Kinderspiele - warum sie wichtig sind

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 10.12.2008

Spielen ist Kinderkram. Glauben viele. Dabei spielen viele Erwachsene. Aber auch die waren einmal Kinder. Und irgendwann muss man ja mal anfangen zu spielen: natürlich im Kindesalter.

Spielen, das gilt speziell für Kinderspiele,  soll natürlich mehr als nur das Ruhigstellen der Kleinen sein: nämlich der spielerische Spaß und das Erfassen von Mechanismen, das Begreifen Materialien (im wahrsten Sinne des Wortes) und das Schulen von Fähigkeiten. Ganz nebenbei haben die meisten Kinderspiele einen pädagogischen Effekt (sie müssen dabei nicht zwangsläufig ein Lernspielcharakter aufweisen!).

Die Zeiten für Kinderspiele aus Kunststoff oder mit langweiligen Mechanismen sind vorbei (es gibt sie noch, aber ...). Gute Kinderspiele müssen heute das gewisse Etwas haben, den besonderen Pfiff. Da zugleich die Menge der veröffentlichten Kinderspiele nach wie vor groß ist, ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Produkten aus dem Bereich Kinderspiele umso wichtiger.

Kinderspiele sind für Eltern und Kinder gleichermaßen wichtig. Die Beschäftigung mit dem Spielen ist kindgerecht und fördert Verständnis und Lernprozesse. Ein gutes Kinderspiel ist deshalb enebso wichtig wie ein Kinderhandy oder ein Junior Handy oder andere modernen Geräte für Kinder und Jugendliche. Zwar sind auch solche Telefone wie Kindercomputer oder MP3-Player ein wesentlicher Teil des Erwachsenwerdens, aber Kinderspiele sollten nicht zuletzt aus pädagogischen Gründen im Vordergrund stehen, wenn den Kindern etwas geschenkt wird.

 

Bei Reich der Spiele stehen Kinderspiele unter der kritischen Beurteilung von Leuten, die es wissen müssen: Unser Team der Kinderspielrezensenten besteht aus Sozialpädagogen, Lehramtsanwärtern und natürlich engagierten Eltern. Ob ein Kinderspiel vor unseren Anforderungen besteht, entscheidet sich unter anderem in offenen Kinder- und Jugendgruppen und in Kindergärten.

Wie Reich der Spiele Kinderspiele testet

Und so testet die K-Redaktion von Reich der Spiele: Unsere Rezensenten haben es nicht leicht, sie müssen teilweise ungewöhnliche Ideen entwickeln, um unter einer Kinderspiele-Besprechung ihren Namen setzen zu können. Neben die eigene Familie spannen sie besonders Kindergärten und Kindergruppen als Testpersonal für Kinderspiele ein. Da muss dann aber unter Umständen viel Zeit und mitunter Schweiß investiert werden. Denn neben den verpflichtenden Tests für die Kinderspiele in den eigenen Spielerunden muss dort öfters nachgehakt werden, da durch den ohnehin großen Papierkram für die Erzieherinnen, die Auswertungsbögen schon mal unter die Räder kommen. Selbst das Verleihen der Kinderspiele an Nachbarn mit Kindern zwingt zum mehrmaligen Nachfragen, ob sich den schon eine Gelegenheit ergeben hat, das Spiel mal auszupacken. Manchmal werden Neuheiten über so eine Aktion schon mal zum sechs Monate alten Hut, da die Tester ja auch noch selber etliche Male dieses Kinderspiel spielen möchten, bevor sie endgültig ein kompetentes Urteil in die Tasten hauen können. Kinderspiele-Rezensenten bei Reich der Spiele geben eben alles ...

Der Weg vom Test zu den Rezensionen: Wa ein gutes Kinderspiel ausmacht

Es ist jedes Mal ein bisschen anders. Also werden Gelegenheiten gesucht, mit Kindern zu spielen. Das kann ein Kindergeburtstag, die eigene Spieleveranstaltung oder der Zufall sein. Dabei darf man nicht immer auf das Verständnis der Eltern hoffen - es geht ja nur um Kinderspiele. Manchen Erziehungsberechtigten erscheint es zunächst recht suspekt, wenn ein Erwachsener zwischen vier und zehnjährigen Kindern sitzt und Kinderspiele spielt. Der Hinweis auf die Notwendigkeit wegen einer Bewertung eben dieses Spiels, macht einen zum Exoten. Selbst Hinweise auf den doch bodenständigen Beruf eines Pädagogen oder das dieses Spielen nicht hauptberuflich gemacht wird, weil der Ernährerjob eine Büroarbeit ist, kann das Misstrauen gegenüber Spielen und Kinderspiele nicht ganz entkräften. Dazu kommen die kleinen Widrigkeiten des Spielealltags: Kinder, die von ihren Eltern abgeholt werden, obwohl man noch mitten im Spiel ist. Der Satz „Zieh schon mal die Jacke an, wir gehen jetzt“ lässt jeden Rezensenten innerlich fluchen. Es sei denn, wie bei einigen wenigen Spielen, man kommt zu der Erkenntnis: Es hat keinen Einfluss auf das Spielgeschehen . Die Belohnung für die „Mühen“, die man als Kinderspiele-Rezensent auf sich nimmt, sind zufriedene Kinderaugen, wenn der Funke der Kinderspiele überspringt und Erwachsene mit Kindern zusammen ein schönes Spiel erleben. Das macht ein gutes Kinderspiel aus.