7-Card Slugfest

eine Spielerezension von Hendrik Breuer - 30.11.2013
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7-Card Slugfest: Material von Hendrik Breuer
Lesezeit: ca. 3 Minuten

King of Tokyo ist ein echter Dauerbrenner in meiner Spielgruppe, da liegt es nahe, dass wir ständig nach vergleichbaren Spielen Ausschau halten. Als es irgendwo in den Tiefen des Internets hieß, dass mit 7-Card Slugfest (etwa: 7-Karten-Schlagabtausch) ein legitimer Nachfolger erschienen sei, musste das Spiel natürlich sofort getestet werden.

Bei 7-Card Slugfest gerät man in eine Kneipenschlägerei, bei der alle drei bis acht Mitspieler aufeinander und auf einen bedauernswerten Wirt namens Boris eindreschen. Wer die meisten Mitspieler niederschlägt, gewinnt die Runde und bekommt Punkte. Wer nach sieben Runden die meisten Punkte eingesammelt hat, ist Gesamtsieger und der King of Kneipe.

Zu Beginn jeder Runde haben die Kneipenbesucher eine Stärke von Zehn, die durch Karteneinsatz aber sehr schnell auf Null, also auf „K.O. geschlagen“, runtergebracht wird. Der Kampf läuft so ab: Jeder Spieler wählt einen von elf Charakteren mit diversen Spezialfähigkeiten aus. Eine passende Charakterkarte wird in der Mitte des Tischs abgelegt. Dazu nimmt man sich sieben zum Charakter passende Schlagkarten, mit denen man die Mitspieler vermöbeln kann. Jede Karte hat eine Schlagstärke (Eins bis Sieben). Auf ein Zeichen hin beginnt die Keilerei. Alle spielen gleichzeitig und sozusagen in Echtzeit.

Man nimmt sich jetzt eine Schlagkarte nach der anderen von seinem kleinen Deck (mit einer Hand!) und platziert diese auf den ausliegenden Charakterkarten der Mitspieler und von Boris. Ist man seine sieben Karten los, grapscht man sich einen offen ausliegenden Bonus-/Malusmarker mit Werten von minus Drei bis plus Drei. Der entsprechende Wert wird mit der ursprünglichen Charakter-Stärke von Zehn verrechnet. Eine Runde ist somit in weniger als einer Minute vorbei.

Am Ende einer Runde liegt auf jeder Charakterkarte ein Stapel mit Schlagkarten. Nun wird ermittelt, wer wen K.O. geschlagen hat. Derjenige Spieler, dessen Schlagkarte einen Mitspieler auf eine Stärke von Null bringt, hat diesen ausgeknockt und erhält einen Zähler. Alle nachfolgenden Schlagkarten zählen nicht mehr. Geht man nicht K.O., erhält man ebenfalls einen Zähler.

Es geht in diesem Spiel also darum, den entscheidenden Schlag zum Knockout zu landen. Theoretisch kann man diesen auch relativ gut planen, da man ja sieht, welche Schlagkarten auf welchem Charakter landen. Leider wurden diese Karten in allen Runden, die wir gespielt haben, jeweils so hektisch aufeinander geknallt, dass an Zählen nicht mehr zu denken war, weil man vor lauter Karten und Hände schlicht nichts mehr sah. Die Spezialfähigkeiten der einzelnen Spieler sowie die Bonus-/Maluspunkte am Ende jeder Runde machen es eh schon schwierig, vorherzusagen, wann man seine Karte ausspielen sollte.

So ist jede Schlägerei eine nicht planbare Angelegenheit. Dieses Kartenspiel ist jenseits von chaotisch, es erscheint mir vollkommen willkürlich, da man kaum gezielt Einfluss auf das Geschehen nehmen kann. (Allerdings kommen einige der Rezensenten in den Vereinigten Staaten zu einem anderen Schluss, mir ist nur nicht ganz klar, warum.)

Das alles ist schade, da es wohl kaum ein Spiel gibt, das so cool aussieht und so ansprechend illustriert ist wie 7-Card Slugfest. An der Kartengestaltung können sich andere Verlage ein Beispiel nehmen, am Spielverlauf von 7-Card Slugfest allerdings besser nicht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3-8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
7-Card Slugfest - Schachtel von Level 99 Games
7-Card Slugfest - Detail von Hendrik Breuer
7-Card Slugfest - Charakterkarte von Hendrik Breuer
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