Andromeda (Galakta)

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 19.04.2017
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Brettspiel Andromeda - Foto von Galakta/HDS/Asmodee

Das ganze Setting kommt bei Andromeda von Jan Zalewski (Galakta, Heidelberger Spieleverlag) mal wieder überaus dramatisch daher: Wir befinden uns in der Zukunft, die menschliche Zivilisation ist nur noch eine schwache Erinnerung und an ihrer Stelle reisen fremde Völker durch den Kosmos. Diese verhalten sich allerdings trotzdem in bestens bekannter Weise und streben mit neuen Technologien jeweils die Herrschaft über das gesamte Universum an.

Da trifft es sich gut, dass ein riesiges unbekanntes Raumschiff entdeckt wird. Es heißt Andromeda und verspricht uralte Technologien, mit denen im Rennen um die Vorherrschaft im Weltall ein gewaltiger Schritt nach vorne getan werden kann (warum auch immer - ich dachte bisher stets, aktuelle neue Technologien seien wichtiger als altes Wissen, aber das ist im Weltraum offenbar anders …). Und so stürzen sich alle auf das Raumschiff, um es mit den eigenen Forscherbrigaden zu erkunden und auszuplündern.

Wie wird Andromeda von Galakta gespielt?

Und da wird dann ganz ordentlich taktiert und getrickst. In jeder Runde wählt der Startspieler aus einem ganzen Haufen Würfel einen oder mehrere aus und bietet diese den Konkurrenten als Geschenk an. Ist allerdings niemand interessiert, muss der Startspieler seine Vorauswahl selber behalten. Das geht reihum weiter, bis jeder einmal Würfel genommen hat und alle verteilt sind. Und dann geht es an die eigentliche Erforschung der Station.

Mit jedem beliebigen Würfelsymbol kann ein neuer Sektor des Raumschiffes entdeckt und erkundet werden. Dazu wird die entsprechende Spielfeldplatte umgedreht und ein eigener Forscher aus einem angrenzenden Sektor dahin versetzt. Anschließend können auch andere Forscher den neuen Sektor betreten, wozu allerdings bestimmte Bewegungssymbole auf den eigenen Würfeln benötigt werden. Weitere Aktionsmöglichkeiten sind das Nachziehen und Entsenden zusätzlicher Forscher ins Raumschiff. Die Crew kann nämlich auch dezimiert werden, wenn die zum Rundenbeginn erhaltenen Würfel Kontaminierungssymbole aufweisen. Die entsprechenden Forscher landen dann im allgemeinen Vorrat außerhalb der Station, von wo sie später erneut aktiviert und ins Raumschiff versetzt werden können.

Ziel aller Bemühungen ist einerseits das Erfüllen von Auftragskarten, die zum Spielbeginn an die Spieler ausgeteilt worden sind bzw. offen neben der Station ausliegen und entsprechend ihrer Komplexität einige Gewinnpunkte Kontrollpunkte (KP) eintragen. Dazu müssen beispielsweise mehr eigene Forscher in bestimmten Sektoren sein, als jeder andere Gegner dort stationiert hat. Oder meine eigene Crew ist zahlenmäßig die größte oder je nach Karte auch die kleinste in der ganzen Station. Außerdem gibt es KP für sämtliche Sektoren, die durch einzelne Spieler dominiert werden. Auf diesem Wege kann auch von den speziellen Eigenschaften profitiert werden, die jeder Raum dem jeweils vorherrschenden Spieler möglich macht. Wer so schlussendlich als erster eine vorgegebene Anzahl KP erreicht, gewinnt vorzeitig. Und sonst geht das Spiel nach Ablauf von sieben Runden mit dem Sieg jenes Volkes zu Ende, das zu diesem Zeitpunkt die meisten KP besitzt.

Lohnt sich das Brettspiel Andromeda?

So futuristisch das Brettspiel Andromeda daherkommt, so herkömmlich und gleichförmig verläuft das ganze Spiel. Am interessantesten ist noch die Vorauswahl und Rausnahme der Würfel ganz zu Beginn jeder Runde. Es fällt nicht immer leicht zu erkennen, was wem dienen könnte und welche Kombinationen besser vermieden werden sollten. Außerdem ist immer zu beachten, dass die Würfel auch an mich selber fallen können, wenn keiner der Mitstreiter sie haben will. Wer da nicht aufpasst, schießt sich gewissermassen ins eigene Knie, während die Gegner mehr oder weniger lustvoll ihre eigenen Stellungen in der Station ausbauen können. Daneben aber passiert nicht viel Aufregendes, woran auch die (minimalen) individuellen Eigenschaften der einzelnen Völker nichts zu ändern vermögen.

Umso ärgerlicher ist, dass besonders in den ersten Runden und mit nicht so geübten oder eher entscheidungsschwachen Mitspielern das Ganze quälend langsam ablaufen kann. Bis jeder geprüft hat, welche Aktionen die einzelnen Würfel ermöglichen würden und ob sie dem Betreffenden selber oder aber der Gegnerschaft nützlich sein könnten, steht die Zeit in der Andromeda für alle still. Zudem ist die Anleitung nicht ganz über alle Zweifel erhaben, was zu einigem Rumblättern und kleinen Regeldiskussionen führen kann. Und da nützen dann auch die angeblichen Wunderdinge, die in der Andromeda zu finden seien, am Ende irgendwie nicht mehr allzu viel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14 (10)
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Fotos
Aufbau Andromeda - Foto von Galakta/HDS/Asmodee
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