Um Krone und Kragen

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 31.12.2006
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Um Krone und Kragen von Carsten Pinnow

Um Krone und Kragen sieht aus wie ein Kartenspiel. Doch die kleine Schachtel enthält neben einem Satz Karten auch ein Dutzend Würfel. Denn bei dem Spiel handelt es sich nicht um ein Kartenspiel, sondern mehr um eine Art Kniffel "deluxe".Wie bei Kniffel werden nämlich Würfel geworfen, mindestens einer davon beiseite gelegt und mit dem Rest weitergewürfelt. Immer mit dem Ziel, einen Pasch mit möglichst vielen Augen zu schaffen, vielleicht eine Straße, oder wenigstens ein Full House. Man startet mit nur drei Würfeln und kann das Herauslegen von Würfeln und anschließende Weiterwürfeln so lange wiederholen, bis das letzte Würfelergebnis herausgelegt wird. Für das erwürfelte Resultat erhält man nun eine Charakterkarte, die für den Rest des Spiels in jedem Zug verwendet werden kann, um die Würfelergebnisse zu verändern. So gibt es zum Beispiel Charaktere, die zusätzliche Würfel ins Spiel bringen oder Punkte von einem Würfel auf einen anderen verschieben können.

Da von allen Charakteren (außer dem Hofnarren) weniger Karten im Spiel sind, als Spieler teilnehmen, ist früher oder später die eine oder andere Wunschkarte schon vergriffen. Dies trifft die Spieler hart, die in den ersten Runden vom Würfelpech gebeutelt wurden - für sie ist es nahezu unmöglich, diesen frühen Rückstand wieder aufzuholen. Denn um zu gewinnen und die Königskarte zu bekommen, muss ein Pasch mit sieben Würfeln geschafft werden. Dafür sind jedoch vier Bonus-Würfel notwendig, insbesondere der Heerführer (bringt zwei zusätzliche Würfel) ist für den Sieg deshalb unverzichtbar. Setzt man auf eine mittlere Anzahl (drei oder vier) von Würfelaugen, kann der Alchemist helfen, mit dem sich Würfelaugen zwischen drei Würfeln beliebig verteilen lassen. Normalerweise beschränkt sich die eigene „Strategie“ jedoch auf zweitrangige Probleme wie zum Beispiel die Frage, ob ein Extrawürfel mit dem Wert drei wichtiger ist oder doch besser die Mitspieler zu ärgern sind, indem man ihnen die letzte Karte für den Extrawürfel mit dem Wert eins nimmt. Der Rest ist pures Würfelglück.

Unglücklicherweise gibt es Spieler, die sich mit ihren Entscheidung etwas schwer tun oder eben zeit lassen, wenn sie bereits fünf oder sechs Karten gesammelt haben. Mit solchen Grüblern erhöht sich die Spieldauer erheblich, die ohnehin abhängig von der Spieleranzahl ist. Bei erfahrenen Spielern dauert das Spiel pro Person gut zehn Minuten, Grübler kommen leicht auf einen Zeitbedarf von 20 bis 30 Minuten. Damit schwankt die Dauer also irgendwo zwischen 20 (bei zwei Spielern) und 150 Minuten (bei fünf Spielern). Für die gebotene Tiefe wäre ein Zeitrahmen von 30 bis 45 Minuten angemessen, daher sollte man Um Krone und Kragen besser nicht gleich zu fünft ausprobieren.

Am Material (den hervorragend gestalteten Charakterkarten) selbst ist eigentlich nur zu bemängeln, dass auch normalsichtige Menschen für die winzigen aufgedruckten Piktogramme eine Lupe benötigen. Unterm Strich bietet Um Krone und Kragen jedoch ein lockeres Zockervergnügen für Entscheidungsfreudige, das nicht nur preiswert, sondern auch gut ist.

 

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Auszeichnungen: 
Spielegattung: 
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