Ara

eine Spielerezension von Frank Riemenschneider - 31.10.2005
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Ara von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die immergrünen Bäumen der Tropen sind berühmt für natürlich gewachsene Schaukeln und Futternäpfe, gefüllt mit Keksen. Eine Art Paradies für Papageien. Ein Strohhalm für jeden Papagei, der in Gefangenschaft gehalten wird. Nur, jedes Paradies hat seinen Schönheitsfehler. In den Regenwälder von Mexiko, Zentral- und Südamerika hält sich hartnäckig die Sage von Blacky, dem schwarzen Ara (Ara ararauna bläcky haba), der sich den anderen Papageien beharrlich in den Weg stellt, damit sie nicht von den üppigen Keksnäpfen naschen können. Dieses Thema bietet sich natürlich für ein Mitbringspiel geradezu an.

Kekse, der Stoff, aus dem Papageienträume sind. Vier Kekse reichen aus, um hier als Sieger das Spiel zu beenden. Das besondere an den Spielfiguren, pardon Papageien: Sie werden auf den Rand der Unterschachtel gesetzt. Pro Spieler zwei gleichfarbige Papageien. Es sind 27 Schaukeln zu sehen, sechs Schaukeln davon haben Futternäpfe. Nach dem Verteilen der Papageien, wobei die Futternäpfe freigelassen werden müssen, wird durch ein verdeckt gezogenes Kärtchen die zu spielende Farbe festgelegt. Erst danach weiß jeder Spieler, wer mit welcher Farbe sein Glück versucht.

Zur Fortbewegung im Uhrzeigersinn wird ein sechsseitiger Würfel mit den Zahlenwerten eins (ein Mal), zwei (zwei Mal), und drei (ein Mal) benutzt. Zusätzlich sind auf den Würfel noch zwei Sondersymbole zu sehen, ein fliegender und ein schwarzer Papagei (Blacky).

Wenn die Zahlenwerte fallen, muss einer der eigenen Papageien bewegt werden. Wenn es gut läuft, endet der Zug auf einem Futternapf und ein angenagter Pappkeks (es fehlt wirklich eine Ecke) darf aus der Schachtel genommen werden. Fremde Spielfiguren werden übersprungen und nicht mitgezählt, es sei denn Blacky sitzt im Weg, an ihm führt leider kein Weg vorbei. Wird Blackys Symbol gewürfelt, fliegt er auf eine freie Schaukel (Achtung: Ärgerpotenzial), aber er darf nicht auf einem Futternapf landen.

Bleibt noch der fliegende Papagei. Er setzt eine wahre Kettenreaktion in Gang. Es müssen jedes mal drei Fragen abgeklärt werden. Erstens: Sitzt einer meiner Papageien auf einem Fressnapf? Zweitens: Sitzt keiner meiner Papageien auf einem Fressnapf? Drittens: Sitzt überhaupt kein Papagei auf einem Fressnapf?Um es kurz zu machen, die Antworten: Zu erstens: Wenn ja, versetze ihn auf eine freie Schaukel. Wenn nein, nächste Frage. Zu zweitens: Wenn ja, nehme einen beliebigen fremden Papagei, der es sich auf einem Futternapf bequem gemacht hat, und versetze ihn auf eine fremde Schaukel. Wenn nein, nächste Frage. Zu drittens: Wenn ja, nimm einen eigenen Papagei, flattere auf einen Fressnapf und nimm dir einen Keks. Ein Nein gibt es jetzt nicht mehr.

Obwohl dieser Fragenkatalog eigentlich einfach ist, dauert es mehrere Spiele, bis diese drei Sachen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wenn eine Zeit lang Ara nicht gespielt worden ist, muss sich erst wieder eingelesen werden. Jeder Spieler wird, unabhängig vom Alter, unsicher, wenn der fliegende Papagei gewürfelt wird. Wie war das noch mal? Deswegen sollte mindestes einer in der Spielerunde lesen können. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt ein Mitbringspiel von guter Qualität: Farbige Holzpapageien, doppelseitig bedruckte „angeknabberte“ Pappkekse und der schwarze Papagei auf dem Holzwürfel hat sogar ein glänzendes Auge.

Für kleine Taktiker gibt es noch eine „Profiregel“:Unabhängig von der Spieleranzahl wird mit allen Papageien gespielt.Die Papageien, die keinem Spieler gehören, werden nicht bewegt und beim Ziehen werden die mit fremden Papageien besetzten Schaukeln und Fressnäpfe mitgezählt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
10
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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