Bohnröschen

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 18.09.2009
  Spiel kaufen kommentieren
Bohnröschen von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Dass Amigo Spiele die ursprünglich bei Lookout Games veröffentlichen Erweiterungen zum Kultspiel Bohnanza in das eigene Verlagsprogramm übernimmt, hat mittlerweile ja schon Tradition. So geschehen auch bei Bohnröschen, wo die Spieler als mutige Prinzen darum ringen, die titelgebende Schöne wachküssen zu dürfen. Grundsätzlich geht es wie beim Original darum, möglichst lukrativ seine Bohnen anzupflanzen und abzuernten. Auf einer zweiten Ebene findet ein Wettrennen statt, um Bohnröschens Schloss möglichst rasch zu erreichen. Dieses ist allerdings von Dornen-, äh, Bohnenranken umgeben, die erst einmal beseitigt werden wollen.

Jede Ranke stellt den Spieler vor eine Aufgabe, die er lösen muss, um zur nächsten vordringen zu können. So darf man mal nur bestimmte Bohnensorten auf seinen Feldern angebaut haben, mal muss zu gewissen Kursen verkauft werden und vieles mehr. Wer dies schafft, kann seinen Prinzen zur nächsten Aufgabe bewegen. Alternativ darf man sich gegen Zahlung eines Talers von der Erfüllung freikaufen – wer beispielsweise ein drittes Bohnenfeld erwerben soll, obwohl er ein solches bereits besitzt, weiss diese Regelung sehr zu schätzen. Um schließlich das Ziel des Spiels erfüllen zu können, muss ein Prinz nach Erfüllung aller Aufgaben mit mindestens fünf verbliebenen Talern das Schloss erreichen. Danach kaufen sich die Mitspieler noch soweit wie möglich ebenfalls ihren Weg frei. Wer dann im Schloss steht und die meisten restlichen Taler vorweisen kann, ist der strahlende Held.

Das Prinzip von Bohnanza ist unverwüstlich, und wer das Handeln und Feilschen mag, kann mit Bohnröschen nicht wirklich etwas verkehrt machen. Man muss sich halt nur im Klaren darüber sein, dass man hier Bohnanza spielt, um mit dem „Ertrag“ ein ganz anderes Spiel zu spielen. Es wird immer noch derjenige gewinnen, der ganz einfach das meiste Geld erwirtschaften konnte; alles übrige ist lediglich Dreingabe, die man mögen muss, und somit nichts für Puristen. Die Tatsache, dass man Aufgaben auch erfüllen kann, wenn ein Mitspieler am Zug ist, führt zu etwas anderen Überlegungen, ohne den grundsätzlichen Charakter des Spiels zu ändern. Das macht Spaß, auch wenn es sich ab fünf Mitstreitern etwas ziehen kann; die Anleitung empfiehlt dann, zur Verkürzung acht der 28 Aufgabenkarten nicht zu verwenden. Und allzu exzessives Anhäufen von Schätzen sollte vermieden werden – schließlich handelt es sich immer noch um ein Rennen, da hält ein voller Geldsack nur auf (und mindert den Spielfluss).

Hervorragend gelungen ist übrigens die Variante für zwei Spieler. Zwar wird hier nicht untereinander gehandelt, aber einige clevere Sonderregeln sorgen für Freude und Kurzweil. Auch die Solovariante ist annehmbar, sollte aber nicht der alleinige Kaufgrund sein.

 

Hinweis:
Um Bohnröschen spielen zu können, wird ein Grundspiel Bohnanza oder Ladybohn benötigt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel