Aaargh!

eine Spielerezension von Michael Weber - 13.02.2006
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Aaargh von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Ein Spiel (fast) ohne Regeln - das ist schon etwas komisches. Also erfindet man während des Spiels mal eben welche. Und das funktioniert sogar. Anders als bei Fluxx sind aber keine chaotischen Zustände vorprogrammiert, sondern es ist ein sauberes Abwerfspiel, das Gedächtnisleistung und Kreativität fordert. Die Spielkarten enthalten je einen oder zwei gleiche der drei geometrischen Grundformen als Umriss- oder Volldarstellung und haben verschiedene - auch "halbe" - Hintergrundfarben. dazu gibt es Joker. Zu Beginn hat jeder Spieler sieben Karten. Es gibt nur vier wesentliche Eckwerte. Erstens muss vor dem Spiel geklärt werden, was ein Joker bedeutet. Zweitens wird reihum jeweils eine Karte gespielt. Drittens gewinnt der Spieler, der als erstes keine Karten auf der Hand hat. Viertens - und am wichtigsten - muss ein Spieler immer dann, wenn er nicht regelgerecht legen kann, eine Karte ziehen, eine neue Regel erfinden und dann weiter spielen. Ja, wie denn das nun? Die neu zu definierende Regel, die bereits der Startspieler erfinden muss, ist in der Form anzugeben, dass eine Karte mit ... Inhalt auf eine Karte mit ... Inhalt gespielt werden darf. Das ist es. Also zum Beispiel Quadratumrisse nur auf zwei volle Dreiecke mit rotem Hintergrund. Sämtliche Regeln bleiben während des Spiels aktiv und fordern so reichlich Gehirnschmalz, denn allzu schnell sind Regeln aus dem Gedächtnis verschwunden und durch viele neue ersetzt. Aaargh hat seinen Titel völlig zu Recht. Häufig will man den Namen des Spiels herausschreien, wenn man wieder mal eine Regel vergessen hat oder eine neu erfinden muss. Und dennoch macht das Spiel Spaß. Richtig planbar ist es zwar nicht, aber mit ein paar gemeinen Regeln, kann man auch schon mal den Hintermann eins auswischen und sich selbst über die nächsten Karten retten. Unbedingt vermeiden sollte man aber zumindest anfangs, zu komplizierte Regeln zu definieren, denn dann gerät das Spiel schnell wegen der Unspielbarkeit von Karten ins Stocken und es entsteht eine Regelflut, die kaum noch überblickt werden kann. So lange man aber die Regeln so leicht lässt wie sich das Aaargh eigentlich spielt, hat man mit diesem kleinen Kartenspiel viel Spaß. Zumal es unabhängig von der Spielgruppe überzeugt und sich durch die kurze Spieldauer auch für eine kurze Runde anbietet. Selbst zu zweit macht es nicht weniger Spaß als in voller Besetzung. Kurz, knackig, eigen - einfach ein ideales Kartenspiel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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