Bang! The Dice Game

eine Spielerezension von Silke Groth - 07.09.2014
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Bang! The Dice Game - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 3 Min

Morgens halb 10 in Dodge City. Da braucht man etwas, das einfach zu spielen ist und nicht so viel Zeit kostet, wie ein herkömmliches Western-Kartenspiel (nennen wir es einfach mal Bang!), denn bis High Noon bleibt ja nicht mehr viel Zeit. Gut, dass es jetzt mit Bang! - The Dice Game eine passende Alternative gibt. Es enthält fast alles, das wir schon aus der Kartenvariante kennen, verzichtet aber auf zeitraubende und unnütze Kinkerlitzchen, wie das Ducken. Denn ein wahrer Sheriff sieht dem rauchenden Colt mit einem Lächeln im Gesicht direkt in die Mündung.

So wird Bang! The Dice Game gespielt

Jeder Spieler verkörpert eine Rolle (Sheriff, Hilfssheriff, Bandit oder Gesetzloser), die mit Ausnahme des Sheriffs unbekannt bleibt und erhält eine individuelle Spezialfähigkeit durch eine Charakterkarte. Die Grundkonstellation ist bekannt: Die Gesetzeshüter möchten die geballte kriminelle Energie beseitigen, die Banditen den Sheriff ins Jenseits befördern, während der Gesetzlose einfach alle um die Ecke bringt, sich den Sheriff aber als letztes aufheben muss. Das Spiel endet, wenn entweder der Sheriff oder alle Kriminellen aus dem Spiel genommen wurden, indem sie ihre letzte Patrone (Lebenspunkte) abgeben mussten.

Das schnelle Scharmützel wird mit Würfeln ausgetragen, die sechs verschiedene Symbole zeigen. Im Uhrzeigersinn würfelt jeder Spieler in Kniffelmanier bis zu dreimal. Dabei darf, abgesehen von der Dynamitseite, jeder Würfel erneut geworfen werden. Für jedes Pfeilsymbol muss ein Spieler einen Marker aus der Tischmitte nehmen. Ist dieser Vorrat erschöpft, kommt es zum Indianerüberfall und jeder Pfeilmarker im Besitz eines Spielers kostet einen Lebenspunkt. Drei Dynamitstangen kosten ebenfalls einen Lebenspunkt und beenden durch eine überraschend kurze Lunte den Zug. Fadenkreuze sind ebenso schmerzhaft, diesmal trifft es glücklicherweise einen Nachbarn, der ein oder zwei Plätze entfernt sitzt. Drei Gatlingsymbole vertreiben Indianermarker und bringen alle anderen Spieler um einen Punkt dem Exitus näher. Einziges „Positiv-Ereignis“ ist das Bier-Symbol: Bier ist nicht nur äußerst schmackhaft, nein, ihm wohnt auch eine ungeahnte Heilkraft inne. Für jedes Symbol bekommt ein beliebiger Spieler (also nicht zwangsweise der Würfler) einen Lebenspunkt zurück.

Wie gut ist Bang! The Dice Game?

Bang – The Dice Game von Abacusspiele kann gut und gerne als Konzentrat durchgehen. Bis auf wenige Unterschiede wird das Spielgeschehen des kartengesteuerten Voräufers eins zu eins umgesetzt, nur in einer deutlich komprimierten Spieldauer. Und damit ist das größte Manko ausgeräumt: Wo sich Bang! zeitweise wie Kaugummi zog, läuft es hier flott dem Ende entgegen. Die Spieler scheiden, meist schneller als ihnen lieb ist, aus dem laufenden Spiel aus, was sich bei der kurzen Spieldauer aber als überhaupt kein Problem darstellt.

Als absolutes Minimum sollten fünf Spieler dabei sein, da erst hier alle Rollen dabei sind und der Hilfssheriff mit von der Partie ist. Besser sind sechs, weil durch die Sitzanordnung nun nicht mehr jeder Spieler direkt mit der Pistole erreicht werden kann. Generell nimmt der Spielreiz mit jedem zusätzlichen Spieler zu. Die Rollen spielen sich sehr unterschiedlich und auch durch die Spezialfähigkeiten der Charaktere wird es sehr abwechslungsreich. Wie im Kartenspiel ist auch ein Bluffelement vorhanden. Der Sheriff muss versuchen, Freund und Feind auseinander zu halten, was bei Banditen noch einfach ist (wer schießt sonst schon auf den Sheriff), sich aber bei Gesetzlosen und Hilfssheriffs als deutlich schwieriger erweist, da beide gleichermaßen ein Interesse am Wohlbefinden des Sheriffs haben. Das bietet Raum für nette „Tischgespräche“ in denen der eine oder andere Spieler Opfer einer falschen Verdächtigung wird.

Einfachste Regeln, eine sehr überschaubare Spieldauer und ein sehr interaktiver und spaßiger Spielverlauf machen Bang! The Dice Game zu einem idealen Vertreter der Kategorie Einstiegs- oder Absackerspiel. Ein empfehlenswertes Spiel für jeden Spielertyp!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
3-8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8-
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
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