Bus

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Bus von Splotter Spellen
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Spieler übernehmen die Rolle von Busunternehmern, deren Ziel es natürlich ist, möglichst viele Passagiere zu befördern. In der Realität bringt das Geld, hier im Spiel Siegpunkte. Der Spielverlauf gliedert sich in Runden, in diesen muss jeder Spieler je mindestens zwei so genannte Wahlwürfel setzen, mit denen er die Aktionen kennzeichnet, die er in der folgenden Aktionsphase durchführen will. Man kann das Steckennetz erweitern, einen weiteren Bus erwerben, neue Passagiere ins Spiel bringen, weitere Ziele definieren, die Zeit anhalten, Passagiere befördern oder für die nächsten Runden das Startspielerrecht beanspruchen. Man sieht schon, dass es viele Möglichkeiten gibt, und oft will man auch mehr Aktionen ausführen als die zwei Wahlwürfel erlauben. In diesem Fall darf man auch mehr als zwei setzen, aber man muss mit ihnen gut haushalten, denn jeder hat nur 21 für das ganze Spiel. Wer die "ausgegeben" hat, muss für den Rest des Spiels zuschauen. Und was passiert in der "Spielrealität"? In jeder Runde schreitet die Zeit um eine Tageszeit vor (sofern sie nicht jemand anhält - siehe oben). Die Menschen wollen nachts nach Hause, tagsüber ins Büro und abends in die Kneipe. Wenn dieses Ziel nicht ganz nah liegt, kommen die Busse zum Einsatz, um die Passagiere an den gewünschten Zielort zu bringen. Für jeden Transport gibt es einen Siegpunkt. Das ist der Hintergrund. Und nun stellen sich für jeden die Fragen: "Lohnt es sich, mein Streckennetz noch auszubauen oder hätte ich lieber eine weiteren Bus. Aber besser ist es vielleicht, ich fahre als Erster, dann kann ich sicher sein, auch Passagiere zu haben; später sind sie vielleicht mit andern gefahren." Die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit zu treffen, ist für ein erfolgreiches Spiel unabdingbar, zumal einige Aktionen nur jeweils von einem Spieler gewählt werden dürfen. Auch können bei den "Bau-Aktionen" die Spieler, die sie als erste gewählt haben, mehr bauen, sind aber dafür später an der Reihe. Was also ist die richtige Aktion? Und wann der richtige Zeitpunkt? Ein bis zwei Partien sind notwendig, bis man ein Gefühl dafür bekommt, aber auch dann wird man noch Fehler machen und wertvolle Aktionen nutzlos verschenken. Dabei denkt man, es dürfte gar nicht so schwierig sein, schließlich stehen stets alle Informationen allen Spielern offen. Aber die Fülle der Möglichkeiten macht das Spiel alles andere als simpel - und mächtig spannend. Die Regeln sind ordentlich und führen gut strukturiert begleitet von einigen Beispielen schnell ins Spiel ein. Das Material ist für einen Kleinverlag auch in Ordnung, wenn auch die Grafik nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Ein rundum gelungenes Spiel also? Fast, denn eine Gefahr liegt in dem nicht vorhandenen Glücksanteil: Wenn ein Mitspieler meint, alle Optionen ausloten zu müssen, um jeden Spielzug zu optimieren, dann können sich die anderen in der Zwischenzeit locker ein anderes Spiel vornehmen. Wer diese Längen aber zu vermeiden versteht, findet in Bus (Splotter Spellen) ein sehr reizvolles Spiel mit einer ganzen Reihe neuer Mechanismen, das immer wieder mal zu einer weiteren Partie reizt.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
180
Jahrgang: 
2000
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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