Der Puck muss ins Tor

Wie Jürgen Scheiven über sein Eishockey-Spiel denkt
Jürgen Scheiven

Jürgen Scheiven
© Jürgen Scheiven

Jürgen, wie bist du auf das Thema Eishockey gekommen?
"Ich wollte unbedingt eine Sportsimulation entwerfen, zu einer Sportart, die für meine Begriffe viel zu wenig Beachtung findet, und von der ich denke, das dort einiges Potential hinter steckt. Außerdem bin ich ein Eishockey Fan. Was lag da also näher."

Das Spiel ist sehr detailliert. Hast du nicht die Befürchtung, "normale" Spieler zu überfordern?
"Hinter dem Spiel steckt die Idee, verschiedene Komponenten auf ein Brettspiel zu übertragen. Ich wollte den Ablauf hinter den Kulissen eines Eishockey Clubs ebenso einbinden wie das Geschehen auf dem Eis. Es hat dann eineinhalb Jahre gedauert, das Spiel umzusetzen und auszutesten. Es sollte etwas sein, das es so noch nicht so häufig auf dem Spielemarkt gab. Mir war auch der 'Rollenspieleinschlag' wichtig, bei dem sich die Spieler verändern und so zu 'lebenden' Personen werden, die im Laufe der Zeit eine eigene Historie aufbauen.
Was die Anforderung angeht, muss man klar sagen: Eishockey - die Simulation erfordert ein bisschen Aufmerksamkeit und Zeit. Es ist kein Spiel, bei dem die Regeln aus einem Blatt bestehen. Doch denke ich, dass Leute, die Spaß an neuen Spieleideen haben, auch dieses Spiel zu schätzen wissen, besonders da man selbst kreativ sein kann. Und ich denke, Leuten die gern spielen, wird das Spiel sehr viel Spaß machen, allein aus der Tatsache heraus, das der sportliche Wettstreit stattfindet."

Der Glücksfaktor mit zum Teil mehrfachen Würfelwürfen pro Aktion ist sehr hoch. Wird dadurch nicht die detaillierte Simulation ein bisschen untergraben?
"Auch im Eishockey kann Glück über Sieg oder Niederlage entscheiden. Da war der Schläger durch Zufall an der richtigen Stelle. Der Schiedsrichter hat ein Foul nicht gesehen. Oder der Puck prallt so glücklich an den Pfosten, dass er ins Tor springt. Der Glücksfaktor im Spiel ist vorhanden, kann aber auf ein Minimum reduziert werden. Natürlich nimmt ein Spieler mit einem niedrigen Puckkontrollwert den Puck schlechter an als ein Profi. Doch selbst dem Profi gelingt nicht immer alles. Das ist auch ein Anreiz des Spiels. Man muss versuchen, die Defizite seiner Spieler auszugleichen und ihre Stärken zu nutzen. Besitzt ein Spieler einen hohen Wert, geschieht es nur sehr selten, dass sein Würfelwurf misslingt. Und mehrfache Würfelwürfe kann ich so nicht stehen lassen. Das Maximale, was zu würfeln ist, sind zwei Würfe, wenn ein Pass zu einem Mitspieler gegeben wird. Ansonsten wird maximal ein Mal gewürfelt."

Im Prinzip bietet sich Eishockey als Merchandise-Produkt für Vereine an. Gibt es in diese Richtung Überlegungen?
"Das Spiel wird über den normalen Spielehandel vertrieben, doch das Hauptaugenmerk liegt auf Eishockey Clubs, Ausrüstern und Fanshops. Hier spricht man natürlich die Leute an, die den direkten Bezug zu einer Eishockey-Simulation haben."

Hast du noch andere Spielideen in Entwicklung? Wird man von Greyhound Games weitere Sportspiele erwarten oder gibt es keine Beschränkung auf diesen Bereich?
"Es liegen noch andere Spielekonzepte in der Schublade. Nach Eishockey - die Simulation sind weitere Sportspiele in Planung, doch genauso wird über ein Familienspiel nachgedacht, das sich gerade aber erst in der ersten Phase befindet. Beschränkungen wird es keine geben. Alle Ideen werden geprüft und dann suchen wir uns das interessanteste Thema heraus."

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