Auf Teufel komm raus

eine Spielerezension von Silke Groth - 21.12.2013
  Spiel kaufen kommentieren
Auf Teufel komm raus von Zoch Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der Preis für die beste Kombination aus Autorennamen und Spieltitel geht für das Erscheinungsjahr an den Zoch Verlag. Ein Zockerspiel, dessen Autoren auf den schönen Namen Engel hören, Auf Teufel komm raus zu nennen ist genial. In diesem familienfreundlichen Wettspiel mit zochtypischer tollen Ausstattung (Pokerchips, Holzscheiben, überdimensionierte Pöppel) geht es darum, die meisten Kohlen aus dem Höllenofen zu stibitzen, beziehungsweise darauf zu wetten, wie viel des schwarzen Goldes dem Teufel in einer Runde verlustig geht.

Auf Teufel komm raus - Wetten, bis der Gehörnte erscheint

Der Ofen ist mit Kohlescheiben bestückt, deren Werte zwischen zehn und 100 Punkten liegen oder ein Teufelssymbol besitzen. Alle Spieler wetten zeitgleich mit ihren Pokerchips darauf, wie viel Kohlepunkte ein einzelner Spieler mindestens aus dem Feuer hohlen kann ohne, dabei einen Teufel aufzudecken. Nacheinander deckt nun jeder Spieler Kohlescheiben auf. Solange kein Teufel erscheint, hat der Spieler die Wahl weiterzumachen oder seinen Zug freiwillig zu beenden. Wenn der Zug ein freiwilliges Ende findet, werden alle Kohlestücke des Spielers zusammengezählt (der Kohlebetrag), sollte hingegen ein Teufel aufgedeckt werden, wird alle Kohle wertlos.

Auf Teufel komm raus ist ein Spiel mit dem Risiko

Nachdem alle Spiele an der Reihe waren werden die Gewinne ermittelt. Nur Spieler, deren gewetteter Einsatz den höchsten Kohlebetrag nicht überschreiten, bekommen einen Gewinn ausgezahlt, der dem eingesetzten Betrag entspricht. Wer in einer Runde den höchsten Betrag gewettet hat, darf sich sogar um über die doppelte Summe freuen. Ist der Einsatz nicht „gedeckt“, geht er natürlich flöten. Wie im richtigen Leben: Großes Risiko verspricht richtig fette Gewinne, steigert aber natürlich auch die Chancen eine Bauchlandung hinzulegen. Auch sind die Mitspieler selbstredend nicht unbedingt motiviert mehr Kohlen als nötig aufzudecken, wenn sie sehen, dass jemand anderes massiv profitiert. Zusätzlich zu der Gewinnausschüttung werden noch zwei Boni (höchster Kohlebetrag, meiste aufgedeckte Kohlestücke) vergeben.

Geld scheffeln bis zum Spielende

Das Gesamtvermögen der Spieler muss zwar nicht auf den Zähler genau offengelegt werden, allerdings wird mittels einer Punkteleiste zumindest die ziemlich genaue Richtung klar. Es gibt Felder mit fixen Punktwerten, wie beispielsweise 300 oder 500, die Felder dazwischen liegen aber quasi im Nebel, umfassen einen größeren Bereich und lassen so nur Vermutungen zu. Aber nicht nur für den Zwischenstand sind diese Felder von Bedeutung. Der Teufel zeigt Verständnis für arme Seelen, die ihre Chips etwas zu großzügig einsetzten und somit auf der Punkteleiste hinten liegen und bietet ihnen einen Pakt an. Deckt ein Spieler nun einen Teufel auf, muss er jedem sich in einem Pakt befindlichen Spieler einen Betrag zahlen. Ein schöner „Gleichmacher“, der auch zurückliegenden Spielern immer die Chance lässt wieder Anschluss zu gewinnen. Sobald ein Spieler am Ende einer Runde mindestens 1.600 Punkte sammeln konnte, endet das Spiel.

Wie gut ist Auf Teufel komm raus?

Auf Teufel komm raus vermischt gekonnt den bekannten Can't-Stop-Mechanismus mit einem Zockerspiel. Leichter Einstieg, tolles Material, hohe Interaktion (alle Spieler fiebern auch dann dann mit, wenn die Mitspieler die Kohlen umdrehen). Flott gespielt, spannend und dabei sehr witzig – ein Spiel, das eine breite Spielerschicht anspricht.

Zwei kleine Kritikpunkte sollen nicht unerwähnt bleiben obwohl sie den Spielspaß nur gering trüben: Die Rechnerei am Rundenende lässt das ansonsten sehr schnelle Spiel ins Stocken kommen und die Stückelung der Wettchips ist etwas unausgewogen, wodurch recht häufig getauscht werden muss. Als überhaupt kein Problem hat sich hingegen in unseren Runden die Maserung der Holzscheiben herausgestellt. Hätte ich nicht an anderer Stelle darüber gelesen, wäre es mir nie aufgefallen, dass sich einzelne Scheiben anhand ihrer Rückseite unterscheiden lassen könnten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
40
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel