Spielgefühl: Viticulture

"Die Kunst des Weinbaus" in der Uwe Rosenberg Collection!

ein spielerischer Artikel von Hendrik Breuer - 13.03.2016
Viticulture - Spielaufbau - Foto von Hendrik Breuer

Eigentlich ist es ganz einfach, ein Weingut erfolgreich zu führen: Man muss lediglich Reben pflanzen, Trauben ernten, Weine keltern und sie reifen lassen. Dann kann man auch schon Flaschen vom Hof weg verkaufen und alles ist in Butter! Das Problem daran: Vor den Erfolg haben die Götter ganz, ganz viel Schweiß gesetzt. Das Prozedere dauert nämlich Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Wein wächst langsam. Außerdem muss so ein Weingut erstmal vernünftig instand gesetzt werden.

Viticulture - ein vorbildliches Arbeiter-Einsetz-Spiel

Der erfahrene Spieler weiß, was das bedeutet: Bei Viticulture werkeln wir mit unseren einsetzbaren Arbeitern mal wieder an verschiedenen Projekten herum und haben - Überraschung - meist nicht genügend Helfer zur Verfügung, um alles planmäßig zu schaffen. In den ersten Jahren geht’s vor allem darum, das alte Weingut wieder aufzubauen, ein paar Reben zu pflanzen und recht popelige Trauben zu ernten. Vielleicht wird aus denen ja irgendwann mal ein großartiger Wein … Und tatsächlich, nach ein paar (Spiel-) Jahren können wir auf einmal wirklich guten Wein herstellen, Besucher auf unserem Gut begrüßen und denen die tollsten Bestellungen erfüllen, Rosé und Champagner selbstverständlich inklusive!

Viticulture - aus der Toskana direkt auf unseren Spieletisch!

Viticulture - kommende deutsche Fassung - Foto von Feuerland Spiele

Viticulture transportiert das Thema Weinbau perfekt von der Toskana auf unseren Spieletisch. Ach, wären doch nur mehr „Kennerspiele“ thematisch und mechanisch so logisch aufgebaut! Den spielentscheidenden Kreislauf "pflanzen-ernten-keltern-lagern-verkaufen" verlieren wir nie aus den Augen. Wir verzetteln uns auch nicht im Klein-Klein. Ja, wir können zwei, drei weniger nützliche Gebäude errichten und vielleicht ein paar Karten zu viel sammeln, im Großen und Ganzen geht’s aber immer voran; am Anfang langsam und stetig und gegen Ende ziemlich zügig. Wichtig ist: Nach jedem Jahr steht unser Weingut ein bisschen besser da und wir sind unserem Ziel, Wein zu verkaufen, etwas näher gekommen. Das ist äußerst befriedigend.

Autor mit eigener Collection

Viticulture hat uns voll überzeugt (ohne es bislang zu fünft oder sechst gespielt zu haben). Das Spiel hat was von „Agricola light“. Obwohl man deutlich weniger Auswahlmöglichkeiten hat und vom Material nicht erschlagen wird, ist das Spielgefühl ähnlich. Es ist also kein Wunder, dass Agricola-Autor Uwe Rosenberg das Spiel über seinen Verlag Feuerland Spiele endlich auch auf Deutsch herausbringt. Es ist das erste Spiel in einer neuen „Uwe Rosenberg Collection“ mit Spielen, die der Autor seinen Fans empfiehlt.

Anmerkung: Dieser Text bezieht sich auf die zweite englische Auflage von Viticulture, die wir getestet haben. Die deutsche Ausgabe wurde von Rosenberg noch einmal leicht überarbeitet und mit Elementen aus der englischen Tuscany-Erweiterung ergänzt. Ich gehe mal davon aus, dass das Spiel dadurch noch runder geworden ist.

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