Arcanum

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 03.02.2013
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Arcanum von Heidelberger Spieleverlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Arcanum, dieser aus der Esoterik entlehnter Begriff bedeutet soviel wie Geheimnis oder Geheimwissen. Gleichzeitig ist das Arcanum aber auch eine Trumpfkarte im Tarot-Spiel. Bevor sich dessen Spielkarten ab dem 18. Jahrhundert vor allem als Deutungssystem für Wahrsager einen weltweiten Namen machten, war Tarot ein einfaches Kartenspiel dessen Wurzeln bis ins Italien des 15. Jahrhunderts zurückreichen. Die Autoren Andrea Chiarvesio und Pierluca Zizzi haben erstmalig die Spielkarten eines Tarotspiels zum Motor ihres bei Lo Scarabeo Games erschienen Spiels Arcanum gemacht.

Vor den Spielern breitet sich auf dem grafisch wunderschön gestalteten Spielplan eine kleine mittelalterliche Hafenstadt aus. Deren Geschicke versuchen vier Adelshäuser zu beeinflussen und dabei letztendlich zum mächtigsten Haus der Stadt aufzusteigen. Den Spielern hingegen ist keines dieser Adelshäuser dabei direkt zugeordnet. Sie versuchen lediglich durch geschicktes und überlegtes Ausspielen ihrer Handkarten zum einen die Macht der einzelnen Häuser zu steigern, sich aber gleichzeitig an den Mächtigsten zu beteiligen, um entsprechende Siegpunkte zu erhalten.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler vier kleine und eine großes Arcanum, so heißen in diesem Spiel die Spielkarten. Während die kleinen Arcanum-Karten in vier verschiedenen Farben von 1-10 durchnummeriert sind oder die Symbole der vier Hoffiguren Bube, Ritter, Königin und König tragen, zeigen die großen Arcanum-Karten neben ihrer wunderschönen Illustration lediglich eine römische Zahl. Die jeweilige Bedeutung dieser Aktionskarte muss dabei allerdings immer nachgeschlagen werden. Mittels der kleinen Arcanum-Karten können die insgesamt 16 Hoffiguren (also 4 pro Haus) zwischen den zehn nummerierten Bereichen auf dem Spielplan bewegt werden. Wobei die Figuren zu Beginn des Spiels zufällig auf den Bereichen verteilt werden.

Das Spiel selbst wird in Runden gespielt, je nach Anzahl der Mitspieler endet es nach 8 bzw. 9 Spielrunden. Dabei gliedert sich jede Runde in zwei Phasen auf. Zum einen ist das das Ziehen von neuen Arcanum-Karten und das verdeckte Ablegen einer kleinen Arkanum-Karte. Anschließend folgt in der zweiten Phase das Bewegen der Hoffiguren mittels Arkanum-Karte und eventuell die anschließende Vergabe der entsprechenden Prestigepunkte. Diese werden allerdings nur bei Erfüllung der den zehn nummerierten Bereichen zugeordneten Bedingungen gewährt. Innerhalb des Spiels gibt es nach dreimal nach festgelegten Rundenzahlen eine Punktewertung. Dabei wird verglichen, wie erfolgreich die Spieler die Adelshäuser mit den derzeit meisten Prestigepunkten durch ihre verdeckt abgelegten Arcanum-Karten unterstützen konnte. Davon abhängig werden an die Spieler Siegpunkte vergeben. Nach der jeweiligen Wertung werden die von den Spielern abgelegten Arcanum-Karten eingemischt und die Prestigepunkte der Adelshäuser auf Null gesetzt, so dass alle Spieler wieder mit den gleichen Bedingungen starten können.

Im Spiel Arcanum müssen die Spieler also ständig abwägen ob sie mit ihren wenigen Karten verdeckt auf ein Adelshaus setzen oder dieses ganz offiziell auf dem Prestige-Track voran bringen wollen. Der Spielmechanismus funktioniert dabei recht gut und es können sich spannende und flotte Partien entwickeln, wobei die Spieler allerdings selbst darauf achten müssen, immer genügend Karten auf der Hand zu haben, um auf alle Situationen reagieren zu können.

Ein großes Problem liegt allerdings bei den 22 großen Arcanum Karten. Diese sind zwar wunderschön gestaltet, allerdings fehlt auf den Karten eine direkte Symbolik welche Aktionen sie bewirken können. So müssen die Spieler immer wieder nachgeschlagen, was den eigentlichen Spielfluss stört. Zudem liegen dem Spiel leider nur 4 entsprechende Übersichten bei, was bei einer Empfehlung für bis zu 5 Spielern ein No-go ist.

Das Spielmaterial selbst ist reichhaltig, hat eine sehr hohe Qualität und insbesondere die Grafik ist grundsätzlich sehr gelungen und stimmig. Die Regel ist schnell verinnerlicht und erklärt, Probleme treten aber immer wieder bei den Wirkungsweisen der großen Arcanum-Karten und den Bedingungen für Prestigepunkte auf. Das Spiel hat speziell in größerer Spielerzahl ein deutlich größeres Glücksmoment und ist damit wenig planbar. Insofern ist es vor allem für Gelegenheits- und Familienspieler sowie für Freunde schöner Grafiken und Tarotkarten interessant. Für Vielspieler gibt es hingegen in diesem Bereich andere und deutlich fordernde Spiele.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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