Alles Zauberei

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 16.10.2012
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die Zaubermaterialien des großen Zauberers haben sich versteckt. Natürlich sucht der Großmeister sie nicht selbst, sondern schickt seine kleinen Nachwuchszauberer auf die Suche. Wer ist wohl am geschicktesten darin, die Sachen wieder hervorzulocken?

Alles Zauberei ist eine Art Memo-Spiel. Allerdings sind hier gleich Vorder- und Rückseite der Karten mit Motiven bedruckt. Die Vorderseite hat einen weißen Hintergrund auf dem jeweils eins der fünf entlaufenen Zauberutensilien (Amulett, Elixier, Eule, Zauberbuch, Zauberhut) zu sehen ist. Die Rückseite zeigt eines von fünf Verstecken (Bett, Dreifuß, Kamin, Truhe, Standuhr) auf farbigem Hintergrund. Jede Kombination gibt es genau einmal, insgesamt sind es also fünfundzwanzig Karten, von denen es bei Alles Zauberei die Richtige zu finden gilt. Dazu werden die Karten mit der bunten Versteckseite nach oben auf dem Tisch verteilt.

Natürlich sucht man nun nicht die Kombination, die man sich am besten merken konnte. So einfach geht das nicht in einer Hexenküche! Stattdessen entscheiden bei Alles Zauberei die Würfel, was bei gerade gesucht wird. Der Versteckwürfel gibt vor, welche Karten man umdrehen darf. Zeigt dieser beispielsweise die Truhe, darf man eine der fünf Truhen-Karten umdrehen. Der Zutatenwürfel gibt vor, was gefunden werden muss. Ist auf ihm zum Beispiel das Zauberbuch zu sehen, gilt es die Truhenkarte zu finden, hinter der sich das Zauberbuch verbirgt. Gelingt dies dem Spieler, der gerade am Zug ist, darf er die Karte nehmen und mit der Versteckseite nach oben vor sich ablegen. Anschließend darf er erneut würfeln und nochmals sein Glück versuchen. Sobald man bei Alles Zauberei eine falsche Karte aufdeckt, ist der nächste Spieler am Zug.

Im weiteren Spielverlauf kann es natürlich geschehen, dass die Würfel eine bereits gefundene Kombination erneut anzeigen. Hier zahlt sich gutes Aufpassen aus. Hat man sich nämlich gemerkt, bei wem und wo die entsprechende Karte liegt, so kann man sie seinem Mitspieler wieder abluchsen. Befindet sich die Karte mit der gesuchten Kombination im eigenen Vorrat, kann man durch das richtige Aufdecken zwar keine neue Karte hinzugewinnen, darf aber erneut würfeln und weitersuchen.

Wer gut aufgepasst hat, wird sich jetzt fragen, was auf der sechsten Seite des Würfels ist. Schließlich gibt es ja nur jeweils fünf Motive, ein Würfel hat aber sechs Seiten. Auf dieser befindet sich ein Joker. Je nach Würfel kann man sich das Versteck oder die gesuchte Zutat der zu findenden Kombination aussuchen. Wer ganz viel Glück hat und gleich beide Joker würfelt, hat somit freie Auswahl. Sobald von einer Versteckart die fünfte Karte aus der Mitte entfernt wird, endet Alles Zauberei. Der Zauberlehrling, der zu diesem Zeitpunkt die meisten Karten vor sich liegen hat, gewinnt.

Das Spiel Alles Zauberei aus der Reihe Happy Family ist eine gelungene Variante des Klassischen Memory-Prinzips. Das Material ist robust und hübsch gestaltet. Die Regeln sind kurz und gut beschrieben. Die Kombination zweier verschiedener Motive erhöht den Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum normalen Memory etwas. Die Würfel bringen ein wenig Glück ins Spiel, wodurch man auch gegen die Memo-Champions der Familie eine Chance hat.

Schön ist bei Alles Zauberei auch, dass bereits gefundene Karten nicht einfach aus dem Spiel sind und man die Möglichkeit bekommt sie seinen Mitspielern zu stibitzen. Das macht das Ganze zwar noch etwas schwieriger, da man sich diese Karten weiterhin merken muss, bringt aber gleichzeitig Spannung und Abwechslung. Ein sicher geglaubter Vorsprung kann sich so schnell wieder auflösen.

Obwohl das Spiel für Kinder im Kindergarten-und Grundschulalter konzipiert ist, macht es auch älteren Spielern Spaß, sodass man auch die größeren Geschwister zu einer Runde überreden kann. Alles Zauberei ist ein schönes Spiel, das sich in jeder Kinderspielesammlung sehen lassen kann und auch Memory-Muffel in seinen Bann zu ziehen vermag. Bei all dem Knobelspaß bleibt nur ein Rätsel offen: Wozu ist der Eulenpappaufsteller gut?

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
4
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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