Callisto

eine Spielerezension von Alexandra Fauth - 23.09.2015
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Callisto - Foto von Piatnik
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Eine kleine bunte Schachtel voller farbiger Kartonteile? Wen das jetzt an Ubongo erinnert: Ja, es geht um geometrische Formen und das passende Legen derselben. Und nein, ansonsten hat dieses Spiel nichts, aber auch gar nichts mit Ubongo gemein. Es geht weder um Schnelligkeit oder Reaktionsvermögen noch um Knobeleien. Vielmehr ist Callisto von Reiner Knizia (Piatnik) ein taktisches Legespiel, das zwar mit geometrischen Formen arbeitet, in erster Linie jedoch darauf abzielt, möglichst viel eigene Gebietsabgrenzung und somit Legefläche für sich zu gewinnen. Damit erinnert es sehr stark an das Familienspiel Blokus, das sich ebenfalls um das taktische An- und Ablegen geometrischer Figuren dreht.

Wie wird Callisto gespielt?

Im Gegensatz zu Blokus müssen die eigenen Figuren allerdings direkt aneinander angrenzen, was die Legemöglichkeiten einschränkt. Reiner Knizia bringt zudem ein weiteres taktisches Element mit ins Spiel: Das der Säulen, die zu Beginn einzeln gesetzt werden und von denen ausgehend man sich seinen geometrischen Weg bahnen kann. Eine dritte Säule kann während des Spielverlaufs gesetzt werden und eignet sich nicht nur hervorragend als Notlösung, sollten die Mitspieler alle anderen Bauplätze blockiert haben, sondern auch und vor allem als Blocker, mit dem man die Mitspieler insbesondere in der Endphase herrlich ärgern kann. Die Säule darf im Gegensatz zu den normalen Spielplättchen auch an gegnerische Steine angrenzen und kann somit mitten ins Feindgebiet gesetzt werden, wo sie neue Legewege eröffnet und die sorgsam freigehaltene Lücke für ein bestimmtes Plättchen des Gegners ausfüllt. Wer am Ende die meisten Gebiete abstecken konnte, sprich, die meisten und größten Plättchen auf dem Spielbrett unterbringen konnte, hat gewonnen.

Wie gut ist Callisto?

Dieses bunte Legespiel bietet also viele Möglichkeiten, seine Mitspieler zu ärgern. Gleichzeitig erfordert es jedoch auch sehr viel taktisches Geschick und ein wenig strategisches Planungsvermögen. Wenn man erst einmal verstanden hat, dass die kleinen quadratischen Plättchen die Säulen darstellen, sind die Regeln sehr schnell verstanden und der Einstieg auch für Anfänger und Gelegenheitsspieler einfach. Einziges Manko ist das Spielmaterial, das zwar aus solidem Karton besteht, aber auch zu einem ‚hakeligen‘ Spielerlebnis führt. Statt eines klassischen Spielbretts werden die Plättchen innerhalb eines Kartonrahmens gelegt und fügen sich nicht immer passgenau aneinander. Sieht man darüber hinweg, kann Callisto aber viel Spielspaß bescheren – es sei denn, man mag keine Spiele, die räumliches Vorstellungsvermögen und den Umgang mit geometrischen Formen erfordern. Für alle anderen ein schönes Familien- oder auch Duellspiel, das von leichtem Ärgerspiel bis zu anspruchsvollem Denkspiel alles bietet.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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