Arena: For The Gods!

eine Spielerezension von Kevin Ewe - 30.04.2018
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Arena: For The Gods - Foto von Iello/Huch
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Wie sicherlich viele andere, trage auch ich mich seit meiner Jugend mit dem Gedanken, selbst mal ein Spiel zu entwickeln. Das einfache Thema "meines" Spiels war mir dabei von Anfang an klar: Alle Spieler sollten recht sinnfrei in einem abgesteckten Spielareal gegenseitig auf sich einknüppeln; wer am Ende noch steht, hat gewonnen. Mir war immer klar, dass kein Verlag so verrückt wäre, so ein wirklich überhaupt nicht familientaugliches Thema auf den Markt zu werfen. Trotzdem konnten, zumindest in meiner Vorstellung, meine Mitspieler gar nicht genug davon bekommen, ihre Gladiatoren von meinen Kämpfern in epischen Würfelkämpfen zerlegen zu lassen. Ganz wichtig waren dabei austauschbare Waffen mit verschiedenen Fähigkeiten. Doch plötzlich muss ich feststellen, dass ich an meiner Idee überhaupt nicht mehr weiter feilen muss: Iello/Huch! hat "Arena: For the Gods!" von Paul Mafayon herausgebracht und das kommt dem Spiel, welches schon so lange in meinem Kopf herumgeistert, schon ziemlich nahe.

Wie wird Arena: For The Gods! gespielt?

Ein Unterschied zu "meiner" Version ist sehr augenfällig: Wir beenden das Spiel, sobald der erste die Segel streicht, und gewonnen hat in diesem Moment derjenige Spieler, der dann noch die meisten Lebenspunkte besitzt. Außerdem bildet der Kampf in der mittelalterlichen Arena nur die zweite Hälfte des Spiels. In der ersten Hälfte wird die Verteilung der Ausrüstung geregelt, was mindestens genauso wichtig ist. Bevor wir die Arena der Götter betreten, müssen von vier Kartenarten (Waffe, Reittier, Verteidigung und Zauber) jedem Kämpfer eine Karte zugeordnet werden. Dazu werden von einem Kartentypus so viele Karten aufgedeckt, wie Spieler teilnehmen, dann bieten die Spieler mit Lebenspunkten darum, sich zuerst eine Karte aussuchen zu dürfen. Wer also die beste Ausrüstung zusammengezogen hat, startet mit weniger Lebenspunkten in der Arena. Sind alle Kartentypen auf diese weise abgehandelt, positioniert man seine Götterfigur in der Arena und die Schlacht beginnt.

Nun würfeln die bis zu sechs Spieler nacheinander mit sieben Würfeln. Die Ausrüstungskarten erlauben dem Spieler, für das Würfeln verschiedener Symbole verschiedene Aktionen auszulösen. Ich darf einmal eine beliebige Anzahl Würfel neu werfen, aber spätestens mit dem zweiten Wurf muss dann gearbeitet beziehungsweise gekämpft werden. Hier gilt es nun, viele taktische Aspekte abzuwägen. Sollte ich Abstand gewinnen oder angreifen? Es gibt Nah- und Fernkämpfer, schnelle und langsame Helden, dazu unterschieldiche Zahl von Lebenspunkten und es gewinnt nur der Held, der am Ende über die meisten der kleinen roten Würfel verfügt. Der Spielplan ist gespickt mit Dornenfallen und Lebensbrunnen und auch zu nah an einer Falle zu stehen kann sich schnell als nachteilig herausstellen, wenn zum Beispiel jemand über die Fähigkeit "schubsen" verfügt.

Wie gut ist Arena: For The Gods!

Optisch macht das Brettspiel einen verdammt guten und vorallem wertigen Eindruck, Designer Maxime Rambourg hat hier einen guten Job gemacht. Das Sahnehäubchen sind acht Pappsäulen zum Aufstellen, die der Schachtel beiliegen. Man merkt Arena: For The Gods deutlich an, dass irgendwie ein wenig King of Tokyo drinsteckt, nur dass diesmal ein Spielbrett dabei ist. Das verleiht zwar mehr Tiefe und erweitert die "Ich-versuche-mir-die-Multikill-Combo-zusammenzuwürfeln-Strategie" um einen starken taktischen Aspekt, nimmt allerdings auch deutlich die Spielgeschwindigkeit raus und spielt sich nicht so locker-flockig wie der Vorgänger. Ähnlich wie bei King of Tokyo ist durch die Würfel und den Bietmechanismus ein hoher Glücksfaktor mit dabei, was man mal wieder mögen muss. Arena: For the Gods! macht dafür jedes Spiel ein bisschen anders, weil Waffe, Reittier, Verteidigung und Zauber neu angeordnet neue Kämpfer und damit neue Möglichkeiten ergeben, allerdings sind die Gegenstände teilweise sehr ähnlich.

Eine tolle Variante, mit der wir viel Spaß gehabt haben: Der Titanenkampf, in dem ein Spieler gegen alle anderen antreten muss, und auch der Kampf in Teams machen definitiv Laune. Dass das Spiel endet, sobald der erste Spieler ausgeschieden ist, vermeidet unnötige Wartezeiten der ausgeschiedenen Mitspieler. Ein Wermutstropfen ist, dass die Lebenspunkte verdeckt hinter dem Sichtschirm gehalten werden, was zwar Spannung generiert, aber Spieler mit einem guten Erinnerungsvermögen klar bevorteilt. Außerdem gibt es manchmal ein Unentschieden beim Bieten um die Ausrüstung und dann wird es manchmal hakelig: Bei uns musste wegen völliger Uneinigkeit häufig komplett gelost werden und am Ende waren alle unzufrieden mit dem zugelosten Gegenstand. Die Verteilung der Ausrüstung ist damit also eher pragmatische Notwendigkeit, als spannender Biet- und Verteilungskampf. Trotzdem: Ich muss mir wohl eine neue Spielidee suchen, die entwickelt werden will. Das Thema Gladiatorenkampf hat Iello abgearbeitet und zwar deutlich besser, als ich das könnte.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30-40
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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