Ziegen kriegen

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.08.2007
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Ziegen kriegen von Amigo Spiele

Ziegen kriegen ist eins dieser kleinen, schnell gespielten Kartenspiele. Ein Stichspiel genau genommen. Ein recht einfaches dazu. Von den 50 Karten mit Werten von eins bis 50 erhält jeder Spieler acht. Reihum wird je eine Karte ausgespielt, der Spieler mit dem höchsten Wert erhält die Karten und spielt die nächste aus. Nach acht Stichen gewinnt der Spieler, auf dessen Karten die meisten Ziegenköpfe abgebildet sind.

Geradezu banal, wären da nicht die weiteren Regeln. Denn gewinnen kann nur der Spieler, der maximal so viele Ziegenköpfe gewinnt, wie das erst im Laufe des Spiels entstehende Limit angibt. Nach den ersten vier Stichen darf jeweils der Spieler eine Inselkarte umdrehen und auf den Tisch legen, der die niedrigste Karte in den Stich gespielt hat. Diese Inselkarten zeigen jeweils zwei Landstücke mit je einem verschiedenen Wert von eins bis acht. Die Karte legt der Spieler so an, dass eine vier Landstücke umfassende Insel entsteht. Die Summe der dort aufgedruckte Zahlen ist zugleich das Limit für die Ziegenköpfe.

Und schon wird aus einem zunächst banalen Mechanismus ein witziges Ärgerspiel. Denn wie gemein ist es denn, wenn ein Spieler, der knapp unter dem Limit der Runde liegt, ungewollt einen Stich erhält, der ihn aus der Wertung schmeißt? Zudem zählen die meisten Spielkarten ein bis drei Ziegen, die vollen Zehnerzahlen aber fünf Ziegen. So eine Karte ist schnell zugunsten der eigenen Punktewertung oder zuungunsten der der anderen gelegt ... Auch kann in den ersten vier Runden schon einmal das Limit überraschend nach oben gepusht wird, indem immer die höhere Zahl an die Insel angelegt wird, oder begrenzt werden, wenn man nur die niedrigen Zahlen anlegt. So ist der eine oder andere Sieger eines Stichs mit vielen Ziegenköpfen schon früh aus dem Rennen.

Bei allem Spaß darf man nicht vergessen, dass das Spiel ein Stück weit beliebig ist. Je nachdem, welche Karten man auf die Hand bekommt, kann man kaum etwas richtig oder falsch machen, denn man weiß ja nicht, welche Zahlen überhaupt im Spiel sind. Am Ende bleibt Ziegen kriegen deshalb ein Spiel mit netter Idee und, in der richtigen Runde, großem Ärgerfaktor, aber auch hinter den Möglichkeiten zurück. Zufall und Stichspiel - das ist eine heikle Kombination und damit nicht jedermanns Sache. Ein Testspiel ist anzuraten. Am meisten Spaß macht es übrigens in Maximalbesetzung.

 

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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