6 nimmt - Baron Oxx, Ausschnitt vom Titelbild, Foto Amigo Spiele
Reich der Spiele Rezension6 nimmt: Baron Oxx

6 nimmt: Baron Oxx

von Axel Bungart
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Das Hornchsenimperium schlägt wieder zu: 6 nimmt! erhebt sein neues Derivat in den Adelsstand: Baron Oxx (Wolfgang Kramer, Michael Kiesling bei Amigo). Bei diesem Spin-Off geht es natürlich wieder darum, möglichst keine der unbeliebten Spalthufer zu sammeln. Aber es läuft dieses Mal ein bisschen anders ab.

Wie wird 6 nimmt! Baron Oxx gespielt?

Wer die Spielregeln des Ursprungsspiels noch nicht kennt, möge in der Rezension zu 6 nimmt! bitte nachlesen. Zurück zu Baron Oxx.

Die Karten wirken auf den ersten Blick kaum anders als bisher: Zahlen von 1-110 in den Ecken der Karten sowie große und kleine Hornochsen. Die großen in bis zu sechs Farben und unterschiedlicher Verteilung mitten auf den Karten, die kleinen am oberen und unteren Rand, die lediglich als (Minus-) Punktezähler dienen.

6 nimmt! Baron Oxx - Kartenauslage | Foto: Axel Bungart
6 nimmt! Baron Oxx – Kartenauslage | Foto: Axel Bungart

Schon bei der Ausgabe der Karten wird es aber neu: Jeder erhält eine mitspielerabhängige Anzahl an Karten, die er sich aber nicht ansehen darf. Unsortiert werden sie als Stapel vor den Spielern abgelegt, nur die obersten vier nimmt man auf die Hand.

Dann wie gehabt: Jeder legt eine verdeckt ab, es wird aufgedeckt, und die Zahlenfolge ergibt von klein nach groß die Spielreihenfolge pro Runde. Angelegt wird an eine von jetzt fünf Reihen. Doch die Zahlen spielen jetzt keine Rolle mehr. Viel mehr geht es nun um die Farben der auf der Karte abgebildeten Hornochsenköpfe. Man darf immer nur dort anlegen, wo auf der letzten Karte einer Reihe die Farbe vertreten ist, die auf der anzulegenden Karte auch vorhanden ist. Also: Rot an Rot, Blau an Blau usw. Da auf den meisten Karten verschiedenfarbige Hornochsen abgebildet sind, hat man oft mehrere Möglichkeiten anzulegen.

Es bleibt bei der bösen 6

Aber Achtung: Auch hier ist natürlich die 6. Karte einer Reihe der Show-Stopper: Man muss die Reihe nehmen. Außerdem muss die Reihe nehmen, wer in eine Reihe den 6. Hornochsen einer Farbe anlegt – auch wenn es noch nicht die 6. Karte ist. Die gesammelten Hornochsen sind Minuspunkte.

6 nimmt! Baron Oxx - Spielkarten mit drei Hornochsen | Foto: Axel Bungart
6 nimmt! Baron Oxx – Spielkarten mit drei Hornochsen | Foto: Axel Bungart

Wer eine Karte anlegen muss, deren Farbe auf den letzten Karten der Reihen nicht vertreten ist, muss eine beliebige Reihe nehmen. Erst wenn man seine vier Handkarten ausgespielt hat, zieht man wieder vier Karten nach.

So spielt man, bis die Stapel der Spieler leer sind. Nach einer Partie oder bei einem selbst definierten Punktestand wird abgerechnet. Es gewinnt derjenige mit den wenigsten Hornochsenköpfen.

Spielt sich das wie 6 nimmt!?

6 nimmt! Baron Oxx - viele Hornochsen - viele Punkte | Foto: Axel Bungart
6 nimmt! Baron Oxx – viele Hornochsen – viele Punkte | Foto: Axel Bungart

So sehr sich 6 nimmt! und 6 nimmt! Baron Oxx ähneln und auch die meisten Mechanismen gleich sind, so deutlich merkt man einen Unterschied beim Spielen. Allein, dass man nun in den meisten Fällen mehr als eine regelgerechte Anlegemöglichkeit hat, ist schon ein Unterschied. Auf Anhieb erscheint das als Erleichterung. Doch das täuscht. Sobald sich in den Kartenreihen die Ochsenköpfe sammeln, muss man sehr genau darauf achten, wo man anlegen könnte. Und auch hier ist es ratsam, sich an den Karten zu orientieren, die man noch auf der Hand hat.

Dass man nur (maximal) vier Karten auf der Hand hat, wirkt sich jedoch weniger hinderlich aus, als man vermuten mag. Zu schnell ändern sich die Farbvorgaben auf den letzten Karten einer Reihe, als dass es Auswirkungen auf den nächsten Satz Karten hätte. Das läuft beim Original anders. Denn, obwohl man dort alles weiß (was die eigene Kartenhand betrifft), hilft das ggf. nicht weiter, wenn eine Reihe durch hohe Kartenwerte und/oder viele Hornochsen faktisch blockiert ist.

Der Herr Baron gibt sich die Ehre

6 nimmt! Baron Oxx - himself | Foto: Axel Bungart
6 nimmt! Baron Oxx – himself | Foto: Axel Bungart

Hilfreich ist da vielleicht der namensgebende Adlige Baron Oxx. Er ist eine Art Joker, der alle Farben beinhaltet. Doch auch hier kann man zumindest darüber nachdenken, wie man ihn einsetzt. Dem ausspielenden Spieler ermöglicht er fraglos das Anlegen an beliebiger Stelle. Gleichzeitig schafft es eine Anlegemöglichkeit für nachfolgende Spieler.

Taktische Einschränkungen

Deutlich reduziert ist die selbstbestimmte Spielreihenfolge. Durch nur vier Handkarten ist man hinsichtlich der Zahlenwerte in der Auswahl der Karten deutlich eingeschränkt. Bei 6 nimmt! kann man (mit entsprechenden Handkarten) manche heikle Kartenlage aussitzen, in dem man – je nach Spielsituation – besonders hohe oder niedrige Karten spielt. Mit dieser Beschränkung gleicht man – bewusst oder unbewusst – unterschiedliche Spielstärken ein Stück weit aus.

Was ist besser?

6 nimmt - Baron Oxx, Foto Amigo Spiele

6 nimmt! Baron Oxx ist zwar nicht so viel anders, aber immerhin so viel, dass es sich lohnt, mal statt zum Original zum Baron zu greifen. Material und Spielregeln sind einwandfrei, die Hornochsenkarten auf den Karten lustig von Franz Vohwinkel illustriert; das Spiel wirkt einladend. Die Spieldauer einer Runde ist bei weniger Spielern etwas länger, weil mehr Karten im Spiel sind. Wer 6 nimmt! kennt, ist nach wenigen Minuten Erklärung sofort im Spiel. Alle anderen brauchen maximal eine Minute länger.

Ressourcen zum Kartenspiel 6 nimmt: Baron Oxx

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