Toni Tümpel

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 30.06.2007
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Toni Tümpel von Reich der Spiele

Toni Tümpel, der namensgebende Protagonist, und seine Bande von Jungfröschen machen die Seen der Umgebung unsicher und hüpfen in rasantem Froschtempo von Seerosenblatt zu Seerosenblatt.Diesmal haben sie es auf die Sonnenbrille des berühmten Teichtenors Freddy Frosch abgesehen, der die Frösche, und nicht nur die, mit seinem einzigartigen Gesang betört hatte. Deshalb wurde ihm auch auf dem größten und schönsten Seerosenblatt ein Denkmal gesetzt. Seine originale Sonnenbrille, das Markenzeichen von Freddy Frosch, kann von Jung und Alt dort bestaunt werden. Genau diese Sonnenbrille wollen Toni Tümpel und seine Kumpels vom Denkmal stibitzen und selbst ausprobieren. Das allerdings sorgt für reichlich Entrüstung und Aufregung bei den alteingesessenen Kröten, die mit wachsamen Stielaugen das muntere Treiben beobachten.

Das Spiel selbst ist in einer großen, stabilen und ansprechend gestalteten Schachtel verpackt. Es gibt keinen Spielplan, sondern lediglich aus stabiler Pappe gestaltete Seerosenblätter sowie neun zweifarbig bemalter Kröten aus Holz mit beweglichen hölzernen Spielsteinaugen, zwei Farbwürfel, sowie die Mitglieder der Toni Tümpel Bande und natürlich die begehrte Sonnenbrille als Spielfiguren.Die Spielregel ist mit vier farbig illustrierten A4 Seiten erfreulich kurz und verständlich.Das Spiel sieht zwei Regelvarianten vor, die für Kinder ab vier und ab fünf Jahren ausgelegt sind.

Die einfachere Spielvariante sieht das Auslegen der Seerosenblätter in einer Reihe vor. Die zweifarbig bemalten Kröten erhalten je ein weißes und ein farbig bedrucktes Stielauge. Die Farben des Würfelwurfes bestimmt die Kröte, von der man sich ein Auge ansehen darf.Hat sich der Spieler gemerkt, welches das weiße Auge ist, kann er seine Spielfigur um ein Seerosenblatt vorwärts bewegen.

Die schwierigere Variante sieht eine kreisförmige Anordnung der Seerosenblätter inklusive des Denkmalblattes vor. Die Kröten werden zwischen den Seerosenblättern postiert. Hat ein Spieler die Sonnenbrille vom Denkmal stibitzt, wird in altbekannter Weise die nächsthockende Kröte befragt. Weiß sie, wo das weiße Auge steckt, kann er die Kröte überspringen und weiterhopsen. Zieht sie das farbige Auge, tauscht die Kröte mit der Kröte, deren Farben auf dem Auge abgebildet waren, die Plätze und der nächste Spieler ist an der Reihe. Wird der führende Frosch mit der Sonnenbrille überholt, muss er zur Strafe die Sonnebrille an den schnelleren Frosch abgeben. Der Frosch, der die Sonnenbrille nach einer kompletten Runde als erster wieder am Denkmal ablegen kann, ist Sieger.

Beide Varianten spielen sich kurzweilig und es gibt viele Lacher.Leider gibt es aber auch Kritikpunkte. Die Krötenfiguren sind zwar haptisch und spieltechnisch sehr schön gelungen, jedoch ist die zweifarbige Lackierung der Kröten, zumindest im Rezensionsexemplar, nicht immer deckend, was zu unterschiedlichen Helligkeiten und damit zur schlechteren Erkennbarkeit der Farben führt. Weiterhin ergeben sich durch die große Anzahl der Kröten und die damit verbundene große Anzahl an unterschiedlichen Farben teilweise sehr ungünstige und Augen unfreundliche Farbkombinationen. Es dauert also schon eine Weile bis die Kinder die richtige Kröte gefunden haben. Ein Spiel am Abend bei gedimmter Beleuchtung oder gar Kerzenschein ist darum nicht angeraten.

Der zweite Kritikpunkt wird beim Spielen sichtbar. Da die Kinder nicht nur auf die Krötenfarben, sondern auch auf die Position der Spielsteinaugen achten müssen, ist zumindest bei der schwierigeren Spielvariante unbedingt darauf zu achten, dass der Blick der versetzten Kröten, auch bei kreisförmiger Aufstellung, immer in Sprungrichtung geht. Das Spielsteinauge auf der Kreisinnenseite bleibt also auf der Kreisinnenseite. Somit müssen sich die Kinder eine Vielzahl von Faktoren merken, die weit über ein normales Memory hinausgehenden. Das kann recht schnell zu Frust und Unlust führen, wenn nicht sanft gegengesteuert wird.

Das Spiel ist zweifellos sehr schön und altersgerecht gestaltet. Das Spielmaterial ist funktional und sehr haltbar, was ein unbedingtes Muss für jedes Spiel mit Zielgruppe in dieser Altersstufe ist. Durch die beiden enthaltenen Spielvarianten vergrößert sich der angesprochene Alterskreis allerdings nur minimal. Das Spiel selbst stellt schon recht große Anforderungen an Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit der Kinder. Durch die angesprochenen Kritikpunkte wird es den Kindern leider noch ein wenig schwerer gemacht, die richtigen Spielsteine zu finden. Hier sollten die Altersangaben nicht blind übernommen werden.

Das Spiel lässt sich mit vier Spielern am besten spielen. Der Hersteller hat eine Spielzeit von 15 Minuten angegeben, diese kann sich jedoch leicht verdoppeln.Insgesamt aber ein schönes, kurzweiliges Spiel, das die Merkfähigkeit trainiert, jedoch einige kleine Macken und einem damit verbundenen höheren Glücksfaktor als nötig hat.Fans von Toni Tümpel können unbesehen zugreifen, alle anderen sollten zumindest Probe spielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
4
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
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