Spielgefühl: DREIst

Kartenspiele und kein Ende!

ein spielerischer Artikel von Hendrik Breuer - 29.02.2016
DREIst, Spielszene; Foto: Hendrik Breuer

Warum sind Fünf Gurken, Abluxxen, Skull King, The Game und 3 sind eine zu viel! eigentlich gute Kartenspiele, obwohl sie so super einfach sind? Wahrscheinlich gerade, weil sie so einfach sind und man trotzdem ständig entscheiden muss, welche Karten man als Nächstes spielt. Meistens hat man nämlich zwei oder drei mehr oder weniger gute Optionen, kann taktisch spielen, ohne in tiefes Grübeln zu verfallen, und dazu noch ein bisschen zocken. Mehr will ich von einem Zwanzig-Minuten-Spiel gar nicht.

Wir sind DREIst!

Das mal als Einleitung zu DREIst, einem brandneuen und ebenfalls sehr einfachen Zehn-Minuten-Kartenspiel, bei dem es darum geht, Zahlenkarten in einem Raster auszulegen. Es gibt acht durchnummerierte Spalten und, ein paar Regeln folgend, platzieren wir unsere Karten in der passenden Spalte und versuchen, DREIerkombinationen zu bilden und unseren persönlichen Nachziehstapel möglichst schnell loszuwerden. Ständig werden Spalten abgeräumt und irgendwann gewinnt derjenige, der zuerst keine Karten mehr besitzt.

DREIst: Irgendwas fehlt hier. Ach ja ...

So ein Spiel kann entweder gut ooder schlecht sein, aus meiner Beschreibung und den Spielregeln ist das kaum ersichtlich. Wie ist also der erste Eindruck von DREIst?

„Das perfekte Spiel, um sich nebenbei zu unterhalten und nicht nachdenken zu müssen,“ sagt die Mitspielerin dazu und meint das sogar noch ganz positiv. Recht hat sie, mir ist das allerdings zu wenig. Von Anfang an hat mir nämlich irgendwas gefehlt. Nach einer Handvoll Partien weiß ich auch, was es ist: die Entscheidungen. DREIst spielt man irgendwie so runter, ohne groß taktieren zu können. Es ist (fast) immer offensichtlich, welche Karten man wo hinlegen muss. Das komische Gefühl, „gespielt zu werden“, stellt sich ein. Ich komme mir vor wie ein Kartenablegeroboter.

Das ist ganz schön, wenn man etwas Wichtiges zu besprechen hat und nebenbei noch spielen muss. Will man allerdings etwas Spannendes spielen und nebenbei belanglos quatschen, würde ich eher eines der anfangs genannten Spiele auspacken. (3 sind eine zu viel! ist dabei vom Spielfluss her am ähnlichsten.)

Anmerkung zum Foto: Dort ist ein kleiner Spielfehler abgebildet. Die lila Fünf und rote Sechs dürften nicht direkt nebeneinander liegen. Nicht falsch gespielt, aber später zum Fotoshoot falsch ausgelegt ...

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