Armeebuch: Hochelfen

ein Spiele-Artikel von Ralf Schallert - 31.01.2008
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Ein äußerst interessantes, wenngleich auch sehr schwierig zu spielendes Volk im Warhammer-Universum sind die Hochhelfen. Ihre Kultur entstand auf dem Inselkontinent namens Ulthuan, einem Ort unglaublicher Magie. Diese Magie gepaart mit mächtigen Schutzzaubern sorgt seit jeher dafür, dass der Inselkontinent nicht für immer in den Fluten des anbrandenden Ozeans versinkt.

Einst waren die Hochelfen eines der mächtigsten Völker in der Warhammer-Welt, doch ständige Invasionen von außen sowie blutige Zwiste untereinander haben das Land langsam aber sicher ausbluten lassen. So sind die Hochelfen nunmehr nur noch ein Schatten ihrer selbst, wenngleich nicht weniger stolz und gewaltig anzusehen. Angeführt werden sie vom Doppelthron, dem Phönixkönig, einem für die Zeit seines Lebens in dieses Amt gewähltem Prinzen und der Immerkönigin, welche Ihren Thron vererbt.

Im Herbst 2007 fiel der Startschuss zur Überarbeitung dieses Volkes mit dem Erscheinen dieses Armeebuches in der 7. Edition. Wie beim Hersteller üblich ist das Armeebuch im Softcover gebunden. Es wird auf insgesamt 104 Seiten, welche mit schönen schwarz-weißen Grafiken illustriert sind, alles Wissenswerte zu diesem Volk aufgezeigt. Dem besseren Verständnis und der optischen Untermalung dienen diverse farbige Fotos fertig bemalter Miniaturen, die gleichzeitig als ein kleiner Leitfaden für die mögliche Gestaltung der Hochelfenarmee dienen.

Das Buch ist wie gewohnt in mehrere Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel befasst sich mit dem Volk der Hochelfen selbst sowie dem Inselkontinent Ulthuan und allen darauf befindlichen Königreichen, ihrer Geografie, ihrer Geschichte und Ihrer Kultur. Im darauf folgenden, zweiten Abschnitt finden sich in chronologischer Reihenfolge alle wichtigen Informationen zu allen bisherigen Phönixkönigen die in der Geschichte der Hochelfen auf dem Thron Platz genommen hatten. Hier werden sehr anschaulich die komplette Geschichte des Hochelfenvolkes ausgebreitet, die wichtigsten Schlachten erläutert und auf alle großen Helden eingegangen. Den Abschluss des Kapitels bildet eine Zeitleiste auf der nochmals kurz und knapp die wichtigsten Daten erläutert werden und die somit perfekt zum schnellen Nachschlagen geeignet ist.

Der dritte Abschnitt widmet sich sehr ausführlich der Erläuterung aller Streitkräfte der Hochelfen. Hier werden die Stärken und auch Schwächen der Charaktere, der Kern- und Elitetruppen, der Kriegsmaschinen und Bestien aufgezeigt sowie auf Sonderregeln bei ihrem Einsatz, besondere Ausrüstung und natürlich ihre Geschichte und Herkunft eingegangen. Die Armeelisten mit allen wichtigen Angaben zu den einzelnen Truppen und Charakteren wie zum Beispiel Kosten pro Modell, Ausrüstungsmöglichkeiten und -beschränkungen bilden zusammen mit der exakten Auflistung aller mächtiger oder magischer Waffen, Rüstungen und Gegenstände den Abschluss des Buches. Auch hier kann bei etwaigen Fragen schnell nach geschlagen werden. Ein besonderes Highlight sind die farbigen Fotografien fertig bemalter Miniaturen aller Truppen und Charaktere der Hochelfen. Besonders schön gestaltete Ausrüstung wird in Detailfotos gezeigt. Ein kleiner Exkurs zu elfischen Runen und den verschieden je nach Herkunft gestalteten Bannern und Schilden beschließt diesen Abschnitt.

Das neue Armeebuch und die damit verbundenen Veränderungen waren überfällig. Viele Infanterieeinheiten sind endlich im Spiel preiswerter und stärker. Nun können auch die Hochelfen eine richtige Infanterie aufstellen, um im Kampf gegen andere Fraktionen zu bestehen. Die allgemeine Sonderfähigkeit des Erstschlages lässt alle Gegner erzittern. Allerdings bleiben die Hochelfen ihrem Grundkonzept treu: Sie sind eine teure und sehr fragile Armee, in der jede Miniatur doppelt zählt, da sie aufgrund großer Grundkosten nicht so leicht ersetzt werden kann. Hier gilt „Klasse geht vor Masse“.

Die Hochelfen stellen eine potentielle gefährliche Armee in den Händen eines geübten Warhammer-Spielers dar. Neulinge des Genres sollte es sich ob dieser Grundprobleme und dem damit verbundenen erhöhten Frustfaktors in Schlachten lieber zweimal überlegen, ob sie mit den stolzen Hochelfen in den Krieg ziehen wollen. Das die Langohren allerdings extrem cool sind, das steht außer Frage.

Das überarbeitete Armeebuch ist ein Muss für jeden ambitionierten Spieler im Warhammer-Universum, sei es, dass er selbst mit den Hochelfen ins Gefecht zieht, oder auch nur um ihre Stärken und Schwächen zu kennen. Der Hersteller jedenfalls hat hier alles goldrichtig gemacht. Sinnvolle Verbesserungen und Veränderungen sorgen für viele, viele neue Tabletop-Schlachten mit dem Volk der Hochelfen. Zugreifen!

Spieleinfo

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10