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Bericht zur Spielemesse in Essen 2003: Impressionen

Spielen in Essen von Reich der Spiele

Drum herum und mitten drin

Essen ist jenseits der Möglichkeiten, Spiele zu testen und zu kaufen, immer wieder eine Veranstaltung für die Sinne und eine Plattform für Mitteilungen. Unter anderem wird im Rahmen der Spiel jedes Jahr der Deutsche Spielepreis und die Auszeichnung A la Carte für das beste Kartenspiel vergeben.

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Der Deutsche Spielepreis wurde in einer festlichen Abendveranstaltung an Reiner Knizia und Hans im Glück für Amun Re vergeben. Im Bereich der Kinderspiele wurde Habas Schloss Schlotterstein von Markus Nikisch und Kai Haferkampf ausgezeichnet. Die goldene Feder für die vorbildliche Spielanleitung ging an Dirk Henns Alhambra von Queen Games.

Das Fachmagazin Fairplay sorgte in mehrfacher Hinsicht für Auszeichnungen. Der Preis A la Carte für das beste Kartenspiel ging an Michael Schachts Coloretto von Abacus. Außerdem rief das Magazin traditionell zur Scout-Aktion auf, bei der die Besucher der Messe die Neuheiten mit Schulnoten bewerten konnten. Am häufigsten bewertet wurden Attika von Hans im Glück, Finstere Flure von 2F-Spiele und Carcassonne – Die Burg von Hans im Glück. Danach folgten Santiago (Amigo), Maya (Abacus) und Industria (Queen Games).

Die besten Noten erhielten bei der Scout-Aktion Princess Of The Renaissance von Warfrog, San Juan von Alea und Yinsh von Don & Co. Alle mit einem Schnitt unter 1,8. Danach folgten Maya, Kreuzwortpyramiden (Card Chess) und Frisch Fisch (Plenary), die noch eine Eins vor dem Komma schafften.

Ging man durch die Hallen, konnte man die absonderlichsten Gestalten treffen. Besonders in der Fantasy-Halle begegneten einem merkwürdige Figuren und Kreaturen. Sowohl eine menschliche Mage Knight-Figur, die der Hersteller Fanpro überwiegend nur mit Farbe bekleiden ließ, als auch die „lebensgroße“ Gollum-Nachbildung von Games Workshop. Dazu natürlich jede Menge kostümierter Live-Rollenspieler.

Im Rahmen der Spiel ’03 fand das jährliche Treffen der Spielesammlergilde statt. Dieses Jahr stellten die Mitglieder Spiele zum Thema Piraten aus, von denen einige echte Schätze sind. Für alle, die es noch nicht wussten: Die Gilde veröffentlicht jedes Jahr ein streng limitiertes Spiel zum Ausstellungsthema. Wer es dieses Jahr verpasst hat, sollte sich das Treffen für nächstes Jahr schon einmal notieren. Es lohnt sich.

Suchte man nach einem Platz zum Spielen, musste man früh vor Ort sein oder Glück haben. Bereits kurz nach Messebeginn waren die meisten Spieltische besetzt und blieben es bis zum Schluss. In der Not halfen sich viele mit einem Platz auf den Boden.

Die Aussteller gaben sich zum Teil richtig Mühe, einen Standbesuch attraktiv zu machen. Bei Krimsus gab es täglich einen Sektempfang, der Bambus Spieleverlag rief zu einer Abstimmung auf, bei der der beste Spruch für einen Eisbären gesucht wurde, der auf Pinguine trifft. Andere boten kostenlose Giveaways, die zum Teil schnell vergriffen waren, oder veranstalteten Gewinnspiele.

Beliebt, aber schwer zu bekommen, war zum Beispiel die kostenlose Carcassonne-Erweiterung, die eine Hand voll Karten zum Grundspiel und zu Die Jäger und Sammler enthält. Man musste dafür nur einen Ritter finden, der die Karten dann aushändigte. Einfacher war es da, Promo-Figuren zum neuen sammelbaren Miniaturenspiel von Sabertooth zu bekommen.

Comicfreunde konnten über menschliche Manga- und Anime-Figuren staunen und hatten die Möglichkeit, in der Zeichnerallee bekannten und unbekannten Künstlern bei der Arbeit zuzusehen. Einige Spieleautoren stellten in der SAZ-Ecke ebenfalls aus, wie jedes Jahr war die Resonanz auf die unveröffentlichten Spiele jedoch leider schwach. Dabei konnte man hier prinzipiell Spiele von morgen entdecken.

In der Kinderhalle gab es die Möglichkeit, Tischfussball mit menschlichen Spielern zu probieren oder die eigene Belastungsgrenze beim „Bungeehüpfen“ zu finden. Die kleinen und größeren Racker konnten sich jedenfalls problemlos austoben. Ein entsprechender Geräuschpegel gehörte natürlich nicht nur in dieser Halle dazu.

Eine Überraschung kündigte am Samstag die Jury Spiel des Jahres an. Für nächstes Jahr wird der Modus geändert. Im Mai soll es in beiden Kategorien (Familien- und Kinderspiele) eine bis zu fünf Titel umfassende Nominierungsliste geben, von der wie gewohnt Ende Juni ein Preisträger bestimmt wird. Nach der Preisverleihung wird es zusätzlich eine Empfehlungsliste der Jury geben, die nach Bereichen aufgeteilt ist. Die Jury selbst wird auf zwölf Personen aufgestockt. Neu sind Stefan Ducksch und Bernhard Löhlein, in den Beirat der Kinderspieljury wurden Udo Schmitz und Sabine Koppelberg neu aufgenommen. (Danke an Arno Miller von der Spielwiese für diese Info.)

So gab es auch abseits des Spielens in Essen jede Menge zu sehen und zu hören. Die Spiel ist eben auch Treffpunkt und Informationsplattform.

Weitere Infos zur Spiel 2003 in Essen

 

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