaftsfelder aufgeteilten Insel unterwegs, immer auf der Suche nach Hinweisen auf die vielen Schätze, welche hier versteckt sein sollen. Natürlich ist auch jeder Spieler bemüht, als erster einen Schatz zu heben, wenn dessen Fundort endgültig feststeht. Es wird immer nach maximal vier Schätzen gleichzeitig geforscht. Um die Schätze genau lokalisieren zu können, werden Hinweise gesammelt, welche den möglichen Fundort genauer bestimmen. Zu diesem Zweck werden diese Hinweise in so genannten Schatzpfaden gesammelt, wobei jeder Spieler den von ihm beigesteuerten Hinweis als ihm zugehörig markiert. Mittels unterschiedlich farbiger Holzwürfel werden die möglichen Fundorte der einzelnen Schätze auf dem Spielplan markiert. Durch jeden zusätzlichen Hinweis müssen solange Spielplanfelder ausgeschlossen werden, bis der Fundort genau lokalisiert werden kann. Erst dann darf der Schatz gehoben werden. Dieses geschieht, sobald ein Spieler das entsprechende Feld mit seinem Jeep erreicht.

Anschließend wird der Schatz verteilt. Dazu werden in einer vorgegebenen Reihenfolge Goldkarten gezogen und an diejenigen Spieler verteilt, welche mit ihren Hinweisen zum Fund des Schatzes beigetragen haben. Aber Vorsicht, einige der Schätze sind verflucht und bringen somit kein Gold in die Kasse sondern nur jede Menge Ärger.

Jedes Mal, wenn ein Schatz gefunden wurde, erscheinen auf der Insel Amulette. Die entsprechenden Fundstellen werden durch die Statuen vorgegeben. Analog den Schätzen können die Amulette eingesammelt werden. Durch die Kraft dieser Amulette sind jede Menge zusätzlicher Aktionen möglich, sie schützen ihren Träger zum Beispiel auch gegen die Macht verfluchter Schätze. In seinem Zug kann ein Spieler also entweder mit seinem Jeep auf der Insel herum fahren und dabei eventuell Schätze oder Amulette bergen oder er beteiligt sich an der Suche nach den Schätzen, indem er einen Hinweis beisteuert und danach wieder erneut eine Hinweiskarte nachzieht.

Tobago vermischt erfolgreich verschiedene Spielelemente zu einem funktionierenden Ganzen. Da gibt es die gemeinsame Schatzsuche durch Reduktion, die Zockerei bei der Verteilung der Schätze und ständig auch die Abwägung, ob man nun lieber mit dem Jeep über die Insel in Richtung des nächsten Schatzes prescht oder sich doch lieber an der Suche nach denselben beteiligt, um in jedem Fall ein ordentliches Stückchen vom gefundenen Gold ab zubekommen. Das Material und die Grafik habe ich ja Eingangs schon gelobt. Nur wenige andere Spiele bauen so schnell eine ähnlich dichte Spielatmosphäre auf. Extraklasse! Die Spielregel ist ausreichend illustriert, kurz geschrieben und schnell verständlich.

Durch die geringe Einstiegshürde, das atmosphärische Spielerlebnis und die funktionierenden Spielelemente ist Tobago wie geschaffen für Familien und Wenigspieler. Aber auch Vielspieler werden genügend Anreize finden, um immer mal wieder eine Partie Tobago auf den Spiel-Tisch zu bringen. Für mich ein Anwärter auf den Titel „Spiel des Jahres“ und nicht nur deswegen auch eine klare Kaufempfehlung!

 

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Fotos
Tobago von Zoch Verlag
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