8*28

eine Spielerezension von Mathias Rekasch - 14.03.2016
  Spiel bewerten Spiel kaufen kommentieren
8*28 Spielaufbau - Foto von Zoch Verlag

Ein wenig Blackjack am hauseigenen Spieletisch gefällig?! Das Ganze gibt es dann auch noch mit anderen Wertvorgaben und blauen und roten Plastikedelsteinen in einer für Gesellschaftsspieler ansprechenden Art und Weise präsentiert. So fasse ich das Kartenspiel 8*28 von Mike Hirtle, David L. Hoyt und Colin Morgan (Zoch-Verlag) in aller Kürze zusammen, wenn ich es zum ersten Mal mit Leuten spiele. Damit sind der Grundmechanismus und das Material treffend beschrieben und man kann fast schon loslegen.

Wie wird das Kartenspiel 8*28 gespielt?

Ein paar weitere Informationen muss ich dann natürlich doch noch preisgeben. So geht es in diesem Kartenspiel darum, sich mit Karten, die Werte von 1 bis 11 haben können, den Werten 8 oder 28 möglichst genau zu nähern, ohne diese zu überbieten. Mit den besonderen Karten „1-11“, die man entweder als 1 oder als 11 werten kann, kann im besten Fall auch ein sogenannter Volltreffer gelingen, der beide Werte genau erreicht.

Die Startkarte lege ich dabei verdeckt vor mir ab, jede weitere allerdings offen und für alle sichtbar. Reihum agiert jeder Spieler als aktiver Kartengeber und legt einen (blauen) Edelstein in die Mitte; dann darf jeder Spieler - einschließlich des Gebers - nach weiteren Karten fragen.

Will ich keine weitere Karte mehr erhalten, dann passe ich. Sobald alle Mitspieler dies in einer Runde getan haben, wird gewertet. Hier ist die Regel aber leider nicht eindeutig. Bin ich aus der aktuellen Runde raus, sobald ich einmal gepasst habe, oder kann ich mich später noch einmal umentscheiden und mich zur 28 vorkämpfen, wenn ich merke, dass alle auf die 8 schielen?!

Haben alle gepasst wird der Jackpot in zwei vom Wert her gleich große Hälften geteilt, und der eine Teil geht an die Person, die dem Wert 8 am nächsten, der andere an die, die dem Wert 28 am nächsten gekommen ist. Kann ich mit meinen Karten die Werte 8 und 28 gleichzeitig genau erreichen, bekomme ich alle Edelsteine aus dem Jackpot. Das Ende wird eingeläutet, sobald die roten Edelsteine eingesetzt werden müssen. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Wie gut ist 8*28?

Was mich an 8*28 gleich nach dem Studium, der insgesamt kurzen und leichten Regel, die auch mit einigen Beispielen untermalt ist, doch ein wenig geärgert hat, war die oben erwähnte Unklarheit. So ganz allein scheine ich mit dieser Frage auch nicht zu sein, denn ich habe im Netz bereits beide Auslegungen lesen können, die ich beschrieben habe. Aus meiner Sicht bedeutet das Passen in einem Spiel jedoch das Aus in der aktuellen Runde. Immerhin könnte mir ein Wiedereinstieg zu einem späteren Zeitpunkt doch einen nicht unerheblichen Vorteil bei der Verteilung des Jackpots einbringen, wenn alle anderen auf den Wert 8 gehen und ich mir eine weitere Karte geben lasse, um allein auf die 28 zu gehen.

Davon abgesehen sehe ich in 8*28 ein einfaches Bluffspiel, was sehr auffällig an Blackjack erinnert, mit den zwei verschiedenen Werten allerdings eine kleine Neuerung mit sich bringt. Mehr kann und will dieses leicht eingängige Spiel auch gar nicht sein. Und vor allem in größeren Runden mit fünf oder sechs Personen habe ich durchaus seinen Reiz als Einstiegsspiel oder Absacker festgestellt. Gerade Kinder haben Spaß an dem kleinen Nervenkitzel, sich möglichst nahe den gewünschten Werten zu nähern, scheitern genau deswegen aber auch nicht selten und überbieten.

In kleinen Gruppen zu dritt habe ich auch schon Partien gespielt, die sich ein wenig wie Kaugummi gezogen haben. Man braucht doch einige Runden, verliert aber gleichzeitig bei einem eindeutigen Kräfteverhältnis, welches man anhand der erbeuteten Edelsteine jederzeit ablesen kann, die Lust. Auch Grübler können in diesem Spiel für den einen oder anderen Frustmoment sorgen, sind die Wahlmöglichkeiten doch im Grunde nicht besonders tiefsinnig.

Am Ende bleibt nach zahlreichen Partien ein in (annähernder) Vollbesetzung recht kurzweiliges Kartenspiel mit ein bisschen Casino-Flair. Es taugt gut als Eröffnungsspiel für einen geselligen Spieleabend oder als Absacker. Bei mir wird es in passenden Runden immer mal wieder auf den Tisch kommen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20-30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel
Brettspiele-Newsletter von Reich der Spiele abonnieren