Tom Tube

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Tom Tube von Reich der Spiele

Der Weltraum ... Ein mutiges und dennoch immer wieder spannendes Spielthema. Eigentlich ist dieses aber nur nebensächlich, denn unter dem Raumanzug versteckt sich ein relativ abstraktes Wegebausystem. Und das hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Denn durch die Röhrenwege müssen die Astronauten leicht und schwerelos nur von ihrer Basis über Raumkugeln zu Solarstationen schweben, um dort Solar-Steine einzusammeln und zur Basis zurückzubringen. Schließlich muss die Raumstation fertig werden.So weit die Theorie. In der Praxis gestaltet sich das Unternehmen Weltraum etwas kniffeliger. Die beiden Raumfahrer Tom Tube und Drifting Dave arbeiten offiziell zusammen an der Station. Aber jeder will als erster zurück nach Hause (und damit das Spiel gewinnen).

Die beiden Gegenüber legen abwechselnd Rautenplättchen aus, mit denen Sie ein Röhrensystem in den Weltraum hineinbauen. Mit dem Ziel, ihre Basen möglichst rasch mit den Solarstationen zu verbinden. Leider zeigen die Rauten meistens auch Röhren der gegnerischen Spielfarbe oder neutrale Röhrenabschnitte. Die Rauten wollen also wohl kalkuliert gelegt werden. Denn jeder der beiden Astronauten darf grundsätzlich nur die neutralen oder die Röhren in seiner eigenen Spielfarben benutzen.

Statt zu legen, darf man auch den Raumfahrer bewegen. Dieser darf immer nur so weit schweben, bis er nicht mehr geradeaus (der Röhre folgend) durch eine Raumkugel kommt. Das kann mal sehr weit sein, mal nur ein kurzes Wegstück. Unterwegs gibt es Energiesteine, die Raumsprünge ermöglichen, Kontrollsteine, die das Passieren gegnerischer Röhrenabschnitte erlauben, und Aliensteine, die man in Kontroll- und Energiesteine tauschen kann, aber auch nur mit Raumsprüngen zu erreichen sind. Unverbrauchte Steine zählen am Ende als Punkte. Letztlich sind alle Steine aber nur Mittel zum Zweck: Schnell vorankommen, um die Solar-Steine zur Basis zu bringen. Punkte gibt es auch für eingesammelte Solar-Steine und für jeden Zug, den der erste Astronaut vor seinem Mitstreiter das Spiel beenden kann. Die Punktevergabe ermöglicht es, dass der Sieger durchaus als Zweiter nach Hause kommen kann.

Ein wirklich schönes Erstlingswerk der beiden Autoren. Die Aufmachung und Anleitung ist sehr gelungen, der Mechanismus wirkt ausgeklügelt und das gesamte Spiel gelungen. Unverbraucht ist die Idee, Rauten als Plättchen zu benutzen. Diese Form eignet sich ganz hervorragend für den Spielaufbau und bringt der Wegeplanung das gewisse Etwas.

Das Spiel selbst ist schnell gelernt. Länger dauert es, vernünftige Wege zu planen und die Astronauten sinnvoll zu bewegen. Ein forderndes Spiel, das einiges an Konzentration verlangt, und selbst gestandenen Spielern etwas Neues bieten kann. Tom Tube ist ein exzellentes Zweierspiel, das trotz schnellem Einstiegs auch nach dem ersten Spiel immer wieder neue taktische Finesse offenbart.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
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