Campanile

Der Wettstreit der Türme

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 11.09.2010
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Campanile von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Campanile ist abgeleitet vom italienischen campana (Glocke), ist also ein Glockenturm und wie sich das so für Glockentürme gehört, müssen diese natürlich möglichst hoch sein. Tja, und genau darum geht es in Campanile, das übrigens 1996 schon einmal erschienen ist. Die Spieler müssen versuchen, möglichst hohe Türme zu bauen. Alle Spieler bauen gemeinsam an insgesamt fünf Türmen. Dies geschieht mithilfe von entsprechenden Baukarten, von denen es für jeden der fünf unterschiedlichen Türme gleich viele im Spiel gibt und von denen jeder Spieler immer drei auf der Hand hat.

Wer an der Reihe ist, muss eine seiner drei Handkarten an den entsprechenden Turm anlegen. Dieses Anlegen kann je nach Wunsch des Spielers den Turm um ein bis drei Etagen erhöhen. Danach darf der Spieler noch an einen der Türme vom dem er denkt, dieser wird zu den höchsten Türmen gehören, einen Einflussmarker legen. Diese Einflussmarkern gibt es in drei unterschiedlichen Werten. Von dem kleinsten Wert hat jeder Spieler die meisten Marker und vom großen nur einen einzigen. Der Marker, den der Spieler anlegen will, muss genau die Wertigkeit haben, wie Höhe, um die der gerade bebaute Turm erhöht wurde, und er darf nur an einen Turm angelegt werden, der in den drei offen liegenden Nachziehkarten enthalten ist.

Und damit haben wir den Reiz des Spieles: Alle Spieler bauen an allen Türmen, die Höhe des Turmanbaus bestimmt die Einflussmarkergröße, die man einsetzen darf, und die ausliegenden Nachziehkarten schränken den Zielturm für die Einflussmarker ein. Man kann also im Allgemeinen gar nicht so einfach beeinflussen, dass besonders die Türme anwachsen, an denen man selbst den meisten Einfluss hat. Nach dem anschließenden Auswählen einer der drei Nachziehkarten werden diese wieder auf drei aufgefüllt. Dabei kann es passieren, dass die in den Nachziehstapel an bestimmten Bereichen eingemischten Zwischen- oder Endwertungskarten gezogen werden. Dann kommt es sofort zu einer Wertung. Hierbei bekommen die Spieler mit dem meisten Einfluss auf die Türme Siegpunkte in Abhängigkeit von der Höhe der Türme. Nach der zweiten Wertung, die, um das Spiel spannend zu halten, mehr Siegpunkte einbringt als die erste Wertung, ist das Spiel beendet.

Campanile gewinnt eindeutig durch den Anfangs nicht einfach zu durchschauenden Mechanismus, wann man für welchen Turm seine Einflussmarker setzen kann. Auch beim Nachziehen einer Turmkarte kann durchaus taktisch gehandelt werden, indem man nicht unbedingt die Karte nimmt, die man selbst gerade benötigt, sondern die Karte zieht, von der man nicht will, dass andere am entsprechenden Turm Einfluss gewinnen. Allein schon wegen dieses trickreichen Spielmechanismus ist Campanile es wert, mehr als nur einmal gespielt zu werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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