Zug um Zug

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.05.2004
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Brettspiel Zug um Zug - Foto von Reich der Spiele

Bei einem ersten Blick auf den Spielplan des Spiel des Jahres aus 2004 fühlt man sich unwillkürlich an Union Pacific oder Airlines erinnert, und wenn man dann als Autor den Namen Alan R. Moon liest, kommt einen der Verdacht, dass es sich um eine weitere Variante der genannte Spiele handeln könnte. Aber dem ist nicht so; zwar geht es auch bei Zug um Zug um Eisenbahnlinien auf dem nordamerikanischen Kontinent, aber damit sind auch die Ähnlichkeiten im Wesentlichen erschöpft.

Die Hintergrundgeschichte wirkt reichlich abstrus und läuft darauf hinaus, dass die Spieler möglichst viele Strecken nutzen sollen. Man hätte genauso gut von "bauen" sprechen können und wäre damit der Spielwirklichkeit wesentlich näher gekommen.

So wird Zug um Zug gespielt

Wer an der Reihe ist, muss genau eine von drei Aktionen ausführen: Er kann zwei Waggon-Karten von den offen ausliegenden oder vom verdeckten Stapel nehmen; es sei denn, bei einer davon handelt es sich um eine Lokomotive (Joker), dann bekommt er nur eine.

Die zweite Möglichkeit ist das "Nutzen" von Strecken. Die Strecken verbinden die Städte auf dem Spielplan und sind bis zu sechs Felder lang. Den strecken ist eine Farbe zugeordnet. Wer sie nutzen will, muss die entsprechende Anzahl der Waggon-Karten in der geforderten Farbe ausspielen und darf dann die Strecke mit seinen Spielsteinen (kleine Waggons) besetzen. Lokomotiv-Karten fungieren als Joker. Manche Strecken sind grau gekennzeichnet und erlauben Karten in einer beliebigen Farbe. Für das Nutzen der Strecken gibt es Punkte und zwar deutlich mehr, je länger sie sind. Für eine Strecke über ein Feld nur einen, für sechs Felder immerhin 15 Punkte.

Schließlich gibt es noch eine dritte Aktionsmöglichkeit: Man zieht "Zielkarten", drei Stück von denen man eine, zwei oder auch alle drei behält. Diese Karten zeigen jeweils zwei Städte und eine Punktzahl. Gelingt es, im Laufe des Spiels die genannten Städte mit eigenen Waggonsteinen miteinander zu verbinden, erhält man die auf der Karte aufgedruckten Punkte. Gelingt es nicht, werden die Punkte am Spielende vom Punktestand abgezogen.

Hat ein Spieler nur noch zwei oder weniger Waggons, wird noch eine Schlussrunde gespielt. Dann werden alle Zielkarten aufgedeckt und die Punkte addiert oder abgezogen. Die längste durchgehende Strecke wird mit zehn Extrapunkten belohnt. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Wie gut ist das Eisenbahnspiel Zug um Zug?

Zug um Zug (Days Of wonder) ist ein erfreulich schnell erklärtes und einsichtiges Eisenbahnspiel, ohne dass es dabei primitiv ist. Das zentrale Element ist immer das richtige Timing: Wann schlägt man beim Streckenbau zu, bevor vielleicht ein anderer Spieler ein für die Zielkarten wichtigen Schlüsselabschnitt nutzt und so unzugänglich macht. Soll man überhaupt zusätzliche Spielkarten aufnehmen? Ohne wird man wohl nicht gewinnen können, mit könnte es aber daneben gehen. Und das Aufnehmen kostet eine Runde, in der weder die Hand mit Waggonkarten aufgefüllt werden kann, noch Strecken genutzt werden können. Ebenso stellt sich ständig die Frage, welche Karten man nimmt. Lokomotiven sind mehr als nützlich, man muss dann aber auf eine zweite Karte verzichten.

Entscheidungen sind bei Zug um Zug ständig gefragt. Der Sieger wird sich einer überragenden Spielweise rühmen können, der Verlierer kann seine Niederlage auf schlechte Karten schieben und das nächste Mal versuchen, es besser zu machen. Bei einem einzigen nächsten Mal wird es kaum bleiben, denn der Spielreiz von Zug um Zug ist enorm groß. Zu kritisieren gibt es kaum etwas, nur die Karten hätten ruhig etwas größer sein können.

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Spieleinfo

Verlagsangaben
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2004
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Fotos
Ausschnitt Zug um Zug - Foto von Reich der Spiele
Züge von Zug um Zug - Foto von Reich der Spiele
Karten von Zug um Zug - Foto von Reich der Spiele
Material von Zug um Zug - Foto von Reich der Spiele
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