Bison

eine Spielerezension von Michael Weber - 16.06.2016
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Brettspiel Bison - Foto von Piatnik
Lesezeit: ca. 3 Minute

Eins vorweg: Bison ist nicht das Bison von Kramer/Kiesling, sondern eine Neuauflage von Buffalo des Altmeisters Alex Randolph. Warum Piatnik sich zu diesem ungünstigen Namenswechsel des - so etwas wie - Klassikers aus den 1970er-Jahren entschlossen hat, bleibt mir unklar.

Wie wird das Brettspiel Bison gespielt?

Doch zunächst zum Spiel, das für zwei Spieler ist. Eine Herde Bisons steht auf einer Seite des Spielbrettes und ein Indianer mit seinen vier Hunden auf der anderen Seite. Das Problem für ihn ist, dass die Büffel auf sein Dorf zurennen. Also muss er eben dieses verhindern. Dazu setzt er seine Hunde ein und versucht, die Bisons aufzuhalten. Das gibt ihm die Möglichkeit, nahe an die riesigen Büffel heranzukommen und sie einen nach dem anderen zu eliminieren. Während er nur ein Feld laufen darf, können sich die Hunde beliebig weit bewegen und einzelne Büffel blockieren. Das gibt ihm Raum und Zeit, taktisch geschickt vorzugehen. Sind alle Bisons eliminiert, gewinnt der Indianer.

Genau das versucht jedoch auch der Gegenspieler mit seinen Bisons. Dazu muss er einen einzigen Bison zur gegnerischen Grundlinie durchbrechen lassen. Er setzt in jedem Zug eines der riesigen Huftiere ein Feld vor. Dabei versucht er, den Indianer und seine Hunde so über das Spielfeld zu locken, dass er eine irgendwann uneinholbar freie Bahn hat.

Nach der ersten Runde werden die Seiten getauscht. Wer als erster auf beiden Seiten gewinnen kann, ist Sieger bei Bison.

Wie gut ist Bison (Buffalo) von Alex Randolph?

Bison ist tatsächlich so einfach, wie es klingt. Das Erklären ist mit zwei bis drei Sätzen erledigt, eine Runde dauert normalerweise keine fünf Minuten. Das ganze Spiel dann je nach Verlauf eher 15 Minuten als die auf der Schachtel angegebenen 30 Minuten.

So einfach und schnell es gespielt ist, so elegant ist Bison auch. Die Sache hat nur einen Haken. Das Brettspiel für zwei Personen bleibt damit klar hinter der Entwicklung der letzten Jahrzehnte zurück. Das Spielprinzip ist immer noch schön, aber schon sehr, sehr simpel. Eine leichte Spiele liebende Mitspielerin deutete sogar an, dass die Banalität nicht einmal mehr Hauptschüler hinter dem Ofen vorlockt. Das lasse ich mal unkommentiert als Fazit der Partien gegen sie stehen.  

Tatsächlich hat Bison ein bisschen den Charme eines Tic-Tac-Toes. Wer den ersten Fehler macht, wird die Partie normalerweise verlieren. Das kann man eine taktische Herausforderung nennen oder einfach Langeweile. Noch einmal: Der Mechanismus ist schön und elegant, aber eben über 40 Jahre alt. Ihm fehlt einfach ein Hauch mehr Tiefgang. Das ist schade, denn gegenüber der Originalfassung fehlt in der Spielanleitung ausgerechnet eine Handicap-Regel. In alten Buffalo-Ausgaben musste der Sieger einer Runde mit einem Bison weniger auskommen oder die Büffel des Verlierers können sich schneller bewegen. In dem Sinne haben die Verantwortlichen ein ohnehin schmales Spielprinzip noch einmal unnötig und unschön verschlankt.

Das wenige Material ist ganz okay. Die Bisons und Hunde sind nett und funktional. Der Indianer erinnert mich dagegen eher an einen Osterhasen, aber immerhin ist alles aus Holz. Leider hätte das wenige Material mit einem doppelt gefalteten Spielplan locker in eine halbe Schachtelgröße gepasst. So suggeriert Bison dann auch optisch großen Spielspaß, bleibt aber leider in allen Belangen trotz eines eleganten Mechanismus hinter dem Stand der Spieleentwicklung zurück. Immerhin ist es schön, dass dieses Urviech von Spiel für Fans wieder im Handel ist.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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