Keltis

Der Weg der Steine

eine Spielerezension von Silke Groth - 27.06.2008
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Keltis von Reich der Spiele

Wer schon immer einmal die Gelegenheit haben wollte, Lost Cities nicht nur in Zweierpartien zu genießen, hat nun die Chance dazu. Denn Keltis greift den bekannten Mechanismus wieder auf, fügt einen nett anzuschauenden Spielplan mit fünf Steinpfaden hinzu, kleidet das Ganze irisch ein, ändert hier und dort ein wenig und macht das Spiel für bis zu vier Personen spielbar.

Der Spielablauf ist nahezu identisch. Ist ein Spieler am Zug, muss er zuerst eine Karte ausspielen. Diese kann er entweder ungenutzt auf einen Ablagestapel legen (hierbei hat jede Farbe ihren eigenen Stapel), eine neue Zahlenreihe in einer der fünf Farben der Steinpfade starten oder eine bereits ausliegende fortsetzen. Anders als bei Lost Cities muss dies nicht zwangsläufig in aufsteigender Reihenfolge geschehen, sondern es darf auch absteigend ausgelegt werden. Ab der zweiten gespielten Karte der Reihe ist die Richtung natürlich festgelegt. Jede Zahlenkarte ist zweifach vorhanden, sodass auch zwei identische Zahlenwerte nacheinander ausgelegt werden können. Zugabschließend wird die Kartenhand entweder durch eine Karte vom verdeckten Nachziehstapel oder einem der offen Ablagestapel ergänzt.

Mit jeder weiter ausgelegten Karte darf die eigene Spielfigur ein Feld auf dem entsprechenden Steinpfad vorrücken. Dabei wird im Minusbereich gestartet und erst das vierte Feld verspricht einen Pluspunkt, das äußerste Feld des Pfades derer zehn. Die Werte der einzelnen Karten sind dabei unerheblich, es zählt einzig das Feld auf dem die Spielfigur steht. Eine der fünf Spielfiguren ist etwas größer als die anderen und verdoppelt die Punkte.

Das Fortschreiten der Spielfiguren eröffnet eine weitere Punktequelle. Auf jedem Pfad liegen sogenannte Wegekärtchen offen aus. Wer ein solches Kärtchen erreicht, darf entweder direkt ein paar Schritte auf der Zählleiste vorrücken, erhält Punkte am Spielende (Wunschsteine) oder darf eine beliebige Figur ein Feld vormarschieren lassen (Kleeblätter). Bis auf die Wunschsteine bleiben die Kärtchen auf dem Spielplan liegen und können von nachfolgenden Spielern ebenfalls genutzt werden.

Das Spiel endet entweder, nachdem die letzte Karte des Nachziehstapels gezogen wurde, oder, was der häufigere Fall ist, nachdem fünf Spielfiguren den Zielbereich, die letzten drei Felder, eines der Pfade erreichen. Der Spieler, der die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

Keltis ermöglicht mit seiner nur zweiseitigen Spielregel und seinem eingängigem Mechanismus einen sehr leichten Einstieg und ist somit perfekt für Familien- oder Gelegenheitsspieler geeignet. Dies bedeutet aber allerdings nicht, dass Vielspieler hier nicht auf ihre Kosten kommen, denn auch bei Keltis kommt man trotz deutlichem Glückselement, nicht daran vorbei, aufmerksam zu spielen und taktisch sinnvoll vorzugehen. So ist die Auswahl der möglichst optimalen Karten und das Timing beim Auslegen derselben genauso wichtig wie der Blick für die Mitspieler, die Lage der Wegekärtchen und das meist schneller als gewünscht nahende Spielende.

Im Prinzip ist alles beim alten geblieben: Keltis bietet ein schnelles, nie langweiliges Spiel und gehobene Unterhaltung für eine gute halbe Stunde. Im direkten Vergleich zum Vorgänger fällt es aber trotzdem leicht ab, Lost Cities spielt sich einfach noch flüssiger und auch etwas spannender. Was zum Beispiel fehlt, ist der Druck und die Angst davor, auch mal im Minusbereich stecken zu bleiben. Dank der Vereinfachung, auf- und absteigend auslegen zu können, und der hilfreichen Kleeblätter ist es nämlich fast schon zu einfach, nach oben zu kommen. Für alle, die Lost Cities schon besitzen oder generell nur zu zweit spielen ist Keltis daher eine schöne, aber nicht wirklich notwendige Variante, allen anderen sei die spielerische Reise auf die grüne Insel aber durchaus ans Herz gelegt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Auszeichnungen: 
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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