Avatar: Der Herr der Elemente

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 31.12.2006
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Avatar: Herr der Elemente von Anita Borchers
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Bei Avatar handelt es sich um ein klassisches Sammelkartenspiel. Es besteht aus insgesamt 55 häufig, 55 weniger häufig und 55 selten vorkommenden Karten. Eine zusätzliche Besonderheit bei Avatar sind die 60 unterschiedlichen Kammerkarten, etwas dickere Spielkarten, die jeweils eine Schlagkarte beinhalten, die man herausziehen kann. Zusätzlich sind einige Karten mit einem optisch ansprechenden reflektierenden Druck versehen. Überhaupt sind alle Karten sehr nett und liebevoll im gleichen Stil gehalten, wie die gleichnamige Zeichentrickserie, die als Vorlage diente.

Das Spiel ist erhältlich als Zwei-Spieler-Starterset, das 60 normale und zwei Kammerkarten enthält und das man mit den zusätzlich erhältlichen Boosterpacks, bestehend aus neun Karten und einer Kammerkarte, ergänzen kann. Wie normalerweise üblich bei Sammelkartenspielen ist in dem Zwei-Spieler-Startset nur eine absolute Minimalausstattung enthalten. Es eignet sich lediglich, um das Spiel näher kennen zu lernen. Möchte man zwei gemäß den Regeln gültige Decks zusammenbauen, benötigt man schon mindestens zweimal 60 Karten.

Das Zwei-Spieler-Starterset enthält neben den 62 in der Standardgröße gehaltenen Karten noch zwei Spielpläne, die zur anfänglichen Unterstützung dienen und eine Spielanleitung, die zusammen in einer schön gestalteten Plastikbox verpackt sind.

Im Spiel treten immer zwei Kontrahenten zu einem Schlagabtausch gegeneinander an. Jeder hat ein eigenes Deck und einen eigenen Avatar, repräsentiert durch eine Kammerkarte. Diese beiden Avatare spielen gegeneinander und prügeln sich, bis einer der beiden drei Schläge einkassiert und der andere Spieler somit gewonnen hat.

Der eigene Zug beginnt immer mit einem Schlag, den der Gegner gegen den eigenen Avatar gespielt hat. Diesen Schlag kann man mit der mit Abstand häufigsten Kartenart im Spiel, der Schlagkarte abfangen und dabei gleichzeitig einen Gegenschlag ausführen. Dazu enthält jede Schlagkarte einen Schlagwert und einen Abfangwert, der mindestens so hoch wie der Schlagwert des gegnerischen Schlages sein muss, um ihn abzufangen. Eine solche Karte kann man aber leider nicht aus der Hand spielen, wie bei anderen Kartenspielen, weil es bei diesem Spiel gar keine Handkarten gibt. Stattdessen werden alle Karten vom verdeckten Stapel gezogen.

Um diesen großen Glücksfaktor etwas zu relativieren, hat man nicht nur einmal die Chance, den gegnerischen Schlag zu blocken, sondern gleich dreimal. Es gibt nämlich drei unterschiedliche Energiezonen: Grün, Gelb und Rot, in denen man nacheinander seine Karten aufdeckt, bis man eine passende Karte gefunden hat, die man spielen möchte. Neben den Schlagkarten kann man auch Verbündete aufdecken. Dies sind permanent in einer Farbzone liegende Karten, die den Angriff und die Verteidigung aus dieser Zone vereinfachen können. Zusätzlich gibt es noch Vorteilskarten, die dem Spieler, wie der Name schon sagt, einen zusätzlichen Vorteil verschaffen können, der aber nur bis zum Beginn seines nächsten Zuges gilt.

Wann immer man eine Karte spielen und nutzen möchte, muss man allerdings die auf der Karte angegebenen Energiekosten bezahlen. Hierfür gibt es grüne, gelbe und rote Energien, die durch verdeckte Spielkarten in den einzelnen Zonen dargestellt werden und die immer zu Beginn eines Zuges mit ein bis drei Karten wieder aufgetankt werden, je nachdem, in welcher Zone der Gegner den letzten Schlag verteidigt hat. Leider bekommt man auf diese Weise nicht gerade sehr viel Energie zurück, sodass man mit dieser ziemlich haushalten muss.

Durch das Ausspielen von Vorteilskarten passiert in diesem Spiel noch etwas: Die Zone, aus der die Vorteilskarte gespielt wurde, wird aufgeladen, und wenn alle drei Zonen aufgeladen sind, kann man endlich die geheime Funktion der Kammerkarte spielen. Dies ist ein sehr mächtiger Schlag, der normalerweise sowohl einen hohen Abfang- als auch einen hohen Stärkewert besitzt und es dem Gegner somit sehr schwer gemacht wird, diesen Schlag abzufangen.

Das Spiel ist ansprechend gestaltet und die Anleitung ist umfangreich aber einfach geschrieben, auch wenn die Ausdrucksweise streckenweise etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zusätzlich kann man die Regeln im Internet interaktiv, aber leider nur auf Englisch erlernen.

Das Spiel richtet sich aufgrund seines Kindercomic-Hintergrundes und des recht großen Glücksfaktors beim Kartenziehen eher an Kinder. Ob es sich auf diesem umkämpften Markt gegen Pokemon oder Yu-Gi-Oh durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Vielleicht hilft es ja, dass sich das Spiel mit anderen Sammelkartenspielen kombinieren lässt, die den gleichen Spielmechanismus verwenden, der den Namen Quickstrike trägt. Dies ist zur Zeit nur das Spiel Pirates Of The Carribean, aber vielleicht folgen dem ja noch weitere.


Erklärung:
Was ist eigentlich ein Sammelkartenspiel? Sammelkartenspiele, auf Englisch Trading Card Games (TCG), sind Kartenspiele, bei denen die normalen Spielregeln ergänzt werden durch zusätzliche Regeln, die auf den einzelnen Karten stehen, von denen es im Allgemeinen sehr viele Karten in unterschiedlicher Häufigkeit gibt. Jeder Spieler tritt bei einem solchen Spiel mit seinen eigenen Karten an, die er in einem so genannten Deck vereint. Zum Ausspielen der Karten ist häufig der Einsatz einer Energiequelle gefordert. Ziel solcher Spiele ist es, den Gegner oder dessen Karten zu vernichten. Bei Sammelkartenspielen ist es im Allgemeinen so, dass die seltenen Spielkarten auch die stärkeren Spielkarten sind und ein Spieler ein stärkeres Deck hat und somit öfter gewinnt, je mehr Geld er in die Spielkarten investiert.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Fotos
Avatar: Herr der Elemente von Anita Borchers
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Kommentare

Gibt es noch jemand der diese Karten sammelt? ich habe über 1000 Karten, nur die Nummer 183 "Katara Kammerkarte" fehlt mir noch, gibt es jemand der diese hat und Tauschen oder verkaufen möchte?