Spielgefühl: Legends

Showdown auf der Kramerleiste

ein spielerischer Artikel von Hendrik Breuer - 20.02.2016
Legends, Spielszene, Foto: Ravensburger

Es gibt bereits eine ganze Reihe an Spielen zum Roman „In 80 Tagen um die Welt“. Legends gehört nicht unbedingt dazu, auch wenn man sofort an Jules Vernes Klassiker erinnert wird, wenn man sich das Spiel ansieht. Thema: Reiche englische Gentlemen und eine Lady geraten im ausgehenden 19. Jahrhundert in einen Wettstreit und klappern legendenumrankte Orte ab, um im piekfeinen „Klub der Entdecker“ als größte Abenteurer überhaupt dazustehen.

Legends: Der Countdown läuft!

Es geht bei Legends also um ein Wettrennen. Interessant daran ist, dass jede Aktion Zeiteinheiten kostet und einem nur 75 Wochen zur Verfügung stehen. Man kann also ein paar zeitaufwändige Züge durchführen oder ziemlich viele weniger zeitfressende. Das ist äußert innovativ und mechanisch richtig gut gelöst. Als Countdown dient nämlich die gute alte Kramerleiste, die ums Spielbrett führt. (Gewertet wird auf einem zweiten Brett.) Dass man der Zeit beim Runterticken zusehen kann, ist spannend. Gerade zum Spielende hin und vor den drei Zwischenwertungen kommt echte Rennatmosphäre auf, es wird hektisch. Ein klasse Mechanismus!

Ein zweiter Mechanismus, der mir gut gefällt, ist, dass in jeder Wertung nur fünf oder sechs (von acht) Orten gewertet werden. Man kann durch Kartenablage zwar die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Orte drankommen, die einem besonders viele Punkte einbringen, Garantien gibt es aber keine. Ich bin ein großer Fan von moderaten Zockereien in Brettspielen, einige der Mitspieler empfanden die Wertungen allerdings als zu glückslastig.

Legends: Gut dank zwei guter Ideen

Und sonst? Die restlichen Elemente aus Legends sind allseits bekannt und eingängig. Man nimmt sich in Manier von Zug um Zug Karten, bildet Sets und versucht, einträgliche Orte zu besetzen, sodass man bei den Wertungen mit etwas Glück Punkte bekommt. Legends ist ein guter Beleg für die These, dass ein oder zwei innovative Mechaniken vollkommen ausreichen, um ein frisches Spielgefühl zu schaffen, wenn sie mit soliden Spielelementen kombiniert werde. Mir gefällt dieses leichte Strategiespiel ausgesprochen gut!

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