TransAmerica

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.07.2002
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TransAmerica - Foto von Reich der Spiele

Schienen müssen bei TransAmerica von Franz-Benno Delonge (Winning Moves) gebaut werden! Von West nach Ost, von Nord nach Süd, quer über den Kontinent müssen Städte miteinander durch ein Schienennetz verbunden werden. Wer es als Erster schafft, fünf Städte aus fünf verschiedenen Regionen durch Schienen miteinander zu verbinden, gewinnt die Runde. Eigentlich eine ganz einfache Angelegenheit.

So wird TransAmerica gespielt

Doch ganz so einfach ist TransAmerica dann natürlich auch wieder nicht. Die USA, auf deren Karte gebaut wird, sind in fünf Regionen aufgeteilt: Ostküste, Westküste, Süden, Norden und Mitte. Aus jeder der Regionen erhalten alle Spieler jeweils verdeckt eine Karte, auf der eine der dort angesiedelten Städte abgebildet ist. Diese fünf Städte müssen nun an ein Schienennetz angeschlossen werden. Da jeder Spieler fünf verschiedene Städte miteinander verbinden muss und alle Spieler in allen Kartenregionen eine Zielstadt haben, entwickelt sich bald ein munteres Schienenbautreiben.

In der ersten Runde setzt man ein Markierungsstein auf ein beliebiges Feld auf den Plan. In den folgenden Runden dürfen immer zwei Gleisteile gelegt werden. Ausnahmen sind hier Streckenabschnitte, die über Berge oder Flüsse verlaufen: Dort sind pro Abschnitt zwei Schienen abgebildet, also benötigt man einen vollen Zug, um dort zu bauen (man kann also in der Runde dann nur ein Gleisteil verbauen). Alle gebauten eigenen Gleisteile müssen mit dem Markierungsstein verbunden bleiben. Man darf folglich nur das eigene Schienennetz ausbauen. Im Spielverlauf kommt es relativ schnell zu Zusammenschlüssen von Schienennetzen mehrerer Spieler. Dann darf man auch an den angeschlossenen Schienennetzen bauen.

Der Gleiszusammenschluss ist bei diesem Eisenbahnspiel häufig mit einer Abkürzung verbunden. Indem man sich an ein bestehendes Streckennetz mehr oder weniger anhängt, spart man Weg und Gleise und kommt seinen weiteren Zielstädten näher. Das trifft allerdings auch auf die anderen Spieler zu. Deshalb ist es ratsam, nur die Städte anzuschließen, die man wirklich ansteuern muss, sonst kann es schnell passieren, dass man die Städte der Mitspieler mit dem gemeinsamen Streckennetz verbindet.

Wenn ein Spieler seine fünf Städte miteinander verbunden hat, ist die Runde beendet und es kommt zu einer Wertung. Nun werden die Gleisteile gezählt, die den anderen Spielern noch zur Erfüllung ihrer Aufgabe fehlen. Diese ermittelte Zahl ist zugleich die Anzahl der Felder, die ihre Lokomotive auf der Wertungsskala voranrücken muss. Durchfährt die Lok dabei eine nach zwölf Feldern aufgebaute Schranke, ist das Spiel beendet. Anderenfalls wird eine weitere Runde gespielt. Um das Spiel abzukürzen, wird die Schranke nach der zweiten Runde bis auf zwei Felder an die vorderste (also letztplatzierte) Lokomotive herangerückt. Dadurch bleibt die Spiellänge wohltuend überschaubar.

Wie gut ist das Legespiel TransAmerica?

Ein Kritikpunkt am Spiel ist der Streckenbau. Man baut mehr oder weniger neben sich her, taktische Möglichkeiten gibt es kaum, denn dort, wo Streckenteile liegen, können die am Netz beteiligten Spieler problemlos weiter bauen. Es besteht keine Möglichkeit, den Streckenbau eines Spielers zu blockieren. Hier liegt vielleicht die einzige Schwäche des Spiels: Es ist zwar einfach, aber man hat kaum Einfluss auf die Mitspieler. Damit wird es für einige Spieler zu einem Spiel, das zu einfach, zu wenig komplex ist. Doch gerade diese "leichte Kost" ist es, das Trans America zu einem hervorragenden Gesellschaftsspiel für Familien und Menschen macht, die ohne großes Regelstudium ein kurzes Spiel spielen wollen, das dennoch qualitativ gut ist und viel Spaß bietet. Dennoch macht Trans Amerika auch als Aufwärmer oder Absacker in "Profirunden" Spaß.

Das Spiel funktioniert bei allen angegebenen Spielerzahlen, ideal ist aber eine Besetzung von vier oder fünf Spielern, weil die Dynamik des Streckenbaus nur dann voll zur Geltung kommt. Noch ein Hinweis: Die verschiedenen Farben der Städte (Regionen) auf dem Spielbrett werden durch verschiedene Symbole unterstützt, sodass auch farbenblinde Spieler keine Probleme haben, sich auf dem Spielbrett zurecht zu finden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8-
Spieldauer (Minuten): 
20-30
Jahrgang: 
2002
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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