Adlungland

Ein attraktives Kartenspiel

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 13.07.2011
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Adlungland - Foto von Adlung Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens verewigt der Adlung Verlag sich selbst und seine Spiele in diesem Legespiel. Adlungland ist ein im Bau befindlicher Freizeitpark, der von den Spielern nach und nach errichtet wird. Reihum kann jeder immer zwei Aktionen durchführen: entweder eine neue Kartie auf die Hand nehmen oder aus der Hand ablegen. Letzteres bringt (hoffentlich) die Millionen ein, die vonnöten sind, um das Spiel am Ende für sich zu entscheiden. Allerdings kostet jedes Bauen Handkarten, die entweder auf den Ablagestapel oder zu einem der Mitspieler wandern; im schlimmsten Fall dauern die Arbeiten so lange, dass man auch mal die nächste(n) Runde(n) aussetzen darf. Zum anderen gilt es bei Adlungland, die Symbole der im Bau befindlichen und direkt benachbarten Karten im Auge zu beachten, welche für Wartezeiten, Wartung und Angst (wir reden hier schließlich von einem Familienpark) stehen. Wird hier ein gewisses Limit überschritten, hat das negative Folgen auf zukünftige Bauvorhaben – diese kosten dann mehr Karten, oder die Einnahmen werden geschmälert.

Adlungland imponiert durch seine grafische Gestaltung: Nicht weniger als 58 Werke aus dem Verlagsprogramm wurden in Attraktionen umgesetzt. Von der Bayon-Forschungsfahrt als Achterbahn über den Märchenwald bis zum Spiegelkabinett Sambesi ist alles dabei, was man in einem Vergnügungspark erwartet. Das Spiel selbst ist vom Ablauf her eine eher ruhige Optimierungsaufgabe. Wer am Zug ist, sucht den günstigsten Platz für eine seiner Attraktionen. Das kann je nach Naturell und Auffassungsgabe auch schon mal länger dauern, zumal theoretisch sämtliche Karteninformationen offen liegen und man daher versucht sein mag, auch die möglichen Vorhaben der Gegner mit in seine Überlegungen einfließen zu lassen. Hat man dann zuvor noch ein (hoffentlich!) besonders punkteträchtiges Werk errichtet, welches den Spieler aufgrund der langen Bauzeit einige Runden aussetzen läßt, kann die Wartezeit in Vollbesetzung das erträgliche Maß durchaus schon mal überschreiten.

Unter Strich ist Adlungland eine vor sich hin plätschernde Tüftelei von der Sorte, von der es schon viele gibt: ohne wesentliche Schwächen, aber eben auch ziemlich spannungsarm. Adlungland ist kein Spiel, das offensiv nervt, doch ohne besonderen Reiz, es häufiger auf den Tisch zu bringen. Wäre da nicht das ausgefallene Thema, verbunden mit der gelungenen Optik, würde es trotz des Jubiläums wohl nicht weiter aus der Produktpalette des Verlages herausragen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
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